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Münster, 26.9.2017
Vater und Hamburger Ärzte retteten lettisches Mädchen PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Begegnungen - Begegnungen
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Universitätsklinik in Hamburg-EppendorfAls am 11. September die fünfjährige Airita auf den Operationstisch kam, kämpften die Ärzte der Hamburger Universitätsklinik um ihr Leben: Ihre Leber war zerstört, ihr musste das Stück einer fremden implantiert werden. Die lettischen Kollegen hatten sich schon seit mehreren Tagen um sie bemüht. Zunächst brachten sie Rettungssanitäter aus der nordlettischen Gemeinde Smiltene ins nächste Krankenhaus nach Valmiera. Die Ärzte erkannten ihren bedrohlichen Zustand und beschlossen, sie zu den Spezialisten der Rigaer Kinderklinik zu überführen. Diese stellten wiederum fest, dass der Kleinen nur noch mit einer baldigen Transplantation zu helfen ist. Die Eltern erklärten sich sofort bereit, einen Teil der eigenen Leber zu spenden. Das Organ des Vaters erwies sich als geeigneter. Doch in Lettland ist keine Klinik darauf spezialisiert, an Kindern eine solche Operation durchzuführen. Deshalb wurden die drei nach Hamburg-Eppendorf gebracht. Unverzüglich erfolgten die beiden Operationen. Nach Tagen und Wochen des Bangens stabilisierte sich der Zustand Airitas zusehends. Am 22. November konnte sie nach Riga zurückkehren. Die Ärzte machen ihr Hoffnung, bald wieder nach Hause zu kommen. Natürlich müsse das Kind unter strenger ärztlicher Aufsicht bleiben. Klinik-Direktor Andis Lacis bedankte sich bei allen beteiligten Kollegen für die hervorragende Zusammenarbeit. Die bedrohliche Leberschädigung war die Folge eines verhängnisvollen Versehens gewesen.
Die Hamburger Ärzte konnten Airitas Leben retten, Foto: "Ctsu" auf Wikimedia Commons

Tödliche Verwechslung

Ein Rentnerpärchen, das in einem Mehrfamilienhaus in der Gemeinde Smiltene wohnte, wollte sich und Gästen am 6. September eine Freude bereiten. Die beiden hatten Pilze gesammelt, soviele, dass sie zwei ältere Nachbarn und deren fünfjährige Verwandte Airita mit an den Mittagstisch luden. Die Pilzschnitzel schmeckten offenbar ausgezeichnet, niemand schöpfte Verdacht. Am Abend klagten die Esser dann aber über Erbrechen und Durchfall. Die gerufenen Sanitäter ahnten schnell, dass sich die Erkrankten am Pilzgericht vergiftet hatten und nahmen eine Probe davon mit ins Krankenhaus. Die beiden Senioren hatten irrtümlich eines der giftigsten Gewächse, den Weißen Knollenblätterpilz, zubereitet. Dieser ist leicht mit schmackhaften Speisepilzen zu verwechseln. Für die Sammlerin endete dieser Fehler tödlich. Eigentlich galt das Rentnerpärchen als erfahren. Nachbarn zeigten sich überrascht, dass ein solcher Irrtum geschehen konnte.

Knollenblätterpilz

Dieser Wulstling ist eine der tödlichen Varianten des Knollenblätterpilzes. Häufig werden sie mit Champignons verwechselt, Foto: B. Baldassari auf Wikimedia Commons

 

Rettungskosten

Das Thema `Geld` erscheint in diesem Zusammenhang barbarisch. Doch die lettische Gesundheitsversorgung, die sonst viele Mängel hat, kann so an dieser Stelle einmal gelobt werden. Dem Gesetz nach finanziert nämlich der lettische Steuerzahler die lebensrettende Operation für ein Kind im EU-Ausland, wenn sie im Inland nicht möglich ist. Der lettische Staat beglich daher die Operationskosten in Höhe von 150.000 Euro. Lettische Spender halfen den Eltern. Ein spezieller Kinderfonds zahlte einen Teil der Rechnungen, die mit ihrem Aufenthalt in Hamburg verbunden waren. Dieser Fonds sammelt private Spendengelder unter folgendem Konto:

Bērnu slimnīcas fondam – Für den Kinderkrankenhaus-Fonds

Bank: Hansabanka; Swift-Code: HABALV22; Kontonummer: LV02HABA0551000377020

 

Stand: 28.11.10

UB

 

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