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Münster, 24.1.2017
Lettland: Ilmārs Poikāns erneut verurteilt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Gehälter-Whistleblower will nicht beigeben

PoikansIm Jahre 2010 machte ein seltsamer „Neo“ Schlagzeilen. Die TV-Journalistin Ilze Nagla berichtete über diesen geheimnisvollen Informanten. In seinem Besitz waren 7,4 Millionen private Datensätze des lettischen Finanzamtes (VID). Dadurch erfuhren die Fernsehzuschauer, dass in der Zeit der Finanzkrise die Vorstände in öffentlichen und kommunalen Unternehmen weiterhin üppig verdienten. Den Normalverdienern hatte die Regierung hingegen die Gehälter bis zur Hälfte gekürzt oder sie gleich ganz entlassen. Polizisten durchsuchten Naglas Wohnung und nahmen Neo vorübergehend fest. Hinter diesem Pseudonym verbarg sich Ilmārs Poikāns, ein Informatiker, der an der Lettischen Universität arbeitet. Er benötigte für den Datenklau keine Fachkenntnisse. Schon nach wenigen Klicks war er auf das brisante Datenmaterial gestoßen. Ein Programmierfehler hatte diesen Zugriff ermöglicht. Poikāns wurde angeklagt und jetzt nach dem vierten Prozess erneut zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Ilmārs Poikāns, Foto: CC BY 2.0, Saite

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Afrikanische Schweinepest in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 19. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Wieder wurden Schweine getötet, diesmal 5023

OhrblutungStaatliche Kontrolleure stellten am 13.1.2017 in einem Zuchtbetrieb erneut die afrikanische Schweinepest fest. Diesmal sind besonders viele Tiere einer Massenzucht betroffen. Etwa 2000 erwachsene Schweine und 3000 Ferkel wurden im Kreis Krimulda getötet, um die weitere Verbreitung der hochinfektiösen Seuche zu verhindern. Sie endet für Schweine meistens tödlich, ist aber für Menschen ungefährlich. 2014 kam die Seuche nach Lettland, zuerst überfiel sie Wildschweine, wenig später auch Hausschweine in den Viehställen. Am 17.1.2017 erklärten die Gemeinden von Krimulda, Adaži und Salaspils den Ausnahmezustand. Er wird bis zum 17.4.2017 in Kraft bleiben. In diesen Gebieten können Massenschlachtungen vorgenommen werden. Zudem gelten strikte Bestimmungen zur Viehhaltung und zum Transport von Schweinen und Fleisch.(zm.gov.lv) Die afrikanische Schweinepest wird seit 2014 in den baltischen Ländern und Ostpolen beobachtet. Trotz erfolgter Massenschlachtungen und Seuchenschutzbestimmungen wiederholen sich die Alarmmeldungen.

Ohrblutung als Symptom der afrikanischen Schweinepest, Foto: Gemeinfrei, Link

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Das Lutherjahr in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Grafiken von Cranach, Dürer und Co. bilden den Auftakt

Dürer Dreifaltigkeit1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Die Kirchenkritik des rebellischen Augustinermönchs verbreitete sich rasch. Die Städter lasen seine ketzerischen Flugschriften. Ein Anhänger der neuen Lehre, Andreas Knöpken, begab sich frühzeitig nach Riga. In der livländischen Metropole fanden seine Ideen schnell Gehör, denn hier herrschte ein toleranter, für Neues aufgeschlossener Geist. Rigas deutschsprachige Intellektuelle kannten schon die Lehren der Vorgänger, Jan Hus und Erasmus von Rotterdam. Hier konnte Knöpken erfolgreich gegen die Altvorderen der katholischen Kirche disputieren. Der Rigaer Erzbischof vermochte nicht zu verhindern, dass der aus dem Brandenburgischen stammende Theologe bereits 1522 zum Archidiakon der Petrikirche gewählt wurde. Damit hatte der Protestantismus in Riga, in einer der ersten Städte überhaupt, Fuß gefasst. Gewiss spielten auch weltliche Interessen eine Rolle. Das Luthertum bot den deutschbaltischen Vasallen die Gelegenheit, sich ihrer Kirchenfürsten zu entledigen. Die Untertanen, die lettischen Bauern, hatten das zu glauben, was ihnen die Herren befahlen. Diese sympathisierten fortan mit dem Professor aus Wittenberg. Deshalb bilden die Lutheraner heutzutage die größte christliche Konfession in Lettland. Das Lutherjahr ist folglich ein großes Thema für die Letten, nicht zuletzt, weil die Bibelübersetzung ins Lettische zur nationalen Emanzipation anregte. Das lettische Nationalmuseum, die Nationalbibliothek und die Lettische Universität haben ein Programm zum 500jährigen Jubiläum organisiert. Eine Ausstellung historischer Stiche und Radierungen im internationalen Kunstmuseum Rīgas Birža bildet den Auftakt.

Albrecht Dürers "Heilige Dreifaltigkeit", 16. Jahrhundert, Foto: Kollektion Thomas Emmerling/ LNMM

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