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Münster, 14.12.2018
Lettisches Gedenken an die Holocaust-Zeit PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 13. Dezember 2018 um 00:00 Uhr

Spielfilm „Tevs Nakts“ über den Retter Zanis Lipke entfacht großes Interesse

Lipke-Briefmarke„Für Zanis war ich ein völlig fremder Mensch und ich konnte nicht begreifen, weshalb er das tat, als rundherum Mord geschah. Dieser Mensch erwies sich als ein Wunder – einfach in aller Ruhe die für den Tod Bestimmten zu retten. Geld nahm er nicht, er war kein Kommunist und ich konnte nicht begreifen, weshalb er diese Bürde auf sich nahm und sich jeden Tag den Schrecken des Todes aussetzte,“ sagte Izaks Drizins über seinen Retter Zanis Lipke (web.archive.org). Der derart Verehrte arbeitete als Hafenarbeiter, als die Deutschen in Lettland einfielen und sogleich begannen, seine jüdischen Mitbürger zu verfolgen. Am 30. November und 8. Dezember 1941 hatten SS-Soldaten mit Hilfe lettischer Kollaborateure 25.000 lettische Juden im Wald von Rumbula erschossen. Danach entschloss sich Lipke, die Verfolgten zu verstecken. Ihm gelang gemeinsam mit seiner Frau Johanna sowie Freunden und Bekannten, 55 Juden das Leben zu retten. Der Staat Israel ehrte das Paar Lipke 1977 mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“, denen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Baum gepflanzt wurde. Seit Oktober ist im lettischen Kino der Spielfilm „Tevs Nakts“ (Vater der Nacht) von David Simanis zu sehen, der die Geschichte der Retter nacherzählt (tevsnakts.lv). Seitdem steigen die Besucherzahlen des Janis-Lipke-Museums auf der Insel Kipsala. Zudem scheint sich das Gedenken an den Blutsonntag 30. November zur alljährlichen Tradition zu entwickeln.

Briefmarke der lettischen Post erinnert an das Paar Johanna und Zanis Lipke, Foto: Latvijas Pasts (Latvian Post) - wnsstamps.ch/en, Neaizsargāts darbs, Saite

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Berlin, Moskau und die Gründung der baltischen Republiken: Karsten Brüggemanns Vortrag am 4.12.2018 im Rigaer Goethe-Institut PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 08. Dezember 2018 um 00:00 Uhr

Glanz und Elend nationaler Bewegungen

Antibolschewistisches Propagandaplakat der DeutschenWas war im Ersten Weltkrieg im Baltikum los? Außer der pauschalen Antwort „Krieg“ fällt eine präzisere Darstellung schwer. Auf dem relativ kleinen Territorium der russischen Ostseeprovinzen trafen die Interessen verschiedener Ethnien und sozialer Schichten aufeinander. Sie verbündeten sich miteinander oder kämpften in ihren Armeen gegeneinander. Hinzu kamen die gegensätzlichen Interessen der Großmächte Russland und Deutschland, die Ansprüche auf die baltische Region stellten, auch die siegreichen Entente-Mächte intervenierten, weil sie sich vor dem Bolschewismus fürchteten. Karsten Brüggemann, Professor für estnische und allgemeine Geschichte in Tallinn, half seinen Zuhörern, mit einem klar strukturierten Vortrag Licht ins Gewirr dieser ebenso blutigen wie verwickelten Zeit zu bringen und regte sie zu weiterführenden Gedanken an.

Deutsches Propagandaplakat - dabei hatten die Deutschen zuvor über ihr Territorium Lenin passieren lassen, um im Zarenreich Unruhe zu stiften, Foto: Feld, Rudi - Library of Congress Catalog: ccn.loc.gov Image download: cweb2.loc.gov Original url: hdl.loc.gov, Public Domain, Link

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Lettisches Parlament stimmt gegen den UN-Migrationspakt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 07. Dezember 2018 um 14:27 Uhr

„Lettland darf nicht selbst Selbstmord begehen!“

Plenarsaal des lettischen ParlamentsNach lebhafter Debatte hat die lettische Saeima am 6. Dezember 2018 eine Resolution (saeima.lv) verabschiedet, welche die Regierung auffordert, dem UN-Migrationspakt nächste Woche in Marrakesch nicht zuzustimmen. Die Nationale Allianz hatte die Debatte beantragt und gleichzeitig die Resolution eingebracht. Während die Befürworter der Resolution, also Gegner des UN-Pakts, bemängelten, dass Migration in dieser internationalen Vereinbarung zu positiv dargestellt werde und die nationale Souveränität langfristig gefährdet sei, betonten die Befürworter des UN-Pakts, also die Gegner der Resolution, die Unverbindlichkeit des Ausgehandelten und die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit. Zudem warnten Letztere davor, dass eine Ablehnung des Migrationspakts Lettlands Ruf schade und es international isolieren könne (saeima.lv). Nur 74 Abgeordnete des 100köpfigen Parlaments beteiligten sich an der Abstimmung, davon stimmten 43 für die Resolution der Nationalen Allianz und 31 dagegen. Damit zeichnet sich in der gerade gewählten Saeima eine Mehrheit für nationalkonservative Gesinnungen ab, die nicht nur von den bisherigen Regierungsparteien Nationale Allianz (NA) und Union der Grünen und Bauern (ZZS), sondern auch von den neu vertretenen Parteien Wem gehört das Land? (KPV) und der Neuen Konservativen Partei (JKP) geteilt werden. Die Debatte verdeutlichte, dass man von nationalkonservativer Seite aktuelle Migrationsfragen aus der Sicht der eigenen sowjetischen Vergangenheit betrachtet.

Saeima-Plenarsaal, Foto: Inga Abele, saeima.lv

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