logo
Münster, 18.7.2018
Die baltischen Länder erhalten den Westfälischen Friedenspreis 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 27. Januar 2018 um 16:17 Uhr

Wegen besonderer Bemühungen um Europa gewürdigt

WWL-FriedenspreisVor 370 Jahren wurde in Münster nach einem 30jährigen Gemetzel der Westfälische Frieden geschlossen. Jahrelange Verhandlungen in Münster und Osnabrück waren vorausgegangen. Der Vertrag gilt als wegweisend für eine europäische Friedensordnung. Daran erinnert die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen Lippe (WWL). Seit 1998 ehrt sie Personen aus Politik und Wissenschaft, die sich ihrer Ansicht nach um die europäische Integration verdient gemacht haben. In diesem Jahr soll der Internationale Preis des Westfälischen Friedens gleich an ganze Länder verliehen werden: nämlich Estland, Lettland und Litauen. Deren Staatsoberhäupter Kersti Kaljulaid, Raimonds Vejonis und Dalia Grybauskaite sind für den 14. Juli ins Münsteraner Rathaus geladen, um die mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Das Preisgeld wurde von westfälischen Unternehmern gestiftet. WWL-Vorsitzender Dr. Reinhard Zinkann begründete in einer Presseerklärung die Entscheidung.

Internationaler Preis des Westfälischen Friedens, Foto: WWL

 

„Aufgrund ihrer exponierten Lage als nördliche ‚Außenposten‘ der EU sind Estland, Lettland und Litauen heute nicht frei von einer möglichen Verwundbarkeit. Daher liegt es nahe, sie wegen ihrer besonderen Bemühungen um Integration in Europa zu würdigen und zu stärken.“ Das Thema Frieden bewege die Bevölkerung in den baltischen Ländern seit der Erlangung ihrer Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre auf ganz besondere Weise (wirtschaftliche-gesellschaft.de). Gegenüber den Westfälischen Nachrichten erläuterte Zinkann, dass sich rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Prinzipien in den baltischen Ländern fest etabliert hätten (...)“  (wn.de).

Seit 1998 wurden prominente Politiker, Künstler und Forscher mit dem Westfälischen Friedenspreis  geehrt, unter ihnen Vaclav Havel, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Daniel Barenboim, aber auch die Besatzungen der Internationalen Raumstation. Die WWL hat spezielle wirtschaftspolitische Vorstellungen davon, was den Frieden fördert: "Ziel der Auszeichnung ist es, ein `Europa der Regionen` aktiv zu fördern. Die Wirtschaftliche Gesellschaft vertritt die Überzeugung, dass Wettbewerb und in der Folge Innovationen in kleineren Einheiten einer größeren Gesamtheit besser möglich sind." (wirtschaftliche-gesellschaft.de).

Die Jury-Mitglieder sind Repräsentanten aus christdemokratischen und wirtschaftsliberalen Kreisen: Zinkann selbst ist Jury-Mitglied und Geschäftsführer der Miele AG. Außerdem sind in der Jury vertreten: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Vorsitzende der Atlantik-Brücke Friedrich Merz, der Präsident der Deutschen Bundesbank Dr. Jens Weidmann sowie der Chef des Hauses Hohenzollern Georg Friedrich Prinz von Preußen. Jury-Ehrenmitglied ist Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, dessen Zusage zur feierlichen Preisverleihung aber noch aussteht. Die WWL verleiht gleichzeitig einen Preis für Jugendorganisationen, die sich für den Frieden engagieren. Den erhalten am 14. Juli die Pfadfinder.

 

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||