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Münster, 16.10.2018

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Vita Celmina
Wann:
02.02.2018 - 25.03.2018 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Vija Celmina, Vienpadsmit darbi und filma – Elf Werke und ein Film

Lettisches Nationales Kunstmuseum, Jana Rozentala Laukuma 1, Riga, im Kuppelsaal, 5. Etage, bis 25.3.2018

Vija Celmins (die weibliche Form des lettischen Familiennamens wurde nicht ins Englische übertragen) gehört heute zu den bekanntesten us-amerikanischen Künstlerinnen des Hyperrealismus. Ihre Biographie ist teils erzwungen, teils freiwillig ein Zug gen Westen. 1944 musste die sechsjährige Rigenserin vor der Roten Armee nach Deutschland fliehen, wo sie mit ihrer Familie zunächst Unterschlupf im Flüchtlingslager Esslingen fand. Ende der vierziger Jahre immigrierten die Celmins in die USA, nach Indianapolis, wo Vija Kunst und Design studierte. Sie zog es noch weiter, an die Westküste, und richtete sich in der Nähe von Los Angeles ein Atelier ein, lehrte dann Malerei an der Irvine-Universität. Damals entwickelte sie Interesse für die comichafte Popart und den fotoähnlichen Hyperrealismus. Schließlich wechselte sie in den achtziger Jahren wieder an die Atlantikküste, nach New York. Sie gestaltete den eigenartigen Zyklus „Spinnennetz“: Bilder und Grafiken in scharfen schwarz-weiß Kontrasten, die eine menschenlose Welt zeigen, von der Struktur eines Spinnennetzes bis zum Sternennebel. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen international bekannt, 2004 waren sie in Frankfurt, 2011 in Köln zu sehen. In diesem Jahr feiert Vija Celmins ihren 80. Geburtstag. Sowohl die Matthew Marks Gallery in Los Angeles als auch das Lettische Nationalmuseum (LNMM) präsentieren aus diesem Anlass Werkausstellungen. Das LNMM will im Jubiläumsjahr von den Werken der Künstlerin alles zeigen, was im Bestand ist. Insgesamt sind es elf Grafiken, die ab 1998 erworben wurden. Sie waren noch nie gleichzeitig zu sehen. „Die in den Grafiken der Museumssammlung abgebildete Wasseroberfläche des Ozeans, der sternenübersäte Himmel, ein Spinnennetz, eine Weltkarte, Marken mit Saturn kann man als recht langweilige Motive betrachten, auf denen überhaupt nichts geschieht. Reizvoll wird die Suche nach dem Unterschied, die Wahrnehmung der Nuancen, das Training der Aufmerksamkeit des Betrachters, des Tiefblicks. Vijas Celmins` Werkerforschung ist wie die Praxis einer Meditationsübung,“ meint Kuratorin Ellita Ansone.


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