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Münster, 24.9.2017

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Zyklus Divdabis (Partizip): Oļegs Tillbergs und Jānis Filipovičs
Wann:
08.07.2017 - 06.08.2017 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Zyklus Divdabis (Partizip): Oļegs Tillbergs und Jānis Filipovičs

8.7. bis 6.8.2017 im Hauptgebäude des Lettischen Nationalen Kunstmuseums, Jana Rozentala laukums 1, Riga, 4. Etage, Eröffnung 7.7.2017, 18 Uhr

Der Ausstellungszyklus Divdabis (Partizip) wird vom Lettischen Zentrum für zeitgenössische Kunst organisiert. Einen Monat lang werden jeweils die Arbeiten zweier Künstler gezeigt, die unterschiedlichen Generationen angehören. Diesmal präsentieren die Kuratorinnen Solvita Krese and Diāna Popova das Duett Oļegs Tillbergs / Jānis Filipovičs, welches sie im Hinblick auf Anspruch und Materialität als höchst ambitioniert betrachten. Oļegs Tillbergs, geboren 1956, gilt als Grenzverletzer, der in den späten achtziger und neunziger Jahren auch im Westen, auch in Deutschland bekannt wurde. 1988 war er an der Ausstellung „Riga – Lettische Avantgarde“ beteiligt, die damals in Westberlin und Bremen gezeigt wurde. Erstmals konnte man sich jenseits des Eisernen Vorhangs über aktuelle lettische Kunst informieren. Tillbergs meinte 2010 in einem Delfi-Interview, dass die ersten Erfahrungen im Westen ihn euphorisch stimmten, die Ausstellung sei fantastisch gewesen und habe neue Möglichkeiten eröffnet. Im Westen habe man Interesse an der neuen Kunst aus dem Osten gezeigt, gewiss sei das mit der politischen Situation verbunden gewesen, doch seien er und seine Gefährten auch scharf gewesen und hätten Feuer gespuckt (delfi.lv). Tillbergs und seine Kunstgefährten experimentierten damals mit monumentalen Installationen, sowjetischen Militärflugzeugen, Bagger, Walknochen usw. und arrangierten sie zu gleichsam soziopolitischen wie poetischen Aussagen. In den frühen 90er Jahren entstand die Installation „Flut“, die aus hunderten verrosteter Eimer besteht, die Tillbergs auf den Streifzügen durch Rigas Kleingärten eingesammelt hatte und die er mit weißen Laken umrahmte. Die Kuratorinnen sehen darin ein Zeugnis kollektiver und individueller Erfahrung, welches über menschliche Schicksale und das Verrinnen der Zeit reflektiert. Der zweite im Kunst-Duett ist Jānis Filipovičs, geboren 1978. Er gestaltet ein ironisches Wechselspiel mit seinem Kollegen. Er nutzt die Vieldeutigkeit der Sprache, gibt alltäglichen Gegenständen eine neue Gestalt und Funktion. Krese meint zu seiner Kunst: „Jānis Filipovičs` Arbeit besticht mit überschäumendem Humor und lebendiger Veranschaulichung. In die Gestaltung witziger Objekte aus alltäglichen Materialien webt er politische und soziale Kritik. Während der Künstler die drastische Änderung der politischen Weltsituation, die Verschärfung militärischer Konflikte und den gleichzeitigen Start der Grillsaison in unseren Breiten analysiert, wird er sich in einer seiner Installationen dem Thema `Braten` widmen.“


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