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Münster, 18.7.2019
Lettlands Bevölkerungsschwund abgebremst, aber weiterhin rückläufig PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 08. Juni 2019 um 15:03 Uhr

Nur die Zahl der Senioren wächst beständig

Rigas PorzellanfabrikIm letzten Oktober versprach die neue Partei „Wem gehört das Land?“ (KPV) dafür zu sorgen, dass Lettland in der Jahrhundertmitte wieder 2,5 Millionen Einwohner hat (LP: hier). Soviele Bürger und Nichtbürger hatte die mittlere Baltenrepublik zuletzt in den 90er Jahren. Inzwischen ist ihre Einwohnerzahl auf unter zwei Millionen gesunken. Die KPV, der Shooting Star unter Lettlands Parteien, erreichte bei der Saeima-Wahl aus dem Stand 14,4 Prozent der abgegebenen Stimmen, das war Platz zwei hinter Saskana mit 19,8 Prozent. Die KPV hatte in ihrem Wahlprogramm den Vorschlag gemacht, den wirtschaftlichen Erfolg Lettlands nicht wie in der herkömmlichen Ökonomie am Bruttoinlandprodukt, sondern am Bevölkerungszuwachs zu messen. Lettland verliert aber weiterhin Einwohner, doch 2018 war der Schwund mit minus 4.905 deutlich geringer als in den Vorjahren, nur 1999 war der Verlust mit minus 4.085 Menschen noch geringer. Ob sich erstmals seit der wiedererlangten Unabhängigkeit eine Umkehrung im Bevölkerungssaldo andeutet, bleibt ungewiss. Die Abbremsung ist noch als Verdienst der Vorgängerregierungen zu werten, die den Mindestlohn anhoben und höhere Gehälter in einigen Berufsgruppen in Aussicht stellten. Mit höheren Gehältern sollen beispielsweise medizinische Fachkräfte davon abgehalten werden, in die weitaus lukrativeren EU-Länder Westeuropas zu emigrieren.

Dies ist ein Foto von Rigas ehemaliger Porzellanfabrik. Sie wurde inzwischen abgerissen, an ihrer Stelle entstand eine weitere Shopping-Mall. Die ehemalige Industriestadt verwandelt sich in ein Einkaufsparadies, doch das Geld dafür müssen viele Letten im Ausland erwirtschaften, Foto: LP

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Lettische Kunstausstellungen im Juni 2019 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 07. Juni 2019 um 14:16 Uhr

Die Welt betrachten, über sie nachdenken oder abstrakt überwinden

Vika, MorgenstundeSowohl das Leben als auch das Werk Hilda Vikas geben Aufschluss über das Schicksal einer Künstlerin in ebenso bewegten wie schlimmen Zeiten, auf Pfaden des Protests, aber auch eigener ideologischer Verirrung. Dem Sozialistischen Realismus vermochte sie sich trotz Bemühens nicht vollständig zu unterwerfen und es ist wohl gerade ihr ungewolltes Abweichlertum, das ihre Bilder bis heute interessant macht. Während Vika ihren mal sachlichen, mal romantischen Blick auf die Welt gestaltet, will Kaido Ole die Welt nicht darstellen, sondern in ihrer Struktur erfassen. Er vergleicht die Funktion seiner Kunst mit einem chemischen Periodensystem. Die im letzten Jahr gestorbene Gillian Ayres hingegen wollte mit Welt gar nichts zu schaffen haben, der Betrachter soll einfach nur ihre abstrakten Farbkompositionen anschauen und sein interesseloses Wohlgefallen empfinden. Hier die Zusammenfassung von PR-Hinweisen lettischer Museen für den Monat Juni.

Hilda Vika, Morgenstunde, 1927, Foto: LNMM, Normunds Braslins

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Lettland: Saeima-Abgeordnete wählten Egils Levits zum Staatspräsidenten PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 29. Mai 2019 um 15:03 Uhr

Ein Richter des EU-Gerichtshofs wird neues lettisches Staatsoberhaupt

LevitsAm 29. Mai stand das Ergebnis bereits im ersten Wahlgang fest: Mit 61 Stimmen erhielt Levits auf Anhieb die absolute Mehrheit des hundertköpfigen Parlaments. Die Regierungskoalition aus fünf Parteien hatte sich auf diesen Kandidaten geeinigt. Der bisherige Staatspräsident Raimonds Vejonis verzichtete auf eine erneute Kandidatur, denn er ist Mitglied der "Union der Grünen und Bauern", die inzwischen in die Opposition verbannt ist. Chancenlos blieben auch der Ombudsmann für Menschenrechte Juris Jansons und Didzis Smits, der als Mitglied der mitregierenden Partei "Wem gehört das Land" von abtrünnigen Abgeordneten nominiert wurde. Levits stammt aus einer jüdisch-deutschbaltischen Familie, mit der er als Jugendlicher 1972 aus der Lettischen Sowjetrepublik nach Westdeutschland emigrierte. Seine Biographie ist mit der Institution verbunden, aus der der Verein "Lettisches Centrum Münster" hervorgegangen ist (welcher wiederum die "Lettische Presseschau" finanziert): Der jetzige EU-Richter und zukünftige Staatspräsident machte als Schüler des lettischen Exilgymnasiums in Münster 1973 Abitur und studierte anschließend Politik und Rechtswissenschaften in Hamburg. Auch seine weitere Biographie ist mit Deutschland verbunden (lsm.lv).

Der neue Staatspräsident Egils Levits, Foto: Latvijas Republikas Valsts kanceleja, CC BY-SA 2.0, Saite

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