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Münster, 28.3.2017
Die Landschaften um Roja – Lauschige Herbsttage an der Rigaer Bucht PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. Oktober 2015 um 08:23 Uhr

Der Hafen von RojaLettlandfahrer sollten einen Besuch in der Provinz einplanen. Der Gegensatz zwischen Stadt und Land ist hierzulande schärfer und reizvoller. Wer die baltische Metropole Riga verlässt, kommt in unbewohnte Gegenden. Erst nach vielen Kilometern bemerkt man wieder etwas Zivilisation, etwa ein Dorf mit ein paar Hundert Einwohnern. Dazwischen erstrecken sich Kiefern- und Birkenwälder, Wiesen, auf denen hin und wieder eine Kuh grast. An einem sonnigen Oktobertag empfiehlt sich eine Reise durch lettische Landschaften besonders. Der Erholungssuchende wird die Fahrt entlang der Rigaer Bucht genießen. Die Laubbäume leuchten nun goldgelb und rot, manche Schornsteine rauchen schon und mitunter erhascht man einen Blick auf die Ostsee. An der sollte man unbedingt mehrmals pausieren. Die Küste ist hier abwechslungsreich. Manchmal grenzt das Schilf bis ans Wasser, dann wiederum kann man kilometerweit auf weißem Sandstrand wandern, ohne einem Menschen zu begegnen. Dann liegen rund gespülte Steine über den Sand verstreut oder ragen mit ihren Kuppen aus dem Meer. Hinter dem Strand beginnen die Kiefernwälder. Manchmal reichen Gärten bis zur Sandküste oder ein Friedhof gewährt seinen Bewohnern am Meeresufer die letzte idyllische Ruhestätte. Auf einem solchen Weg erreicht man Roja.

Rojas Hafen, Foto: "Rojas osta 1999-07-17". Via Vikipēdija.

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Die Stadt Liepāja (Libau) zwischen Ab- und Aufbruch PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 03. September 2015 um 00:00 Uhr

Gesprengter Betonblock der zaristischen Festung, der in der Ostsee versinkt

Betonfetzen der zaristischen Festung versinken in der Ostsee, Foto: LP

Liepāja, Lettlands drittgrößte Stadt, die noch knapp 76.000 Einwohner zählt, wirkt auf Besucher so vielfältig und kontrastreich wie eine Großstadt. Wer hier flaniert, sieht historistische Altstadtfassaden, Holzhäuser mit pechschwarzen Wänden, einst vornehme, nun leere Kurgebäude, verlassene Industriebauten, eine renovierte Hafenanlage zwischen weißen Sandstränden und Kiefernwäldern. Im Norden, nur mit einer eisernen Drehbrücke mit der Innenstadt verbunden, führt das alte Kriegshafenviertel ein Eigenleben. Hier ist die Kiefernküste von großen zersprengten Betonteilen einer zaristischen Festung durchsetzt. Lettlands größte orthodoxe Kirche befindet sich im Zentrum des abgesonderten Stadtteils. Ihre goldenen Kuppeln leuchten über kastenförmige, abgenutzt erscheinende Wohnbauten hinweg. Die historistischen Fassaden der Militärgebäude bröckeln. Der Abbruch hat seinen speziellen Charme. Die Festungsfetzen, die allmählich in der Ostsee versinken, dienen Fotografen als Kunstobjekte. Die russische Armee zerstörte ihr Bollwerk, bevor es im Ersten Weltkrieg den Deutschen in die Hände fiel. Deren Kriegsschiffe bedrohten die Hafenmetropole bereits am 2.8.1914, ein Tag nach der deutschen Kriegserklärung an Russland. Liepāja bekam fast alle Übel ab, die Europas Geschichte des 20. Jahrhunderts bereithielt.

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Militärgefängnis in Liepāja: Drillpädagogik für Touristen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Juli 2015 um 00:00 Uhr

Kriegsgefängnis Liepaja

Das ehemalige Militärgefängnis der lettischen Ostseehafenstadt Liepāja (deutschbaltisch: Libau) zeugt von stalinistischer und nationalsozialistischer Brutalität. Heutige Besucher erfahren in zweistündiger Gefangenschaft die Leidensgeschichte der ehemaligen Inhaftierten.

Das Kriegsgefängnis in Liepāja, Foto: LP

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