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Münster, 20.4.2018

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Moskau: Transatlantische Alternative
Wann:
24.03.2018 - 09.05.2018 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Lettische Kunstwerke in einer Moskauer Ausstellung: Transatlantische Alternative: Kinetische und optische Kunst in Osteuropa und Lateinamerika 1950 - 1970

Zeitgenössisches Kunstmuseum "Garage" in Moskau, bis zum 9. Mai 2018

In einer Zeit, in der Politiker die internationalen Krisen mit Propaganda und wechselseitigen Vorwürfen anheizen, sind gewisse Veranstaltungen schon deshalb zu würdigen, weil sie überhaupt stattfinden. Zu ihnen gehört gewiss die Ausstellung "Transatlantische Alternative" in Moskau, die u.a. Werke lettischer und estnischer Künstler präsentiert. In Zusammenarbeit mit dem Warschauer Museum für moderne Kunst zeigt das Kuratorenteam (Dieter Roelstraete (Belgien), Abigail Winograd (USA), Marta Dziewanska (Polen), Snezana Krastewa und Sascha Obuhowa (beide Russland)) über hundert Arbeiten kinetischer und optischer Kunst aus den 50er bis 70er Jahren. Zu sehen sind Skulpturen, Bilder, Zeichnungen, Filme, Installationen und umfangreiches Archivmaterial. Lettland ist mit Valdis Celms, Arturs Rinkis und Janis Krievs vertreten. Aus dem Bestand des Lettischen Nationalmuseums stammen ein kinetisches Modell Rinkis`, das er für das Hotel Latvija entwarf und Krievs` Paneel für den Rigaer Hauptbahnhof. Der PR-Text des Lettischen Nationalmuseums beschreibt schlechte Zeiten als künstlerisch produktive: "Obwohl sich die 70er Jahre als Stagnationszeit in der Geschichte des sowjetischen Lettlands erwiesen, waren sie doch eine recht produktive Epoche für die Entwicklung der dekorativen Kunst und Designs hierzulande. Die Künstler leisteteb beachtenswerte Beiträge zur Gestaltung der städtischen Umgebung, öffentlicher Institutionen und Räume, wendeten sich dabei nicht selten Lösungen kühnen und innovatorischen Charakters zu, welche auch mit geringem zeitlichen Abstand im breiteren Kontext der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts geschätzt werden. Ungeachtet dessen, dass die Blüte der kinetischen Kunst in Lettland sich annähernd zwei Jahrzehnte später als in Westeuropa erfolgte, gelang es unseren Meistern eine eigene Handschrift zu entwickeln, welche es erlaubt, von der kinetischen Kunstschule Rigas zu sprechen. Die Designer verkörperten eigene Ideen in abstrakten, dreidimensionalen Kunstwerken, die durch poetischen Ausdruck, konzeptuelle Klarheit und Präzision bestimmt sind." Die Ausstellung appelliert an die Besucher, den Fokus zu verlagern, von der us-amerikanisch/ westeuroäischen Sicht auf die südamerikanisch/ osteuropäische, die Querbeziehungen zwischen Kunstzentren wie Budapest, Bukarest, Warschau, Zagreb, Moskau, Tallinn und Riga einerseits mit Buenos Aires, Caracas, Rio de Janeiro und San Paulo andererseits zu erfassen. "Faktoren politischer Ordnung und ökonomischer Hindernisse beeinflussten im beträchtlichen Maß die Entwicklung der kinetischen und optischen Kunst in diesen Regionen, was die Künstler dazu brachte, aktiv mit Formen und Räumen zu experimentieren, um andere Zugänge zu einer eigenen kreativen Praxis zu suchen als ihre Weggefährten im Westen." Die Ausstellung war bereits in Warschau zu sehen. Nach ihrer Präsentation in Moskau wird sie in Sao Paulo zu sehen sein.


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