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Münster, 11.12.2017
Die Turmspitze des Rigaer Doms strahlt im frischen Kupferglanz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 31. Oktober 2015 um 00:00 Uhr

Rigas kupferne DomspitzeÜber den Dächern der Rigaer Altstadt leuchtet seit einigen Woche die Domspitze. Monatelang war sie wegen Restaurierungsarbeiten verhüllt. Nun ist das erfreuliche Ergebnis sichtbar. Das vormals düstere Dach hat nun eine helle Kupferschicht. Schmied Pēters Koroļs verlieh auch dem Wetterhahn neuen Goldglanz. Die städtische Luftverschmutzung hatten seinem blechernen Gefieder schwer zugesetzt. Nun muss er wieder in 90 Metern Höhe seinen Kamm nach dem Wind richten. Die Dacherneuerung ist Teil der dringend notwendigen Restaurierungsarbeiten, die größtenteils aus dem Regionalen Entwicklungsfonds der EU finanziert werden.

Rigas erneuerte Domspitze, Foto: LP

Die Restaurierungsarbeiten betreffen Teile der Kirche und der Klosteranlage. Unter anderem wurde die hölzerne Konstruktion des unteren Turmdachs aus dem 16. Jahrhundert erneuert. Die Gesamtkosten sollen nach Angaben des Kulturministeriums 6.519.430 Euro betragen, davon übernimmt die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Lettlands 977.914 Euro, den Rest zahlt die EU. Der Grundstein für den Dom wurde Anfang des 13. Jahrhunderts im Beisein Alberts von Buxthoeven, des ersten Rigaer Bischofs, gelegt. Riga wurde früh lutheranisch, 1524 fiel das Dominventar protestantischen Bilderstürmern zum Opfer. Sie nahmen u.a. das Marienbild vom Altar und warfen es in die Daugava, um es einer Hexenprüfung zu unterziehen. Da es schwamm, wurde es anschließend verbrannt. Der letzte katholische Erzbischof, Wilhelm von Brandenburg, verkaufte das schwer beschädigte Gebäude 1561 an den protestantischen Stadtrat. 1884 errichtete die deutsche Firma E.F. Walker auf der Empore die damals größte Kirchenorgel der Welt. Seit 1991 ist der Dom im Besitz der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lettlands.

 

 

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