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Münster, 23.3.2017
Mit Domus-Rigensis in die Kurländische Schweiz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. Juli 2014 um 00:00 Uhr

Reisebusse beim Halt in PedvaleDer deutsch-lettische Verein Domus-Rigensis veranstaltete vom 4. bis 6. Juli 2014 seine 23. Kulturtage. Seit fast drei Jahrzehnten kümmern sich die Mitglieder um den kulturellen Austausch. Sie erinnern mit zahlreichen Veranstaltungen an das deutschbaltische Erbe, das ein Teil der lettischen Geschichte ist. Diesmal standen die Tage unter dem Motto: „Riga – Kulturhauptstadt Europas 2014“. Am Freitagabend sprach Frank von Auer im Haberlandsaal des Stadt- und Schifffahrtsmuseums im Namen der Deutsch-Baltischen Gesellschaft ein Grußwort. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit Domus-Rigensis und ließ gleichwohl seine Enttäuschung erkennen, dass im offiziellen Kulturprogramm Rigas die deutschbaltische Historie keine Rolle spielt. Deutschbalten haben den Aufstieg Rigas zur wichtigsten Metropole dieser Region mitgeprägt. Osteuropaexperte Erwin Oberländer schilderte in seinem Vortrag detailliert, wie sich bis 1914 innerhalb von fünf Jahrzehnten Riga zur Industriemetropole entwickelt hatte. Die deutschbaltische Oberschicht besaß daran maßgeblichen Anteil. Doch sie sah bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs nicht ein, dass sie der wachsenden lettischen Mehrheit die politische Teilhabe nicht verwehren konnte. Oberländer bewundert die Entwicklung Rigas als multiethnische Gemeinschaftsleistung. Aber es blieb eine Leistung von Parallelgesellschaften, die ihre eigenen Kirchen und Vereinsräume behielten. Mikus Čeže erläuterte den historischen Wandel an einer bekannten kulturellen Institution. Er zeigte Fotos aus einem Bildband, den er zur Nationaloper erstellt hatte. Einst war es das deutsche Theater. Bilder der Frontfassade aus verschiedenen Epochen verdeutlichen, dass jedes Regime die Säulen mit eigenen Sprüchen und Farben verzierte. Eigentlich wollten die Deutschbalten ein Haus in ihrem typisch neugotischen Stil, doch der Gouverneur verpflichtete sie zu einem weniger schwülstigen, neoklassischen Gebäude, das Ludwig Bohnstedt geplant hatte. Auch am Samstag konnten die Teilnehmer so manches erleben und genießen, vom Konzert mit der Sopranistin Martina Doehring und dem Pianisten Aivars Kalejs bis zur lauschigen Fahrt auf dem Schiff „Vēcrīga“, was „Altriga“ bedeutet. So endete dieser Tag in der goldenen Abendsonne auf der Daugava, die einst Düna hieß. Als Teil für das Ganze wird unter „weiterlesen“ der sonntägliche Ausflug nach Goldingen ausführlicher berichtet.

Die Domus-Rigensis-Gemeinde auf Sonntagsfahrt, Foto: LP

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Wie der Kontakt zu Lettland die Willicher Kultur bereichert - Interview mit Wolfgang Brock, Teil II PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 05. Juni 2014 um 07:38 Uhr

Wolfgang BrockWolfgang Brock ist Geschäftsführer des Deutsch-Lettischen Freundeskreises in Willich-Neersen. Auf einem Frisörstuhl erfuhr er Anfang der 90er Jahre erstmals, dass Lettland seine Hilfe braucht. Damals ahnte er wohl noch nicht, wie fortan sein Einsatz für die Letten sein Leben bestimmen würde. Im ersten Teil berichtete er, wie es mit Benefizkonzerten und Hilfslieferungen begann. Dann vermittelte er Kontakte, um in Smiltene eine Kirche zu errichten und Firmen zu gründen. Inzwischen unterhält Willich eine Städtefreundschaft mit dem 6000-Einwohner-Ort an der estnischen Grenze. Vom Schüleraustausch bis zur Ehe haben die Neersener Lettenfreunde so manche Kontakte gestiftet. Brocks Einsatz bezieht sich nicht nur auf Smiltene. In Willich gründete sich 2006 das Deutsch-Lettische Partnerschaftsforum, Brock wurde Mitglied des Präsidiums.

Wolfgang Brock (rechts), Foto: DLFK

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Die Lettenfreunde vom Niederrhein - Interview mit Wolfgang Brock, Teil I PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 31. Mai 2014 um 00:00 Uhr

Eingang zum Deutsch-Lettischen FreundeskreisDer Fahrer, der den Niederrhein bereist, trifft auf unvergessliche Autobahnschilder. Eine Abfahrt empfiehlt "Willich-Schiefbahn"? Nein! "Willich-Neersen"? Ja! Dort muss ich hin, denn dort werde ich Wolfgang Brock treffen. Tief im deutschen Westen, in diesem kleinen Ort am Flüsschen Niers, befinden sich die Vereinsräume des deutsch-lettischen Freundeskreises e.V. (DLFK e.V.). Willich pflegt eine Städtefreundschaft mit Smiltene in der lettischen Region Vidzeme. Die beiden Orte tauschen nicht nur ihre Schüler aus. Brock, Geschäftsführer des Vereins, berichtet von umfassenden Aktivitäten, die Deutsche und Letten verbinden. Der gelernte Musiker, Theologe und Pädagoge ist vom lettischen Gesang begeistert. Der geborene Westfale und gelernte Rheinländer hat keine lettischen oder deutschbaltischen Verwandten. Die Idee, sich für deutsch-lettische Kontakte zu engagieren, wurde ihm auf dem Frisörstuhl nahegebracht.

Eingang zum "KUDL", das bedeutet "Kultur, Unterhaltung, deutsch-lettisch. Das KUDL ist Zentrum des Deutsch-Lettischen Freundeskreises in Willich-Neersen, Foto: LP

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