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Münster, 03.8.2020
Lettische Bevölkerung schrumpft langsamer PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 09. Juli 2020 um 00:00 Uhr

Riga ist nur noch so groß wie Stuttgart

Skulptur zur Überbevölkerung in MettmannLettland gehört zu den Ländern in der EU, die fortwährend Einwohner verlieren. Einerseits ist der sogenannte “natürliche Saldo” stets negativ - mehr Letten sterben als geboren werden, andererseits verlassen mehr Menschen die mittlere Baltenrepublik als neue Einwohner aus dem Ausland hinzukommen. Doch zumindest beim Migrationssaldo gibt es Hoffnung: Er ist zwar immer noch negativ, aber im letzten Jahr war sein Defizit so gering wie seit 1989 nicht mehr. Das Zentrale Statistikamt veröffentlichte einige kennzeichnende Zahlen zur lettischen Bevölkerung (csb.gov.lv).

Skulptur in Mettmann, Foto: Fährtenleser - Eigenes Werk, CC0, Link

 

Einwohnerzahlen der baltischen Länder, in Millionen

Bevölkerung, baltische Länder

Die Bevölkerung der baltischen Länder schrumpft kontinuierlich. Am stärksten ist der Rückgang in Litauen, 2011 wohnten im südlichsten Land des Baltikums noch 3.052.588 Menschen, 2019 waren es nur noch 2.794.184. In Lettland verringerte sich die Bevölkerungszahl in dieser Zeit von 2.074.605 auf 1.919.968 Einwohner. In Estland blieb die Einwohnerzahl stabil: Im kleinsten Land des Baltikums wohnten 2011 1.329.660 und 2019 1.324.820 Menschen. Quelle: Eurostat.

 

Lettischer Bevölkerungssaldo, in Tausend

Bevölkerungssalden lettischer Regionen

In den Jahren der Finanzkrise verlor Lettland besonders viele Einwohner. Arbeitskräfte suchen besser bezahlte Arbeit im westlichen Ausland. Dadurch fehlen in einigen Berufsbereichen bereits Arbeitskräfte, die dann aus der Ukraine oder aus mittel- und ostasiatischen Ländern angeheuert werden, wo noch weniger verdient wird (LP: hier). Seit 2017 verringert sich das Minus im Migrationssaldo; 2019 betrug er “nur” minus 3.400 - der relativ beste Wert seit 1989. Insgesamt verlor Lettland aber immer noch 12.300 Einwohner. Quelle: CSP.

 

Anteile an der lettischen Bevölkerung in Prozent im Jahr 2019:

Männer

46,2

Frauen

53,8

Kinder und Jugendliche

16

Erwachsene, erwerbsfähiges Alter

60,9

Erwachsene, Rentenalter

23,1

Lettische Staatsbürger

86,3

Lettische Nichtbürger

10,4

Ausländer

3,3

Lettische Herkunft

62,5

Russische Herkunft

24,7

Weißrussische Herkunft

3,2

Ukrainische Herkunft

2,3

Polnische Herkunft

2

andere Herkunft

5,3

Unverheiratete (ab 18)

29

Verheiratete (ab 18)

45,1

Geschiedene (ab 18)

15,3

Verwitwete (ab 18)

10,6

Die Zahl der “Nichtbürger”, also meistens Russischstämmige, die keinen lettischen Pass, aber ein lebenslanges Aufenthaltsrecht haben, hat sich weiter verringert; ihre Kinder erhalten inzwischen automatisch die lettische Staatsbürgerschaft. Frauen leben in Lettland deutlich länger als Männer. Das angeblich starke Geschlecht verkürzt sein Leben durch ungesunde und riskante Lebensweise oder fällt als Wendeverlierer dem Alkohol zum Opfer (LP:hier). Quelle: CSP.

Bevölkerungssalden lettischer Regionen 2019 im Vergleich zum Vorjahr:

Migrationssaldo, lettische Regionen

Nur das Umland Rigas konnte zulegen, offenbar “migrieren” manche Letten aus der Hauptstadt in die Nachbarorte, wo die Lebenshaltungskosten billiger sind. Riga verlor im letzten Jahr mehr Einwohner als die ostlettische Region Lettgallen (Latgale), die wirtschaftlich das Schlusslicht bildet. Riga war im Jahr 1989 fast eine Millionenstadt: Damals waren 919.455 Einwohner gemeldet, 2019 waren es nur noch 632.614. Quelle: CSP.

 
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