logo
Münster, 23.4.2017
Ligo, Ligo! PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. Juni 2012 um 00:00 Uhr

Ligo-Feier bei Austris GrasisAm 23. und 24. Juni herrscht in Lettland Ausnahmezustand, denn dann feiert das Volk das Johannisfest zur Sonnenwende. Doch vom christlichen Täufer ist an diesen Tagen wenig zu bemerken. Denn die Letten feiern vor allem ihre Sonnengöttin Saule, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Für dieses spezielle Feiern mit Līgo-Gesängen haben die Letten ein eigenes Verb: `līgot`, was aber auch `schaukeln` bedeutet. Auch in Deutschland haben Sie Gelegenheit mitzumachen: Auf dem Bonner Annaberg hat das Jānis-Fest seit vielen Jahren Tradition. Auch hier können Sie Bier, Kümmelkäse und kleine Speckkuchen genießen und dazu die Gesänge und Tänze rund um das Feuer verfolgen bzw. mitmachen. Wer sich in Lettland befindet, wird an jedem Ort des Landes öffentliche Veranstaltungen finden. Die Webseite liveriga.com präsentiert einen Ligo-Veranstaltungskalender in englischer Sprache.

 

Die Līgo-Feier bei Austris Grasis in Mazsalaca ist landesweit bekannt, Foto: LP

Weiterer LP-Artikel zum Thema:

Lettland: Johannisnacht zwischen Farnblumen und Geräuchertem vom Reifengrill

 

 

 

 
Porträt der kurländischen Kleinstadt Saldus – Teil 2: Traurige Erinnerungen und heitere Attraktionen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. April 2012 um 00:00 Uhr

Lutheranische Kirche im Zentrum von SaldusDie kurländische Kleinstadt auf halbem Wege zwischen Liepāja und Riga hat die Finanz- und Wirtschaftskrise bislang gut bewältigt. Das hiesige Gewerbe überstand die Rezession. Jugendliche finden in verschiedenen Branchen von der Lebensmittelherstellung bis zum Bootsbau eine berufliche Perspektive. Die kommunalen Vertreter setzen EU-Fonds effizient ein. Davon kommt vieles dem Nachwuchs zugute. Die Ratspolitiker investieren in Bildung und Ausbildung. Sie sorgen zudem für ein attraktives Freizeitangebot. So kann die 12000-Einwohner-Stadt ihre Bevölkerung halten. Erst seit 1917 hat Saldus Stadtrechte. Davor galt der Ort als Marktflecken mit wechselvoller Geschichte, deren brutaler Höhepunkt den Saldenieki im 20. Jahrhundert aber noch bevorstand: Saldus lag im Kurlandkessel. In diesem kämpften lettische Legionäre und Soldaten der Wehrmacht bis zum Kriegsende aussichtslos gegen die Rote Armee. Zahlreiche Soldatengräber sind das traurige Resultat. Der größte deutsche Soldatenfriedhof auf lettischem Territorium befindet sich acht Kilometer von Saldus entfernt. Die Stadt, die deutschbaltisch Frauenburg heißt, bietet Touristen neben den Orten der Trauer aber auch Malerisches und Heiteres, dazu zählt seit einigen Jahren der Naturpfad an der Ciecere. Nun kann der Fußgänger den idyllischen Weg verfolgen, den der Venta-Zufluss durch die Stadt nimmt.

Die evangelische Sankt-Johann-Kirche wurde 1737 eingeweiht. Der Maler Janis Rozentals machte sie mit einem Gemälde landesweit bekannt, Foto: LP

Weiterlesen...
 
Porträt der kurländischen Kleinstadt Saldus – Teil 1: Das süße Image PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 06. April 2012 um 10:34 Uhr

Innenstadt SaldusSaldus, „die süße Stadt“ in der westlettischen Region Kurzeme (deutschbaltisch: Kurland), trotzte dem Abschwung, der seit der Finanzkrise in manchen Städten des Landes zu beobachten war. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich die 12000-Einwohner-Stadt sichtbar entwickelt: Der Oskars-Kalpaks-Platz, der Festplatz im Zentrum, wurde neu begrünt und mit hellen Pflastersteinen belegt. Die öffentlichen Gebäude sind renoviert. Gehsteige haben die alten Holperpfade ersetzt. Im kleinen Zentrum sieht man neue Bauten und Geschäfte. Auf einigen Baustellen lärmen die Arbeiter. Manche Fassade der Privathäuser blättert und bröckelt, doch alle scheinen bewohnt und man entdeckt keine alte oder neue Bauruine oder Immobilien, die zum Verkauf stehen. Im Gegensatz zu vielen anderen lettischen Gebieten konnte Saldus seine Einwohnerzahl halten. Junge Erwachsene, die in Riga studierten, kommen gern in ihre Heimat zurück. Ieva Ancevska, Leiterin des Tourismusbüros, weiß die Gründe, warum den Saldenieki, also den Einwohnern von Saldus, vor der Zukunft nicht bange sein muss. Die Stadtväter und –mütter, derzeit ist Indra Rassa Bürgermeisterin, sorgten dafür, dass sich ein vielfältiges Gewerbe angesiedelt hat, das Jugendlichen eine berufliche Perspektive bietet. Die Stadt ist zwar kein touristisch-historisches Juwel wie etwa die benachbarte Herzogsstadt Kuldīga. Aber auch Saldus ist beschaulich, ohne zu langweilen. Auf dem Weg zwischen Liepāja und Riga bietet der Ort am Venta-Zufluss Ciecere Gelegenheit, die reizvollen Seiten der lettischen Provinz kennenzulernen. Besonders in den sonnigen Monaten, wenn die Pflanzen am Naturpfad in der Innenstadt blühen, ist ein Zwischenaufenthalt in der Stadt, die deutschbaltisch „Frauenburg“ heißt, empfehlenswert. Im ersten Teil des Saldus-Porträts werden Ihnen einige Mythen um den Stadtnamen und typische Gewerbe der Stadt präsentiert, im zweiten Teil sind in einer Woche die Angebote für Jugendliche, der Naturpfad an der Ciecere und andere Freizeitmöglichkeiten das Thema.

Die Innenstadt von Saldus, Foto: LP

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weiter > Ende >>

Seite 5 von 9

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||