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Münster, 25.6.2018
"Lettland - Zauberwelt im Herzen des Baltikums" - HR-Doku über Kurland und Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 25. Oktober 2014 um 00:00 Uhr

Die Dokumentation "Lettland - Zauberwelt im Herzen des Baltikums", die der Hessische Rundfunk am 17.10.2014 ausstrahlte, ist ein Lettland-für-Anfänger-Film. Eigentlich müsste er "Kurland" heißen, denn seine Macher beschränken sich, von Jūrmala und Riga einmal abgesehen, auf den Westen des Landes. Die Kamera zeigt die touristisch reizvolle Perspektive: Naturparks mit Vögeln, Wildpferden und Auerochsen, Wälder bis zum Horizont, die einsame Kiefernküste. Die Besonderheiten lettischer Kultur werden kurz vorgestellt, Daina-Gesänge und die lettische Art, Flundern und Lachs zuzubereiten. Das Fernsehteam bereiste Lettland zur Zeit der Sonnenwende. Deshalb sind auch Szenen des Johannisfestes zu sehen. In den unbesiedelten Weiten des kleinen Landes kann sich der gestresste Zivilisationsmensch erholen und die "Zweisamkeit mit der Natur" genießen, wie es in der Sprache dieser Doku heißt.

Holzfassaden in Kuldīga, Foto: LP

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Lettland: Im Land der Ahnen - Gottfried Bielenstein töpfert im sozialen Betreuungszentrum von Sturisi in Kurland, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. August 2014 um 00:00 Uhr

Sturisi-Hinweisschild aus Holz

Link zum ersten Teil

Wieso wollte Gottfried Bielenstein gerade in Lettland eine solche Werkstätte einrichten? Ein Grund klingt in lettischen Ohren zunächst wenig sympathisch: „Meine Grundüberlegung war: Bevor ich sterbe, möchte ich ordentlich Russisch sprechen. Eigentlich wollte ich dafür noch an die Uni gehen, um diese Sprache richtig zu studieren. Doch mein Orthopäde empfahl mir: `Gehen Sie doch lieber in das Land, wo es gesprochen wird, dann lernen Sie es viel schneller.` Es lag natürlich auf der Hand, nach Russland zu gehen. Das ist aber administrativ unglaublich schwer. Ich habe dort auch keine Behinderteneinrichtung gefunden. Russische Sozialarbeiter haben mir gesagt: `Wir haben nicht die Einrichtungen, die du suchst.` Da dachte ich: `Okay, Lettland liegt mir viel näher am Herzen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung spricht Russisch, ich weiß, dass die Letten darüber nicht glücklich sind, aber es ist so.`“ So machte der Slawophile zur Bedingung, in Lettland eine Einrichtung zu finden, wo er mit dem Personal und den Bewohnern sich auf Russisch verständigen kann. Seine neuen Kollegen von Sturisi waren einverstanden.

An der Zufahrt nach Sturisi, Foto: LP

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Lettland: Im Land der Ahnen - Gottfried Bielenstein töpfert im sozialen Betreuungszentrum von Sturisi in Kurland, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. August 2014 um 00:00 Uhr

BBielenstein an der TöpferscheibeDer nette Taxifahrer, der im westlettischen Talsi an der Busstation wartet, weiß gleich, wohin es geht, als ich ihm den Namen Gottfried Bielenstein mitteile. Er startet den Motor und wir kurven hinter der Kleinstadt durch eine anmutige Hügellandschaft. Im Juli leuchtet das Blattgrün der Wälder unter blauem Himmel. Nach etwa zehnminütiger Fahrt erreiche ich mein Ziel: Sturisi. Inmitten von Wiesen und Wäldern befindet sich eine Art Dorf. Die betagten Häuser scheinen nur teilweise bewohnt. Zwischen kleineren Holzbauten ragen zwei größere Steingebäude aus dem Jahr 1935 hervor. Obwohl einiges renovierungsbedürftig erscheint, wirkt das Areal idyllisch und friedlich. Vor dem Hauptgebäude sehe ich einige Senioren, die in Rollstühlen sitzen, an der Wand sind einige Rollatoren platziert. Vor einem neueren Holzpavillon parkt ein Krankenwagen. Ein jüngerer Bewohner empfängt mich freundlich und offenherzig. Er hört mit seinem Handy Radio und zeigt mir das Gelände. Es fällt mir schwer, ihn mit gängigen Bezeichnungen einzuordnen. Manche würden ihn „psychisch krank“ nennen. Dabei bezweifeln Psychiatriekritiker, ob die Psyche überhaupt wie der Körper `erkranken` kann. In neueren Psychiatriebüchern ist von „psychischen Störungen“ die Rede. Wie dem auch sei: Menschen, die hier leben, haben offenbar Schwierigkeiten, mit dem Alltag zurechtzukommen. Im Dorf Sturisi erhalten sie eine Auszeit, wenn Verwirrung und Erregungszustände die Betroffenen und ihre Angehörigen überfordern. Mein Sturisi-Empfangsmann führt mich zu einem renovierten Holzhaus. Am Eingang steht „Podniecība”, also „Töpferei“. Gottfried Bielenstein begrüßt mich freundlich.

Gottfried Bielenstein in Sturisi an der Töpferscheibe, Foto: LP

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