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Münster, 23.4.2017
Wo die Venta einen Sprung hat - Die lettische Kleinstadt Kuldīga und ihre deutschbaltische Vergangenheit PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. September 2013 um 00:00 Uhr

Fisch-Ornament an der Venta-BrückeVentas Rumba - das klingt nach heißem Tanz mit einer wilden Latina-Schönheit. Doch das ist weit gefehlt, die Venta ist weitaus kühler und gemäßigter. Eine deutsche Übersetzung einer Touristenbroschüre erweckt ebenso falsche Vorstellungen: Ventas Rumba bedeute Windauer Rummel. Aber die Rumba ist auch kein windiger Kirmesplatz. Im Wörterbuch des barocken Sprachforschers Johann Christoph Adelung findet sich eine Erklärung, die auf diesen Rummel irgendwie passt: Eine Menge mehrerer Dinge ohne Wahl, wo Schlechtes und Gutes unter einander ist.“ Dieser Satz stimmt fast überall. Die Deutschbalten benutzten ihr spezielles Rummel-Verständnis für Unordnung in einem Gewässer. Die norddeutschen Nachfahren der Ordensritter und Hanse-Kaufleute waren ehemals die Mitbewohner Lettlands und sprachen ein Deutsch, das zuweilen vom Duden abweicht. Die Ventas Rumba ist die breiteste Stromschnelle Europas, behaupten andere Broschüren. Die Venta ist ein 343 Kilometer langer Fluss, also längst kein Strom. Laut Duden ist eine Stromschnelle aber eine Strecke, auf der ein Fluss plötzlich schneller, reißend fließt.“ Also kann ein Fluss an manchen Stellen doch ein Strom sein, trotzdem erweckt auch das falsche Vorstellungen. Die Venta ist kein Alpenfluss, der über Geröll zu Tal stürzt.

Blick von der Brücke auf Ventas Rumba, Foto: LP

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Spendenaufruf: Eine Töpferwerkstatt für eine Behinderteneinrichtung in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 30. Mai 2013 um 00:00 Uhr

Bewohner von SturisiGottfried Bielenstein engagiert sich für Behinderte. Er lehrt sie das Töpfern. Diese kreative Aufgabe schafft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Was Bielenstein in Berlin macht, möchte er ab nächstes Jahr auch in Lettland versuchen: Mit Hilfe der Deutschen Botschaft in Riga fand er eine Behinderteneinrichtung des lettischen Roten Kreuzes in Sturisi. Die Bewohner werden gut versorgt, doch Anreize für kreative Beschäftigungen fehlen noch. Der Berliner plant, dort eine Töpferwerkstatt einzurichten. Die Lettische Presseschau veröffentlicht deshalb seinen Spendenaufruf.

Die Bewohner von Sturisi, Foto: Gottfried Bielenstein

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Lettland: Gita Umanovska und der Stolz einer lettischen Patriotin auf ihre jüdische Identität PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. März 2013 um 00:00 Uhr

Gita UmanovskaDas Wort „Judentum“ ist für Deutsche kein gewöhnliches und kann es angesichts des Geschehenen wohl auch nicht sein. Heikle Debatten um die Publizisten Henryk M. Broder und Jakob Augstein erweisen es: Die historischen Verbrechen sind keine `wiedergutzu-machenden` und bestimmen die Diskurse bis heute. Doch wer Juden ausschließlich als Opfer der Nazizeit wahrnimmt, degradiert sie zum Objekt der Geschichte. Dabei haben jene, die nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 auszogen, Wesentliches geleistet, um Europa zu zivilisieren. Und noch ein zweites „doch“: Das Jüdische ist in Europa nicht bloß Vergangenheit. In Gestalt von Gita Umanovska, Geschäftsführerin der Rigaer Jüdischen Gemeinde, erlebten die Teilnehmer der `Lettland-Gesprächsrunde` seine quicklebendige Gegenwart, die für Talmud und Davidsstern viel Zukunft verheißt. Markus Schoch, deutscher Pfarrer in Riga, hatte Umanovska am 17.3.13 ins Jugendzentrum in der Mārstaļu iela geladen. Sie erklärte in flüssigem Deutsch, wie Juden nach Lettland kamen. Dabei äußerte sie manch überraschende Einsicht. Das Jüdische entzieht sich der deutschen Kategorisierungssucht: Gita Umanovska legt wert auf ihre jüdische Identität, zugleich ist sie glühende Patriotin der lettischen Nation. Der Hinweis auf eine fremde Herkunft bedeutet in Lettland nichts Diskriminierendes. Es zeigte sich: Was in einem Land als `politisch korrekt` aufgefasst wird, gilt im anderen als Herabsetzung. Und trotz aller Streitereien, die Letten und Juden um die richtige Geschichtsdeutung ausfechten, halten sich antisemitische Diskriminierungen offenbar in Grenzen: „Es ist modern in Lettland Jude zu sein,“ scherzte die studierte Germanistin.

Die Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinde in Riga, Gita Umanovska, Foto: Gita Umanovska

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