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Münster, 24.8.2019
Ölmilliardär Roger Tamraz und weitere Investoren wollen geschlossene lettische PNB Banka übernehmen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 24. August 2019 um 00:00 Uhr

Das Schweizer Modell ist in Lettland gescheitert

Am 15. August 2019 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank, seit Euro-Einführung eine Filiale der Frankfurter EZB, eine übersetzte Pressemitteilung, in der es im Bankerdeutsch heißt: „EZB beurteilt lettische AS PNB Banka als ausfallend oder wahrscheinlich ausfallend.“ Die lettische Finanzaufsicht FKTK hatte ihre Frankfurter Kollegen gebeten, die PNB zu prüfen. Am 4. April 2019 übernahm die EZB die unmittelbare Aufsicht über das Kreditinstitut. „Am 12. August 2019 schloss die EZB eine Prüfung vor Ort ab, bei der eine wesentliche Lücke bei der Risikovorsorge ermittelt und objektive Sachverhalte festgestellt wurden, die darauf hindeuteten, dass die Verbindlichkeiten der Bank die Vermögenswerte überstiegen,“ heißt es im Text. Die sechstgrößte Bank Lettlands habe zudem die Empfehlungen der Behörden nicht umgesetzt, eine „Abwicklungsmaßnahme“ sei „mangels öffentlichen Interesses nicht erforderlich“ (bundesbank.de). Sogleich erfolgte der Beschluss der lettischen Finanzaufsicht FKTK, nach dem der PNB ab dem 15. August 2019 der Geschäftsbetrieb untersagt wurde (lsm.lv). Das Geld der annähernd 70.000 Kunden, die überwiegend Senioren sein sollen, sei durch den Einlagensicherungsfonds in einer Höhe bis zu 100.000 Euro vor Gläubigerforderungen geschützt. Gleichzeitig berichteten lettische Medien über sechs Investoren aus den USA und Europa, die die Aktienmehrheit bei der maroden Bank erwerben wollen. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass sich unter ihnen der Banker und Ölmilliardär Roger Tamraz befindet. Bis Ende 2018 firmierte die PNB unter dem Namen Norvik Banka und war mehrheitlich im Besitz von Grigory Guselnikov, einem Briten russischer Herkunft, der in London Chef des Investmentfonds G2 Capital Partners ist. Guselnikov hatte gegen den lettischen Zentralbankchef Ilmars Rimsevics schwere Bestechungssvorwürfe erhoben und gegen den lettischen Staat und die EZB vor einem internationalen Schiedsgericht eine Klage eingereicht.

Die EZB in Frankfurt prüfte die lettische PNB-Bank, Foto: Simsalabimbam - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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Olegs Burovs zum neuen Rigaer Bürgermeister gewählt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 21. August 2019 um 00:00 Uhr

Auch vier Ausgeschlossene der Saskana-Fraktion unterstützen ihn

Am 19. August 2019 wählte der Rigaer Stadtrat, nach der Saeima das wichtigste Parlament Lettlands, Olegs Burovs, Mitglied der Stadtpartei „Gods kalpot Rigai“ (GKR), zum neuen Ratsvorsitzenden. Er ist bereits das dritte Stadtoberhaupt Rigas in diesem Jahr. Ende Mai war Nils Usakovs zurückgetreten, der ein Jahrzehnt lang die Stadtpolitik geprägt hatte. Nach Vorwürfen, zuwenig gegen Korruption in stadteigenen Institutionen, vor allem dem Verkehrsunternehmen Rigas Satiksme (LP: hier) unternommen zu haben, kündigte Usakovs seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik an und ließ sich als „Saskana“-Spitzenkandidat ins EU-Parlament wählen. Die regierenden Fraktionen „Saskana“ und GKR entschieden sich danach für Dainis Turlais als Bürgermeister, doch vier „Saskana“-Mitglieder weigerten sich, für dessen Stellvertreter zu stimmen und wurden deshalb von ihrer Fraktion ausgeschlossen. Turlais wurde Ende Juni auf Antrag der Opposition abgewählt. Das Ämterkarussell deutet auf schwerwiegende Unstimmigkeiten zwischen und innerhalb der Fraktionen.

Das Rathaus von Riga, Foto: Mettmann - Paša darbs, CC BY 3.0, Saite

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Ausstellung zur Landeswehr im Schloss Durbe in Tuckum (Tukums): Für die Heimat und Lettland 1918-1920 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 17. August 2019 um 00:00 Uhr

Der Beitrag der Deutschbalten im Befreiungskrieg Lettlands ist nicht sachgemäß untersucht und ausgewertet worden“

Schloss DurbeDas, was sich vor 100 Jahren in Lettland zur Zeit der Befreiungskämpfe als Fortsetzung des Ersten Weltkriegs abspielte, die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Großmächten, Ethnien, sozialen Gruppen mit ihren verfeindeten Ideologien, ist komplex und kaum in “Gut und Böse” zu sortieren, wie es Propaganda von verschiedenen Seiten darstellte. Die Historikerin Inta Dislere erforscht das Verhältnis zwischen Letten und Deutschbalten jener Zeit und hinterfragt dabei die Stereotypen, die sich im kollektiven Gedächtnis ihrer Landsleute verbreitet haben. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen des Tuckumer Geschichtsmuseums gestaltete sie die Ausstellung, die der deutschbaltischen Beteiligung an der Entstehung des lettischen Nationalstaats gewidmet ist. Der Sieg über den Bolschewismus war eine entscheidende Voraussetzung, um einen unabhängigen lettischen Staat zu gründen. Ohne Beteiligung von deutscher Reichs- und baltischer Landeswehr wäre dieser Sieg wahrscheinlich nicht errungen worden.

Schloss Durbe in Tuckum, Foto: Kristine Ozola

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