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Münster, 15.12.2018
Lettland: Im April kehren die Zugvögel zurück PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 04. April 2012 um 14:43 Uhr

Der Storch von MersragsIm Frühherbst schaut man betrübt auf die großen, breiten Nester, die vielerorts die lettischen Strommasten am Straßenrand zieren. Ihre Bewohner, die Weißstörche, haben ihren Bau verlassen. Sie befinden sich auf ihrem Flug über die Türkei oder Gibraltar, um im Winter ein warmes und feuchtes Plätzchen südlich der Sahelzone zu finden. Dann fallen an der Bernsteinküste die Blätter und die kalte und dunkle Jahreshälfte beginnt. Um so freudiger erblickt man im Frühjahr den Rückflug der weißen Schar mit den schwarzen Federn. Dann bevölkern einzelne Störche, Storchenpaare oder bald ganze Storchenfamilien wieder die Nester. Warme Sonnenstrahlen hellen die grünende Landschaft und die eigene Stimmung wieder auf. Und in den weiten lettischen Wäldern hört man erneut Vogelgesang, tatsächlich nur ein darwinistisches Gerangel um Revier und Fortpflanzung, das in unseren Ohren aber recht lieblich und erholsam klingt. Lettlands Ornithologische Gesellschaft, die im Programm GoGreen mit einem großen deutschen Dienstleistungskonzern kooperiert, kürte nun den April zum Empfangsmonat der Zugvögel.

Der Storch im kurländischen Ort Mersrags, Foto: LP

 

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Weihnachtliches aus dem Schloss Rundale PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 23. Dezember 2011 um 00:00 Uhr

Weihnachtsbaum im Weißen Saal des SchlossesAm 19.12.2011 lud der `Schlossherr` Imants Lancmanis in den Weißen Saal seines barocken Anwesens. Dieser Raum ist mit seinen zahlreichen Stuckmotiven und feudalen Kronleuchtern so etwas wie die gute Stube Lettlands. Hier feiern auch die Staatspräsidenten des Landes und gut Betuchte können sich im feudalen Gemäuer das Ja-Wort geben. Diesmal öffnete Lancmanis das Löwentor des Schlosses für eine besondere Gästeschar. Etwa 200 Besucher kamen zur bereits dunklen Stunde des späten Nachmittags, um vorweihnachtlich den Abschluss der Wohltätigkeitswoche Dāvā no sirds! (Schenke vom Herzen!) zu feiern. Die Einwohner des Bezirks Rundale (deutschbaltisch: Ruhental) spendeten Kleider, Nützliches für den Haushalt und Spielzeug. Geld wurde für eine kleine, tapfere Dame gesammelt. Schließlich schaute sich auch der Nikolaus mit einem außergewöhnlich freundlichen Begleiter das muntere Treiben an.

Unter dem Weihnachtsbaum im Weißen Saal versammelten sich die Rundaler zur vorweihnachtlichen Abschlussfeier, Foto: LP

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Mit 810 noch eine fesche Braut: Riga feiert Geburtstag PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 06. August 2011 um 00:00 Uhr

Rigas WappenDas, was man beim Menschen am Gesicht misst, macht bei Städten die Altstadt aus. Und Städte haben ihren Erbauern dabei so manches voraus: Sie werden nicht nur wesentlich älter, sondern, von architektonischen Kosmetikern betreut, im hohen Alter noch immer schöner und attraktiver. Die Metropole Riga, die der lettische Schriftsteller Andris Kolbergs in seiner Stadtgeschichte als “alte Dame” beschreibt, wird mit 810 Jahren in ihrem Gesicht, also in ihrem historischen Zentrum, eine zunehmend feschere Hanse-Braut, die das Urteil ihrer touristischen Verehrer nicht scheuen muss. (Die hässliche Orangenhaut um die Hüften und die Krampfadern, diese Problemzonen, die bei Städten Plattenbauviertel und Ausfallstraßen heißen, ignoriert der Riga-Liebhaber). Und die größte Metropole der baltischen Länder reizt nicht nur mit frisch restaurierter Altstadt, sondern ebenso mit einem üppigen Dekolleté, also einer recht prächtigen Neustadt, die aus Jugendstilzeiten stammt. Dazwischen mag der Verehrer an der Halskette, also in den Parks am Stadtkanal schmachten, wo eine Barkasse ihre Bootsgäste durch die Brücken gondelt. Die Riga-Biographen berichten, dass sie vor 810 Jahren das Licht der Welt erblickte und der Bremer Domherr Albert von Buxthoeven ihr Vater ist. Er und seine Pilger konnten schreiben und daher der Nachwelt vieles verkünden. Aber 1201, als Albert hier seinen Bischofssitz errichtete, siedelten längst baltische Stämme an diesem Naturhafen der Daugava. Doch es ziemt sich nicht, eine Dame älter zu machen und daher feiern die Letten ihre Hauptstadt gemäß des deutschbaltisch verzeichneten Geburtsdatums. Vom 19. bis 21. August 2011 können auch Gäste aus dem Ausland mitfeiern und lettische Lebensart auf den Straßen und in den Parks, in Konzertsälen und Museen kennen lernen.

Rigas Stadtwappen - die Stadtväter vermissen die Schlüssel, Graphik: Wikimedia Commons

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. August 2011 um 12:33 Uhr
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