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Münster, 21.9.2018
Papst Franziskus besucht die baltischen Länder PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 22. März 2018 um 00:00 Uhr

„Mutige Ansprachen des Papstes über viele gesellschaftliche Fragen“

Papstwappen im VatikanDer Papst wird vom 22. bis 25. September 2018 die baltischen Länder besuchen. Seine Stationen sind Vilnius und Kaunas im katholischen Litauen sowie Riga, Aglona und Tallinn in den mehrheitlich protestantischen Ländern Lettland und Estland. Der Bischof Roms hatte die Reise dem lettischen Staatspräsidenten Raimonds Vejonis schon im letzten Jahr zugesagt, am 9. März 2018 gab der Vatikan den Reisetermin bekannt.

Franziskus` Papstwappen in den Vatikanischen Gärten, Foto: Von Burkhard Mücke - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

 

Sich den Ärmsten und Schwächsten zuwenden

Der Besuch findet in dem Jahr statt, in welchem die Balten ihre 100jährigen Staatsjubiläen feiern. Am 24. September wird Franziskus in Lettland erwartet (lsm.lv) . Auf dem Programm steht der Besuch eines ökumenischen Gottesdienstes (im seit Jahrhunderten protestantischen) Dom in Riga, eine Kranzniederlegung am Nationaldenkmal sowie die Weiterfahrt ins katholische Zentrum Lettlands, zur Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt im lettgallischen Aglona. Liepajas katholischer Bischof Viktors Stulpins äußert gewisse Erwartungen: „Ein wichtiger Aspekt sind die mutigen Ansprachen des Papstes über viele für die Gesellschaft bedeutsame Fragen. Ich hoffe, dass auch die in unserem Land gesprochenen Worte manche zum Nachdenken über ihr Tun bringen und sie ermuntern werden, etwas zu ändern, um besser zum Wohl der gesamten Gesellschaft zu dienen.“ In diesem Zusammenhang erinnerte der katholische Pressedienst Lettlands daran, dass Franziskus die Welt auffordere, sich den Ärmsten und Schwächsten zuzuwenden und keine offenen Worte über die gesellschaftliche Ungerechtigkeit zu scheuen. Ebenso fordere er, ein transparentes Finanzsystem im Staat zu entwickeln, ohne dabei finanzielle Verluste zu fürchten. Er spreche über Umweltfragen und appelliere, behutsam mit nicht erneuerbaren Ressourcen umzugehen. Er sorge sich um die Ehre und das Wohlergehen der Familien und um die innere Erneuerung des gläubigen Menschen. (katedrale.lv)

Wallfahrtskirche Aglona

Foto: "Aglona basilica". Via Vikipēdija. GFDL with disclaimers, Saite

Göttlichen Plan für Lettland erkennen

Rigas katholischer Erzbischof Zbignevs Stankevics erinnert daran, dass vor einem Vierteljahrhundert, also kurz nach der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit, schon einmal ein Papst die Letten besucht hat. Damals weihte Johannes Paul II. die Barockkirche von Aglona zur Basilica Minor: „Vor 25 Jahren besuchte Johannes Paul II. Lettland. Seine Visite stärkte unser Wertebewusstsein und ermutigte uns, nach und nach die schwierigen, unsicheren und riskanten Situationen zu bewältigen, die uns damals bevorstanden. 25 Jahre nach dem Besuch von Johannes Paul II. hat Papst Franziskus versprochen, sich bei uns einzufinden, um erneut zu ertüchtigen und zu stärken auf diesem schwierigen Weg der Veränderungen. Er kümmert sich vor allem um jene, die von den Mächtigen der Welt gering geschätzt werden, doch in der Weltgeschichte vollbrachte Gott gerade durch sie große Dinge. Ich bin davon überzeugt, dass Lettland eine besondere Mission im göttlichen Plan anvertraut ist. Daher hilft uns der Besuch des Papstes Franziskus zur bedeutsamen hundertjährigen Jubiläumsfeier, diesen besser zu erkennen, einzuschätzen und zu erfüllen.“

 

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