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Münster, 21.10.2018
Die Lettenfreunde vom Niederrhein - Interview mit Wolfgang Brock, Teil I PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 31. Mai 2014 um 00:00 Uhr

Eingang zum Deutsch-Lettischen FreundeskreisDer Fahrer, der den Niederrhein bereist, trifft auf unvergessliche Autobahnschilder. Eine Abfahrt empfiehlt "Willich-Schiefbahn"? Nein! "Willich-Neersen"? Ja! Dort muss ich hin, denn dort werde ich Wolfgang Brock treffen. Tief im deutschen Westen, in diesem kleinen Ort am Flüsschen Niers, befinden sich die Vereinsräume des deutsch-lettischen Freundeskreises e.V. (DLFK e.V.). Willich pflegt eine Städtefreundschaft mit Smiltene in der lettischen Region Vidzeme. Die beiden Orte tauschen nicht nur ihre Schüler aus. Brock, Geschäftsführer des Vereins, berichtet von umfassenden Aktivitäten, die Deutsche und Letten verbinden. Der gelernte Musiker, Theologe und Pädagoge ist vom lettischen Gesang begeistert. Der geborene Westfale und gelernte Rheinländer hat keine lettischen oder deutschbaltischen Verwandten. Die Idee, sich für deutsch-lettische Kontakte zu engagieren, wurde ihm auf dem Frisörstuhl nahegebracht.

Eingang zum "KUDL", das bedeutet "Kultur, Unterhaltung, deutsch-lettisch. Das KUDL ist Zentrum des Deutsch-Lettischen Freundeskreises in Willich-Neersen, Foto: LP

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Mit historischen Quellen die Geschichtsschreibung überprüfen - Manfred von Boetticher im Interview PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 27. Februar 2014 um 00:00 Uhr

Historische Karte der Region LivlandManfred von Boettichers Leitspruch "ad fontes - zurück zu den Quellen" führte ihn in die historischen Archive. Der Historiker und Slawist schloss seinen beruflichen Werdegang als Leiter des Hauptstaatsarchivs Hannover ab. Doch an Ruhestand denkt der unermüdliche Forscher keineswegs. Nun hat er Zeit, in einem weiteren Sinne zu den Quellen zurückzukehren. Er erinnert sich an die Herkunft seiner Familie aus der baltischen Region, erforscht Quellen zur baltischen Geschichte, lehrt u.a. lettische Germanisten und Historiker in Riga, diese alten Handschriften zu entziffern. Als Göttinger Student war ihm in den sechziger Jahren, der Zeit des Generationenkonflikts, die deutschbaltische Nostalgie zuwider. Doch auch damals galt sein Interesse dem Osten. Er lernte Russisch, konnte nun in historischen Seminaren Dokumente lesen, die seine Kommilitonen nicht verstanden. "Ad fontes" bedeutet, gängige Vorstellungen zu überprüfen, ob wohlfeile, vielfach abgeschriebene und ideologisch verbrämte Interpretationen überhaupt mit der historischen Wirklichkeit übereinstimmen. Es bedeutet auch, Neues in den alten Papieren zu entdecken, Geschichte immer wieder neu zu re-konstruieren.

Livland-Karte von Abraham Ortelius, erschienen in Antwerpen im 16. Jahrhundert, Foto: Wikimedia Commons, Quelle

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„Man kann nicht den assimilieren, der sich nicht assimilieren will“ - Interview mit Austris Grasis, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 21. November 2013 um 00:00 Uhr

Eine Reihe russischsprachiger ZeitungenIm ersten Teil des Interviews berichtete Austris Grasis von seinem Leben im Exil und seiner Teilnahme an der lettischen Volksfront-Bewegung, die die Unabhängigkeit ihres Landes im gewaltlosen Kämpfen von 1990/91 wiedererlangte. Für die Mehrheit war das eine große Freude und Erleichterung, doch etwa 700.000 Einwohner wurden auf einmal staatenlos. Sie waren erst nach dem Einmarsch der Roten Armee im Juni 1940 immigriert, nachdem die sowjetischen Herrscher die baltische Region okkupiert hatten oder sie waren die Nachfahren dieser Einwanderer. Bis heute spaltet die antifaschistisch-russische und antibolschewistisch-lettische Erinnerungskultur die Bevölkerung. Zudem schwelen weiterhin Sprachkonflikte. Im zweiten Teil äußert Grasis seine Meinung, warum er den lettischen Beschluss, zunächst nur jenen die Staatsbürgerschaft zu erteilen, die sie vor der Okkupation schon innehatten (bzw. ihren Nachfahren) für richtig und warum er die Forderung, die Schulen für sprachliche Minderheiten abzuschaffen, für falsch hält.

Russische Zeitungen in Lettland, Foto: lv.wikipedia.orgLizenz

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