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Münster, 23.3.2017
Porträt der kurländischen Kleinstadt Saldus – Teil 2: Traurige Erinnerungen und heitere Attraktionen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. April 2012 um 00:00 Uhr

Lutheranische Kirche im Zentrum von SaldusDie kurländische Kleinstadt auf halbem Wege zwischen Liepāja und Riga hat die Finanz- und Wirtschaftskrise bislang gut bewältigt. Das hiesige Gewerbe überstand die Rezession. Jugendliche finden in verschiedenen Branchen von der Lebensmittelherstellung bis zum Bootsbau eine berufliche Perspektive. Die kommunalen Vertreter setzen EU-Fonds effizient ein. Davon kommt vieles dem Nachwuchs zugute. Die Ratspolitiker investieren in Bildung und Ausbildung. Sie sorgen zudem für ein attraktives Freizeitangebot. So kann die 12000-Einwohner-Stadt ihre Bevölkerung halten. Erst seit 1917 hat Saldus Stadtrechte. Davor galt der Ort als Marktflecken mit wechselvoller Geschichte, deren brutaler Höhepunkt den Saldenieki im 20. Jahrhundert aber noch bevorstand: Saldus lag im Kurlandkessel. In diesem kämpften lettische Legionäre und Soldaten der Wehrmacht bis zum Kriegsende aussichtslos gegen die Rote Armee. Zahlreiche Soldatengräber sind das traurige Resultat. Der größte deutsche Soldatenfriedhof auf lettischem Territorium befindet sich acht Kilometer von Saldus entfernt. Die Stadt, die deutschbaltisch Frauenburg heißt, bietet Touristen neben den Orten der Trauer aber auch Malerisches und Heiteres, dazu zählt seit einigen Jahren der Naturpfad an der Ciecere. Nun kann der Fußgänger den idyllischen Weg verfolgen, den der Venta-Zufluss durch die Stadt nimmt.

Die evangelische Sankt-Johann-Kirche wurde 1737 eingeweiht. Der Maler Janis Rozentals machte sie mit einem Gemälde landesweit bekannt, Foto: LP

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Porträt der kurländischen Kleinstadt Saldus – Teil 1: Das süße Image PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 06. April 2012 um 10:34 Uhr

Innenstadt SaldusSaldus, „die süße Stadt“ in der westlettischen Region Kurzeme (deutschbaltisch: Kurland), trotzte dem Abschwung, der seit der Finanzkrise in manchen Städten des Landes zu beobachten war. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich die 12000-Einwohner-Stadt sichtbar entwickelt: Der Oskars-Kalpaks-Platz, der Festplatz im Zentrum, wurde neu begrünt und mit hellen Pflastersteinen belegt. Die öffentlichen Gebäude sind renoviert. Gehsteige haben die alten Holperpfade ersetzt. Im kleinen Zentrum sieht man neue Bauten und Geschäfte. Auf einigen Baustellen lärmen die Arbeiter. Manche Fassade der Privathäuser blättert und bröckelt, doch alle scheinen bewohnt und man entdeckt keine alte oder neue Bauruine oder Immobilien, die zum Verkauf stehen. Im Gegensatz zu vielen anderen lettischen Gebieten konnte Saldus seine Einwohnerzahl halten. Junge Erwachsene, die in Riga studierten, kommen gern in ihre Heimat zurück. Ieva Ancevska, Leiterin des Tourismusbüros, weiß die Gründe, warum den Saldenieki, also den Einwohnern von Saldus, vor der Zukunft nicht bange sein muss. Die Stadtväter und –mütter, derzeit ist Indra Rassa Bürgermeisterin, sorgten dafür, dass sich ein vielfältiges Gewerbe angesiedelt hat, das Jugendlichen eine berufliche Perspektive bietet. Die Stadt ist zwar kein touristisch-historisches Juwel wie etwa die benachbarte Herzogsstadt Kuldīga. Aber auch Saldus ist beschaulich, ohne zu langweilen. Auf dem Weg zwischen Liepāja und Riga bietet der Ort am Venta-Zufluss Ciecere Gelegenheit, die reizvollen Seiten der lettischen Provinz kennenzulernen. Besonders in den sonnigen Monaten, wenn die Pflanzen am Naturpfad in der Innenstadt blühen, ist ein Zwischenaufenthalt in der Stadt, die deutschbaltisch „Frauenburg“ heißt, empfehlenswert. Im ersten Teil des Saldus-Porträts werden Ihnen einige Mythen um den Stadtnamen und typische Gewerbe der Stadt präsentiert, im zweiten Teil sind in einer Woche die Angebote für Jugendliche, der Naturpfad an der Ciecere und andere Freizeitmöglichkeiten das Thema.

Die Innenstadt von Saldus, Foto: LP

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Lettland: Im April kehren die Zugvögel zurück PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 04. April 2012 um 14:43 Uhr

Der Storch von MersragsIm Frühherbst schaut man betrübt auf die großen, breiten Nester, die vielerorts die lettischen Strommasten am Straßenrand zieren. Ihre Bewohner, die Weißstörche, haben ihren Bau verlassen. Sie befinden sich auf ihrem Flug über die Türkei oder Gibraltar, um im Winter ein warmes und feuchtes Plätzchen südlich der Sahelzone zu finden. Dann fallen an der Bernsteinküste die Blätter und die kalte und dunkle Jahreshälfte beginnt. Um so freudiger erblickt man im Frühjahr den Rückflug der weißen Schar mit den schwarzen Federn. Dann bevölkern einzelne Störche, Storchenpaare oder bald ganze Storchenfamilien wieder die Nester. Warme Sonnenstrahlen hellen die grünende Landschaft und die eigene Stimmung wieder auf. Und in den weiten lettischen Wäldern hört man erneut Vogelgesang, tatsächlich nur ein darwinistisches Gerangel um Revier und Fortpflanzung, das in unseren Ohren aber recht lieblich und erholsam klingt. Lettlands Ornithologische Gesellschaft, die im Programm GoGreen mit einem großen deutschen Dienstleistungskonzern kooperiert, kürte nun den April zum Empfangsmonat der Zugvögel.

Der Storch im kurländischen Ort Mersrags, Foto: LP

 

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