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Münster, 05.6.2020
Lettland: Bislang wurden 305 Menschen positiv auf Covid-19 getestet PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. März 2020 um 11:26 Uhr

Hilfe aus China, Corona verbreitete sich in einer Klinik, kein Freifahrtschein für Rigas Senioren

Jurijs Perevscikovs, Leiter des Zentrums für Krankheitsprophylaxe und -kontrolle (SPKC) gab am Samstagmorgen den neuesten Stand der Covid-19-Testergebnisse bekannt. Bis gestern wurden insgesamt 305 Personen ermittelt, die sich mit dem Corona-Virus infizierten. Davon befinden sich 21 im Krankenhaus, drei Patienten sind im kritischen Zustand und müssen beatmet werden. Vor einigen Tagen vermochten die Mediziner, die Infektionswege der positiv Getesteten noch zurückzuverfolgen. Die Betroffenen sind gerade aus dem Ausland zurückgekehrt und gehören jüngeren oder mittleren Altersgruppen an. Doch am Mittwoch hatte Perevscikovs berichtet, dass erstmals die Infektionswege einiger positiv Getesteter nicht mehr ermittelt werden konnten. Damit kommt das Infektionsgeschehen in Lettland in die zweite Phase, in der sich das Virus innerhalb der Bevölkerung zu verbreiten beginnt. Lettland, das knapp zwei Millionen Einwohner hat, steht mit diesen Infektionszahlen etwas besser da als seine baltischen Nachbarn. In Litauen wurden 358 Menschen positiv getestet, fünf Covid-19-Patienten sind dort gestorben. In Estland, das nur 1,3 Millionen Einwohner hat, sind bereits 575 Menschen positiv getestet und ein Patient ist gestorben (coranavirus.jhu.edu, Stand 28.3.20, 11 Uhr). Natürlich beherrscht auch in Lettland Corona die Schlagzeilen auf virale Weise. Die Pandemie betrifft alle Lebensbereiche; hier nur einige Schlaglichter aus der Meldungsflut der letzten Tage.

Bisherige Verbreitung des Virus` in Lettland, Foto: HueMan1, silraks - Šis fails tika iegūts no:  Latvia, administrative divisions - Nmbrs.svg: , CC BY-SA 4.0, Saite

Masken aus China

Während einige EU-Länder, auch Deutschland, Exportverbote für die Mangelware Atemschutzmasken verhängten, hilft China: In der Nacht zum Sonntag erwarten die Letten das erste Frachtflugzeug aus der nordwestchinesischen Stadt Urumtschi, das 900.000 Gesichtsmasken und 80.000 Atemschutzmasken transportiert. Die Ware wird gleich an lettische Arztpraxen verteilt werden. Weitere Flüge sind geplant. Der Nationale Gesundheitsdienst (NVD) Lettlands hat mehr als vier Millionen Masken bestellt. Die Vertreter des NVD betonen, wie schwierig derzeit die Beschaffung von Schutzmitteln ist. Der NVD kooperiert mit der lettischen Feuerwehr, der Fluggesellschaft Airbaltic und der lettischen Botschaft in Peking (lsm.lv).

 

Virus im Krankenhaus

Das SPKC meldete am Donnerstag, dass eine Kinderchirurgin des Krankenhauses von Rezekne positiv getestet wurde. Darauf wurden sogleich 67 Personen aus ihrem Umfeld getestet, zwei weitere Covid-19-Tests waren positiv. Alle, die mit den Infizierten Kontakt hatten, sollen sich in Quarantäne begeben, dazu gehören auch sieben Ärzte der Klinik, die aber geöffnet bleibt. Ivars Zvidris, der dem Vorstand des Krankenhauses angehört, erklärt, weshalb eine Schließung derzeit nicht geplant ist: “Wir hatten keinen Grund, diese Menschen in Quarantäne zu schicken, denn sie haben keine Symptome. Sie wurden prophylaktisch nur deshalb überprüft, weil sie sich zur selben Zeit mit erkrankten Kollegin auf der Arbeit befanden, aber sie hatten keinen direkten Kontakt.” Die Tests fallen übrigens nicht immer eindeutig aus. Perevscikovs hält in vier Fällen die Testergebnisse für zweifelhaft, sie müssten wiederholt werden (lsm.lv). Wegen einer Covid-19-Infektion wurde in Riga eine Apotheke geschlossen.

 

Senioren müssen sich eine Fahrkarte kaufen

Die Stadt Riga ließ bislang Rentnerinnen und Rentnern, Schülerinnen und Schülern Busse und Straßenbahnen frei benutzen. Doch damit ist es jetzt vorbei. Verkehrsminister Talis Linkaits hatte die Stadt aufgefordert, während der Zeit, in der sich das Virus verbreitet, auch diese Gruppen zahlen zu lassen. So soll das Zusammentreffen von Jung und Alt in den Verkehrsmitteln vermindert werden. Andererseits gewährt der städtische Verkehrsbetrieb jetzt Ärzten und Pflegern freie Fahrt (lsm.lv).

 

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