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Münster, 17.2.2020
Garlieb-Merkel-Ausstellung in der Lettischen Nationalbibliothek PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. Februar 2020 um 00:00 Uhr

Die vergessenen Seiten einer widersprüchlichen Persönlichkeit

Éingang zur Ausstellung“Sapere aude - wage zu wissen. Garlieb Merkel zum 250. Geburtstag”, Ausstellung in der Lettischen Nationalbibliothek, Mukusalas iela 3, 5. Etage, Riga, bis 6.6.2020

Garlieb Merkel (1769 -1850) gehört zu den bekannten Namen lettischer Kulturgeschichte. Im Zentrum von Riga ist ihm sogar eine verkehrsreiche Straße gewidmet. Dabei war Merkel ein Deutschbalte, der nur in deutscher Sprache veröffentlichte. Letten denken besonders an ein Buch, mit dem er die Leibeigenschaft lettischer Bauern auf deutschbaltischen Gutshöfen anprangerte. Mit dieser Streitschrift, die den Titel “Die Letten, vorzüglich in Liefland, am Ende des philosophischen Jahrhunderts, Ein Beytrag zur Völker- und Menschenkunde” trägt, sorgte ihr Urheber als 28jähriger für allgemeines Aufsehen. 1798 erschien es und war gerade wegen seiner scharfen, polemisch gehaltenen Anklage ein Beitrag zur lettischen Emanzipation, die 1819 in der Provinz Livland zur Aufhebung der Leibeigenschaft führte. Doch das Los der Letten war nur eines der vielen Themen, die Merkel publizistisch bearbeitete. Kuratorin Aija Taimina sieht in Merkel “eine ikonische Figur” lettischer Kulturgeschichte. Sie konzipierte mit ihren Kollegen die kleine Ausstellung derart, dass sie dem Betrachter einen anschaulichen Überblick über Merkels vielfältiges Leben und Werk ermöglicht.

Eingang zur Ausstellung, Foto: LP

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Drohende Auslieferung einer lettischen Staatsbürgerin nach Südafrika belastet lettisch-dänische Beziehungen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 13. Februar 2020 um 13:48 Uhr

Lettlands Protestnote an einen befreundeten EU-Nachbarn

Mette FrederiksenUm den Valentinstag herum müssen sich lettische Politiker, Diplomaten und Journalisten mit einem Ehekonflikt beschäftigen, der internationale Dimensionen angenommen hat. Kristine M., eine lettische Staatsbürgerin, floh im Mai 2018 mit ihrer Tochter nach Lettland. Sie hatte bis dahin in der südafrikanischen Republik gelebt, wo sie von ihrem Ehemann, der südafrikanischer Staatsbürger ist, geschieden worden war. Nach der Flucht behauptete er, seine Ex-Frau habe das gemeinsame Kind entführt und ließ sie über Interpol suchen. Als Kristine M. im Dezember 2018 wegen ihrer beruflichen Tätigkeit von Kopenhagen aus nach Mosambik fliegen wollte, wurde sie von dänischen Grenzbeamten festgenommen. Die dänische Regierung scheint seitdem die Lettin nach Südafrika ausliefern zu wollen, wo ihr nach Angaben lettischer Medien bis zu 15 Jahren Haft drohen. Der lettische Premier Krisjanis Karins zeigt sich vom dänischen Verhalten irritiert und findet für diplomatische Verhältnisse recht scharfe Worte gegenüber dem befreundeten Ostseeanrainer.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Foto: © Fotograf Rune Johansen - www.runejohansen.dk, CC BY-SA 2.5 dk, Link

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US-Manöver „Defender 2020“ soll im April Lettland erreichen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 08. Februar 2020 um 00:00 Uhr

Für die einen militärische Abschreckung, für die anderen Konfrontationspolitik...

Warnschild vor ManöverübungenFür die meisten Medien ist diese aufwändige militärische Veranstaltung, die gerade stattfindet, nur ein Randthema. Derzeit machen sich mehr als 20.000 US-Soldaten und Soldatinnen auf den Weg nach Polen und in die baltischen Länder. 17.000 ihrer in Europa stationierten Kameraden und eine ungenannte Zahl weiterer Soldaten von 16 NATO-Verbündeten sowie Finnlands und Georgiens helfen ihnen bei den Truppenverlegungen, bei denen Deutschland zur logistischen Drehscheibe wird. „Defender 2020“ gilt als das größte US-Manöver innerhalb der letzten 25 Jahre. Während NATO-Generäle und lettische Militärs die Übung befürworten, wird es von Vertretern Russlands, aber auch von deutschen Friedensaktivisten scharf kritisiert. In deren Aufruf wird Defender 2020 als „erneute Zuspitzung der Konfrontationspolitik von NATO und EU gegenüber Russland“ bezeichnet (antidef20.de).

Warnschild an einem Übungsplatz, Foto: Fiorellino - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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