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Münster, 20.10.2017

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Vija Zarina und Kaspars Zarins
Wann:
05.10.2017 - 29.10.2017 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Vija Zarina. Kaspars Zarins. Zwei Werkausstellungen - Paraleli

Kunsthalle Arsenals, Torna iela 1, Riga, noch bis 29.10.2017

Der Ausstellungstitel bezieht in mehrfacher Hinsicht auf Leben und Werk des Künstlerpaars. Parallel sind schon die Biographien. Beide wurden 1961 geboren, kannten sich schon als Studierende der Lettischen Kunstakademie, wo sie in der Bildhauer-Werkstätte von Indulis Zarins ihr Studium bis 1986 absolvierten. Beide lehren inzwischen als Professoren an der Stätte, wo sie studiert haben. Vija Zarina gestaltete mehr als 20 Ausstellungen, ihre Werke befinden sich in verschiedenen Museen und Ministerien Lettlands und Russlands. Ihr Mann kommt auf 30 Ausstellungen, seine Werke befinden sich in zahlreichen Museen und Sammlungen, darunter in der Kunstsammlung Würth in Schwäbisch Hall. Für seine Grafiken und Animationen erhielt er nationale und internationale Auszeichnungen, darunter 2004 den Orden des italienischen Staatspräsidenten “Al Merito della Repubblica Italiana”. Kuratorin Inga Bunkše meint, wenn man Maler in der Art unterscheiden könne, dass die einen wie Johannes Vermeer eine Camera Obscura benutzten, die anderen wie Giotto darauf verzichteten, dann sei Kaspars ein `Giottist` und Vija eine `Vermeeristin`. Kaspars Zarins erklärte seinen Studenten die künstlerische Bedeutung des Ausstellungstitels. Kunst ist demnach das geometrisch Unmögliche, nämlich zwei Parallelen zu vereinen: “Wenn man sich vorstellt, dass das Handwerk und die Idee wie zwei Parallelen sind, zwei Linien, dann ist der Künstler jener, welcher in ihre Mitte tritt, um sie zu vereinen. Das Können des Künstlers muss der Idee entsprechen. Wenn er die Form sehr gut erfasst hat, dann muss er die entsprechende Idee dazu finden, welche die Parallelen ideal vereint. Man kann tausende Ideen haben, doch wenn keine Fertigkeit vorliegt, wird nichts entstehen.” Der Bildhauer erprobt und wechselt seine Fertigkeiten ständig. Er legte den Pinsel beiseite und `malt` nun mit dem Winkelschleifer runde, ovale und amöbe Formen in großformatige Sperrholz-Reliefs. Auch Vija arbeitet mit großen Formaten. Sie beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Darstellung lettischer Landschaften. Vielen gelingt es nicht, diese vollständig zu erfassen, weil die eigene Vorstellung das Wahrgenommene überschattet. Sie begnügen sich mit den Eindrücken, die ihnen die Bilder des bekanntesten lettischen Landschaftsmalers Vilhelms Purvitis vermittelt haben. Doch die Sicht auf die Natur hat sich in den letzten hundert Jahren vielfach geändert. Bunkse zu ihrer Kunst: “Vija Zarina sucht in ihren neuen, großformatigen Arbeiten den Code der lettischen Landschaft. Zum Zeichen im Codierungssystem der Künstlerin werden das Abbild des Himmels auf der Wasserfläche eines Waldsees, das stille Fließen eines Flusses, angereichert mit der anhaltenden Unruhe, durch die Dichte der Baumblätter schillerndes, weit voranschreitendes Licht am Meeresufer, die von Wellen geformte Sandschrift auf dem nassen Strand, das gräuliche Licht eines Vorfrühlingstags, das die Ackerflächen überströmt. Weite, Licht und unermessliche Ferne. Ätherische Stimmungen, raffinierte Farbnuancen der Natur. Vija Zarins hat Realismus im Blut, dennoch streben die Panoramalandschaften unter dem Eindruck vom geschaffenen konkreten Ort die räumlichen Begrenzungen der Welt niederzureißen und zu einem konkreten Wert, nicht zu einer konkreten Realität zu werden.” Zwölf solcher großmartigen Landschaftsbilder, die im letzten halben Jahr entstanden sind, kann man in dieser Ausstellung besichtigen.


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