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Münster, 24.6.2018
Von Nutz und Frommen des Glockengeläuts PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 03. April 2015 um 00:00 Uhr

Macke-Bild: Straße mit KircheAn den Kar-Tagen schweigen die Kirchenglocken. Den Rheinländern wird erzählt, dass in dieser Zeit die Glocken nach Rom fliegen. Vor vielen Jahren, als der 1. April auf einen Karfreitag fiel, berichtete der WDR einmal, wie am Kölner Dom die Glocken abmontiert und zum Flughafen transportiert werden. Manchen, die zu nahe an einer Kirche wohnen und das Geläut als Lärm vernehmen, ist die Karzeit mehr Erlösung als Passion. Doch diese Leidgeprüften sind vermutlich in der Minderheit. Vielen Gläubigen und Ungläubigen würde etwas fehlen, wenn keine Glocken mehr in der Dämmerung zu hören wären, wenn sie für die Ewigkeit schwiegen. Der melancholische Klang rührt auch so manchen an, den Christliches sonst ungerührt lässt. Der eigenartige Glockenklang appelliert ans Seelische, an Hoffnungen und Verzweiflungen, die auf keinen klaren Begriff zu bringen sind. Den Zwergen einer lettischen Sage behagte das nicht. Sie beschlossen, die benachbarte Kirche zu zerstören, um dem unerträglichen Läuten das Ende zu bereiten. Die kleine Sage enthält nicht unbedingt eine christliche Botschaft, sie erzählt vielmehr vom Widerstreit zwischen Heidnischem und Christlichem, sogar von profanen Geldstücken ist die Rede. Das Ende erscheint so absurd, wie sich uns Erdenmenschen das Weltgeschehen eben darstellt. Vielleicht gefällt der Glockenklang, weil er der menschlichen Klage Töne verleiht, dass dieses absurde Beckett`sche Weltgetriebe, das nur mit grotesker Komik zu ertragen ist, nicht alles sein sollte. Unter "weiterlesen" finden Sie die deutsche Übersetzung der lettischen Sage "Das Geld muss noch 100 Jahre in der Erde ruhen", die, was der Titel nicht verrät, von einer Kirche, ihrer Glocke und einem sonderbaren Mädchen zur Osterzeit erzählt.

Bild: „Straße mit Kirche in Kandern“ von August Macke - Städtische Museen Freiburg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

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Pro eine Million Einwohner hatte Lettland 2014 die meisten Verkehrstoten PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 26. März 2015 um 00:00 Uhr

Auffahrt zur Südbrücke in Riga-KengaragsDas Flugzeugunglück in den französischen Alpen macht auch in der lettischen Presse Schlagzeilen. Die ganze Welt nimmt Anteil, wenn so viele Menschen auf einen Schlag sterben. Weniger Aufmerksamkeit findet der alltägliche Tod auf den Straßen. An den erinnern die Statistiker. EU-Transport-Kommissarin Violeta Bulc veröffentlichte gerade Erläuterungen zu den Verkehrsopferzahlen für 2014. Demnach kamen in den 28 EU-Mitgliedstaaten im letzten Jahr 25.700 Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben, mehr als 200.000 wurden verletzt. Es wäre ein Hohn für die Angehörigen dieser 25.700 Toten, diese Zahl als Erfolg zu bezeichnen. Doch sie ist Teil eines günstigen Trends. Bulc schreibt in ihrer aktuellen Publikation zur EU-Straßensicherheit, dass 2014 immerhin 5.700 Verkehrstote weniger zu beklagen waren als 2010. Damals hatten die meisten Länder noch mehr als 80 Tote pro eine Million Einwohner verzeichnet. Heute wird diese Schwelle nur noch von fünf Staaten übertroffen. Leider ist Lettland das Land mit der relativ höchsten Opferzahl. 2014 starben hier pro eine Million Einwohner 106 Verkehrsteilnehmer als Auto- oder Motorradfahrer, Biker oder Fußgänger - mehr als doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt, der 51 Opfer beträgt. In der mittleren Baltenrepublik hat sich die Zahl der Toten sogar leicht erhöht. Die lettische Polizei nennt Gründe für die schlechte Entwicklung.

Neue Brückenbauten in Riga-Ķengarags, doch lettische Straßen sind nicht überall auf dem neuesten Stand, Foto: LP

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Sonnenfinsternis in Lettland am 20. März, ab 10.56 Uhr PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 19. März 2015 um 00:00 Uhr

Trickfilm zur Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis - schöner als in Wirklichkeit: „Solar Flare Moon Eclipse NASA SDO AIA CME FQTQ“ von Patrick McCauley/From Quarks to Quasars/SDO - http://www.fromquarkstoquasars.com/?p=16742. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Am 20.3.2015 lässt sich über Europa eine Sonnenfinsternis beobachten, von Lettland aus von 10.56 Uhr bis 13.14 Uhr. Dann wird sich der Mond vor die Sonne schieben und um 12.05 Uhr zu Vierfünftel abdecken. Dieses Naturphänomen ist alle zwei bis sechs Jahre zu beobachten. Darüber informierte der Leiter der Lettischen Astronomischen Gesellschaft (Latvijas Astronomijas biedrības), Mārtiņš Gills, das Nachrichtenportal lsm.lv.

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Eine rettende Vision zur Weihnachtszeit PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 23. Dezember 2014 um 12:35 Uhr

Bäume mit beleuchtetem WeihnachtsschmuckOb Gott existiert, ist bekannte Streitfrage zwischen Gläubigen und Atheisten. Folgende Geschichte aus der lettischen Volksliteratur hat wohl beiden Parteien etwas zu sagen. Sie stammt aus der großen Sammlung "Lettische Märchen und Sagen" von Pēteris Šmits, die ins Deutsche übersetzt wurde. Die Mitarbeiter der Lettischen Volkskundlichen Sammelstelle haben bislang die Bände 13 bis 15 zweisprachig im Internet veröffentlicht. Die kleine Erzählung von einem Mann, der sich nachts im Wald verirrt, ist dem 13. Band, dem Kapitel "Gott erbarmt sich der Gehorsamen", entnommen. Atheisten mögen die nächtliche Erscheinung des Irrenden für bloße Einbildung halten, doch es ist eine göttliche Vision, die ihn in der Verzweiflung rettet. Sie passt also zur weihnachtlichen Botschaft. Hier geht es zur Geschichte.

Weihnachtsbeleuchtung im Rigaer Stadtpark, Foto: LP

 
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