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Münster, 16.10.2019
Projekt „Parks ohne Grenzen“ führt lettische und russische Garten- und Parkspezialisten zusammen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. September 2019 um 00:00 Uhr

Gemeinsam gegen Baumsterben und Klimawandel

ZirbelkieferUm das Verhältnis Russlands zu seinen mittelosteuropäischen Nachbarn steht es nicht zum Besten. Der mythologisierende Umgang mit der Stalin-Zeit, die umstrittene NATO-Osterweiterung und schließlich der ukrainisch-russische Konflikt seien als Reizworte genannt. Ob die derzeit Regierenden in der Lage sind, die Spannungen zu entschärfen, erscheint ungewiss. Ihnen gehen die politischen Ratgeber aus, die den Krieg teils als Soldat selbst erleben mussten und deshalb um die Bedeutung des Friedens wussten. Wo aber Gefahr ist, wächst bekanntlich das Rettende auch. Vom 23. bis 25. September 2019 trafen sich im nordlettischen Ort Gulbene (deutschbaltisch: Schwanenburg) russische und lettische Park- und Gartenspezialisten, um sich über die Situation solcher Grünflächen in der Zeit der Klimaveränderungen auszutauschen. Vielleicht entsteht ein wechselseitiges Verständnis für gemeinsame Probleme und Interessen jenseits der politischen Frontlinien.

Solche Zirbelkiefern wachsen auch im Juzefova-Park, Foto: Tigerente - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Das Seminar fand im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Projekts „Parks ohne Grenzen“ statt, an dem sich Gemeinde- und Kreisverwaltungen dies- und jenseits der lettisch-russischen Grenze beteiligten: Von lettischer Seite neben Gulbene die Kreise Preili (Prely) und Daugavpils (Dünaburg), von russischer Seite die Kreise Porchow, Pleskau und Welikije Luki sowie die Stadtverwaltung von Kunja. (gulbene.lv)

Deren Experten für Parklandschaften besprachen diverse Themen, entwickelten Vorschläge, wie solche Grünflächen bewirtschaftet und weiter entwickelt werden könnten. Sie sind nicht nur für Tourismus, Erholung und sportliche Freizeitgestaltung der Städter von Bedeutung, sondern auch, um die Folgen klimatischer Veränderungen abzumildern.

Umweltschutz, Begrenzung des Klimawandels und Anpassung gehören zu den Projektzielen. Darüber sprachen die Spezialisten mit örtlichen Gemeindevertretern und Wissenschaftlern der Landwirtschaftlichen Universität Jelgava. Die Seminarteilnehmer besuchten diverse Grünflächen in Lettland, z.B. einen Park im Kreis Daugavpils, den die kommunale Vertreterin Juta Valaine so beschreibt: „Der Juzefova-Park ist ein historischer Park und dessen Situation ist ziemlich traurig, denn viele Bäume befinden sich im beschädigten Zustand.“(lsm.lv)

Der Juzefova-Park in der Gemeinde Naujene, der einst zu einem Gutshof gehörte, ist eine etwa sechs Hektar große Grünfläche, die um 1800 gestaltet wurde und auf der sich über 100 verschiedene, teils exotische Pflanzen- und Baumarten erhalten haben, darunter jahrhundertealte Zirbelkiefern, Korkulmen und Weißpappeln. Die Experten haben hier ein anschauliches Beispiel, ob verschiedene Baumarten höhere Temperaturen und Trockenperioden vertragen. Denn in Zukunft werden die Landschaftsgestalter sich von einigen Baumarten verabschieden und neue erproben müssen. (daba.gov.lv)

 

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