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Münster, 15.9.2019
Umfrage der Bildungsgewerkschaft LIZDA: Lettische Hochschullehrer kritisieren ihre unwürdig geringen Löhne und Gehälter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. September 2019 um 00:00 Uhr

Miese Bezahlung, dafür arbeiten bis zum Burnout

LIZDA-Demonstration

Die lettische Gewerkschaft für Bildung und Wissenschaft LIZDA präsentierte am 13. September 2019 ihre Ergebnisse einer Internet-Umfrage (lizda.lv). Sie hatte seit April des Jahres Dozenten und Lektoren der lettischen Hochschulen und Colleges befragt, wie zufrieden sie mit Gehältern und Arbeitsbedingungen sind. Die Ergebnisse stellen der lettischen Hochschulpolitik ein äußerst miserables Zeugnis aus: 96 Prozent der 451 Beschäftigten, die die Fragen online beantworteten, hielten ihren Lohn für derart gering, dass er nicht den Bedingungen einer würdigen Arbeit entspreche. Wer an einer lettischen Uni beschäftigt ist, sollte lieber verschweigen, was er macht und wo er arbeitet und Fragen nach dem Gehalt möglichst ausweichen. Nach heutigen materiellen Kriterien, nach denen das Maß gesellschaftlicher Anerkennung überwiegend von der Höhe des erzielten Einkommens bestimmt wird, sind die lettischen Hochschulgehälter beschämend und verdeutlichen, wie gering die gesellschaftliche Wertschätzung für diese Tätigkeit ist.

LIZDA-Demonstration vor dem lettischen Parlament. Auf Plakaten haben Lehrerinnen ihre geringen Bruttolöhne aufgeschrieben - ihren Kolleginnen an den Hochschulen ergeht es nicht besser, Foto: LIZDA

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Lettische Regierung verkündet Ausnahmezustand über Rigaer Müllentsorgung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 12. September 2019 um 11:21 Uhr

Die inszenierte Konkurrenz mit unterschiedlichen Firmennamen

Müllcontainer in RigaUm es vorwegzunehmen: Riga ist bislang eine recht saubere Stadt, nicht zu vergleichen mit manchen italienischen Kommunen, in denen sich zuweilen Abfallhaufen auf den Straßen türmen, weil sich die Mafia ins profitable Geschäft mischt (youtube.de). Die Deals mit dem „Wertstoff“, wie Müll sich mittlerweise schick bezeichen darf, sind allerdings auch in Riga mit rätselhaften Entscheidungen verbunden. Die Einwohner der lettischen Hauptstadt fragen sich derzeit, wer in naher Zukunft zu welchem Preis ihre Müllcontainer leeren wird. Ab 15. September 2019 sollte ein neues Firmenkonsortium sich darum kümmern. Doch wenige Tage zuvor untersagte die Kartellbehörde diesen Wechsel. Nun ist die Lage juristisch unklar. Deshalb verkündete die lettische Regierung am 12. September über Rigas Müllentsorgung den Ausnahmezustand.

Müllcontainer in Riga, Foto: LP

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Liepajas Straßenbahn feiert 120jähriges Bestehen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 07. September 2019 um 00:00 Uhr

Die ersten Triebwagen kamen aus Köln

Frontansicht eines Tatra-FahrzeugsDie Straßenbahnen der westlettischen Hafenstadt Liepaja (deutschbaltisch: Libau) kommen ohne Nummer aus. Denn sie befahren nur eine Linie, die den Süden der Stadt mit dem Zentrum verbindet. Neben Riga und Daugavpils ist Liepaja die dritte lettische Stadt, die, um es mal im Behördendeutsch zu formulieren, über ein schienengebundenes öffentliches Nahverkehrsmittel verfügt. Liepajas Straßenbahn ist eine 15,4 Kilometer lange Schmalspurbahn. Die derzeit noch in Betrieb befindlichen Fahrzeuge der tschechischen Marke Tatra KT4 kommen aus Ostdeutschland: Die Liepajer kauften sie nach der Jahrtausendwende gebraucht, acht stammen aus Erfurt, drei aus Cottbus und ein Straßenbahnzug aus Gera. Sie wurden in sozialistischer Zeit hergestellt, die älteste Bahn im Jahr 1979. Bald sollen sie mit EU-Fördergeldern durch Niedrigflurbahnen des ungarischen Herstellers Koncar ersetzt werden. Ingenieure und Arbeiter aus Deutschland bauten diese Bahn vor 120 Jahren. Damals beauftragte der Stadtrat „Nürnbergs kontinentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen“ und den Unternehmer Bernhard M. Manasevics aus Kaunas mit dem Projekt, zu dem auch die Errichtung eines Elektrizitätswerks gehörte. Die Nürnberger und Manasevics hatten sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt, die Pferdebahnen oder Bahnen mit Gasbetrieb vorgeschlagen hatten. Am 28. September 1899 wurde das erste Teilstück eröffnet, Liepajas Straßenbahn war die erste elektrische auf baltischem Territorium. Ihre ersten Fahrzeuge stammten aus Köln-Ehrenfeld.

Liepajas Tatra-Bahn, Frontansicht, Foto: Jindřich Běťák - Paša darbs, CC BY-SA 3.0, Saite

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