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Münster, 18.7.2018

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Deutsche Handschriften
Wann:
20.03.2018 15.00 h
Kategorie:
Treffen, Reisen, Wanderungen

Beschreibung

Deutsche Quellen zur lettischen Geschichte

Wer einen Blick auf eine Seite mit alter deutscher Handschrift wirft, ist zunächst entsetzt: Die Buchstaben erscheinen ähnlich unleserlich wie chinesische Schriftzeichen. Manfred von Boetticher zeigte lettischen Historikern und Interessierten, dass solche Dokumente mit etwas Geduld zu entziffern sind. Der langjährige Leiter des niedersächsischen Landesarchivs gab dazu zwischen 2013 und 2016 Kurse im Lesesaal des Historischen Staatsarchivs Lettlands (HSL). Als ein Ergebnis dieser Tätigkeit ist das Buch "Hilfsmittel zur Paläographie deutscher Handschruften vom 16. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in archiven und Bibliotheken Lettlands“ entstanden, das v. Boetticher gemeinsam mit den HSL-Mitarbeitern Enija Rubina und Karlis Zvirgsdins herausgegeben hat. Die drei Archivforscher werden es am 20. März 2018 um 15 Uhr in den Räumen des HSL vorstellen, Slokas iela 16, zum Buch wird dann auch eine Ausstellung eröffnet. Besucher der Veranstalung werden gebeten, sich bis zum 15. März anzumelden: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder telefonisch: 20377661.

Im Buch sind links Faksimile-Dokumente in altdeutscher Schrift abgebildet, welche auf der rechten Seite deutsch und in lettischer Übersetzung transkribiert wurden. Eine ebenso zweisprachige Einleitung gibt einen Überblick über die Schriftentwicklung und führt an die historischen Themen heran, die mit diesen Quellen verbunden sind. Entscheidend für die Auswahl war die historische Bedeutung der Texte, z. B. im Bereich des Handels oder bezüglich kriegerischer Auseinandersetzungen. Hinzu kommt eine umfangreiche Bibliographie. Das Buch wird auf der Präsentationsveranstaltung erhältlich sein. Noch steht nicht fest, ob es über den Buchhandel verkauft wird.

Lettische Forscher, die sich mit den historischen Quellen ihres Landes beschäftigen, kommen an das Lesen deutscher Handschriften nicht vorbei. Deutsch war im Mittelalter, in der frühen Neuzeit und bis zur Zeit der Russifizierung Ende des 19. Jahrhunderts die Behördensprache Livlands und Kurlands, also der Territorien (außer Lettgallen), aus denen 1918 der lettische Nationalstaat hervorging. Die Herausgeber wollen die Bedeutung des Deutschen für die lettische Historie bis in die Neuzeit demonstrieren. Manfred von Boetticher erklärt, was den Leser erwartet: "Dem Laien wird die Faksimile-Seite zunächst völlig unlesbar erscheinen. Aber im Vergleich mit der Transkription wird er nach und nach Buchstaben, Wörter und Sätze entziffern können, vielleicht findet er sogar Gefallen an dieser Tätigkeit und entwickelt sich selbst zum routinierten Handschriftenleser."

Das Buchprojekt wurde vom DAAD, dem Lettischen Kulturkapitalfonds und dem Lettischen Historischen Staatsarchiv unterstützt.


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