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Münster, 26.3.2019
Klirrende Kälte in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 31. Januar 2012 um 11:08 Uhr

SchneespurenDas Quecksilber hat sich ins Thermometer-Kügelchen verkrochen. Wer jetzt seine Ohren nicht schützt, hat bald keine mehr. Der lettische Winter bleibt abwechslungsreich. Glich er zum Jahreswechsel noch einem verregneten und stürmischen Herbst, verwandelt er nun das zarte Ostseeklima in sibirische Kälte, deren Ende noch nicht absehbar ist. Diese gibt sich sonnig schön, macht aber bei Temperaturen bis minus 20 Grad und mehr, wie sie im ostlettischen Lettgallen mancherorts zu messen sind, den Spaziergang ohne Mütze, Schal, zweiten dicken Pullover unter dem Mantel, Handschuhe, lange Unterhose und gleichsam dicke Socken in festen Schuhen zum riskanten Unterfangen. Bereits diese Anziehprozedur verleidet den Gang ins Freie. Zehn Minuten reichen, um sich ungeschützt Gliedmaßen abzufrieren. Die Medien geben Tipps, wie man sich vor Erfrierungen schützt. Besonders Obdachlose sind betroffen.

Schnee bedeckt nun allenthalben Lettland, Foto: LP

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Sturmtief Ulli suchte auch Lettland heim, das in hundert Jahren zu einer Gaiziņkalns-Hallig werden könnte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 16:36 Uhr

Heftige Stürme, die Großbritannien aufwirbeln, zerzausen ein bis zwei Tage später auch die Bernsteinküste. Am 5. Januar fegte Ulli über die lettischen Ostseestrände. In der Hafenstadt Ventspils erreichte der Sturm mit 111,6 Stundenkilometern fast Orkanstärke. Größere Schäden meldeten Polizei und Feuerwehr nicht. Doch die Zeit brausender Luftmassen bereitet den Reparaturkolonnen des Stromversorgers Latvenergo stets viel Arbeit: Dann sind tausende Haushalte ohne Strom, weil in der Provinz an vielen Stellen die Überlandleitungen unterbrochen sind. Klimaveränderungen lassen sich mit einem einzelnen außergewöhnlichen Wetterereignis nicht nachweisen. Dennoch nutzte Jānis Brizga, Leiter der Nichtregierungsorganisation Zaļā brīvība (Die grüne Freiheit) die stürmische Witterung für eine beunruhigende Prognose.

Sturm knickt die Bäume, Foto: W.J.Pilsak auf Wikimedia Commons

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Lettland: Herbststimmung auf der Insel Dole - Das kleine Daugava-Museum lockt mit Überraschungen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 07. Oktober 2011 um 16:40 Uhr

Daugava_museumDer Wald wird falb, die Blätter fallen,
Wie öd und still der Raum!
Die Bächlein nur gehn durch die Buchenhallen
Lind rauschend wie im Traum,
Und Abendglocken schallen
Fern von des Waldes Saum.

Joseph von Eichendorff, Im Herbst

 

Kaum ein Dichter hat trefflicher beschrieben, was “Seelenlandschaft” bedeutet, und es gibt auf der Welt kaum einen besseren Ort als das reich bewaldete Lettland, um eine solche im Herbst zu erleben. Doch sollte man einen sonnigen Tag erwischen, bei finsterer Bewölkung und Nässe allenthalben zieht es den Wanderer vor “Wehmut wie ins Grab”, wie der Romantiker fortdichtete. Sonnengarantie können Reisebüros für den lettischen Herbst nicht bieten. Doch mit etwas Glück lässt sich die weite Landschaft im goldenen Glanz genießen, dann ist der Wald gar nicht falb, sondern leuchtet noch kräftig grün, gelb, rot. Gleich hinter der Stadtgrenze Rigas beginnt die Farbenpracht. Bei einem Sonnentag im Frühherbst ziemt es sich, aus der Hauptstadt aufzubrechen und beispielsweise die Insel Dole bei Salaspils zu besuchen. Dort lässt sich der süße Abschiedsschmerz – gar nicht öd - von den hellen und heiteren Tagen recht angenehm empfinden. Auch der Bildungshunger wird gestillt: Auf der Insel befindet sich ein kleines Museum, das der Kulturlandschaft entlang der Daugava gewidmet ist.

Das Daugava-Museum auf der Insel Dole bei Riga, Foto: LP

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Letten ehren die Möhre zum Erntedankfest PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 25. September 2011 um 15:11 Uhr

Mister BurkansRund um den Michaelstag dankt der Christ seinem Schöpfer für die vollbrachte Ernte. Auch die protestantischen Letten kennen diesen Brauch und sind dabei recht einfallsreich. Heiden können mitfeiern, denn es ist die Zeit der Tagundnachtgleiche. Vor dem Rathausplatz ehrten Letten erstmals eine ganz besondere Frucht, die Hasen und Kaninchen ebenso froh macht wie Kinder und Erwachsene. Das hat die Möhre nun wirklich verdient. Im Supermarkt ist sie ein lieblos präsentierter Allerweltsartikel, der vor allem preisgünstig sein muss. Ihre Billigkeit steht dem Anspruch jedes Lebewesens auf dieser Welt, etwas Besonderes zu sein, entgegen. Doch am 24. und 25. September richteten die Letten ihrem wichtigen Grundnahrungsmittel ein großes Fest aus. Künstler entdeckten die Möhre als Werkstoff. Kinder schauten vergnügt zu, wie sich Kaninchen in ihrem Dorf die schlankeste aller Rübengewächse einverleibten. Ein Herr Burkāns, also ein Herr Möhre, führte durch eine kleine Bühnenshow. Mit dem gelungenen Möhren-Festival, das nun alljährlich stattfinden dürfte, möchten sich die Letten auch ihren Gästen aus aller Welt präsentieren. "Das Burkānu-Festival bietet die Möglichkeit, Rigas Gästen zu zeigen: Wir sind kreativ und gastfreundlich, das in Lettland produzierte Gemüse ist das leckerste der Welt!” So schreiben es die städtischen Kulturschaffenden auf ihrer Webseite. Der Geschmack ist eine delikate Angelegenheit. Der Leser möge die Behauptung im nächsten Jahr selbst vor Ort überprüfen.

 

LP-Bildergalerie – Bitte klicken Sie auf ein Foto, um die Galerie zu starten

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