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Münster, 23.10.2018

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Geteilte Geschichte
Wann:
30.09.2018 - 30.11.2018 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

 

Kopiga vesture - Geteilte Geschichte (Shared History)

Kunstmuseum Rigas Birza, Doma laukums 6 , Riga, bis zum 30.11.18

Das lettische Zentrum für zeitgenössische Kunst widmet sich diesmal dem Bestand des Nationalen Kunstmuseums, zu dem auch die Sammlungen des internationalen Kunstmuseums Rigas Birza gehören, und organisiert aus dessen Exponaten diese Ausstellung. Kuratorin Inga Lace arbeitete mit lettischen und internationalen Künstlern zusammen, um die Besucher zu neuen Sichtweisen anzuregen. Die Veranstalter möchten Wechselwirkungen zwischen örtlichen und internationalen kulturellen Erscheinungen sowie Zusammenhänge zwischen Kunstkollektionen, künstlerischer Arbeit und allgemeinen historischen und politischen Prozessen aufdecken. Als Material dient die Kollektion von Rigas Birza, die bis vor der Zeit der lettischen Staatsgründung 1918 zurückreicht und deren Grundlage die Sammlungen deutschbaltischer Ratsherren und Kaufleute lieferten, die der Stadt Riga anvertraut wurden. "Das Museum selbst widerspiegelt gewissermaßen die Geschichte des lettischen Staats, dessen Verwirklichung in verschiedenartiger staatlicher Gestalt, als Teil eines Imperiums und einer Union mit dem besonderen hinterlassenen Erbe jeder Epoche. Die Basis dieser Kollektion umfasst die Kunst Altägyptens und der Antike, Westeuropas, Russlands und Asiens, mit besonderer Berücksichtigung von Sammlungen aus China, Indien und Japan," erläutert Lace. Die beteiligten Künstler ließen sich von den Kollektionen zu neuen Arbeiten inspirieren, zudem sind Exponate aus dem Bestand zu sehen, die noch aus sowjetischer Zeit stammen. Sie wurden beispielsweise zum Indien-Festival im Jahr 1987 ausgestellt. Besondere Berücksichtigung finden die Werke von Claire Holt (1901-1970), eine aus Lettland stammende us-amerikanische Kunsthistorikerin, Anthropologin und Indonesien-Spezialistin. Sie ergänzt gewissermaßen die im Bestand befindlichen Indonesien-Exponate, beginnend mit der indonesischen Malerin Raden Saleh (1807-1880) und ihrer Arbeit "Löwenjagd" bis zu ethnografischen Artefakten. Der Titel der Ausstellung leitet sich vom englischen Begriff "shared history" ab, der in unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, um historische Ereignisse jenseits nationaler Grenzen zu beschreiben. Das Gemeinsame erfolgt an verschiedenen Orten gleichzeitig, oft sind die Ereignisse mit Konflikten verbunden, wenn man beispielweise die Kolonialgeschichte darstellt oder versucht, die Folgen der heutigen Migration in einer neuen Weise zu beschreiben. "Die Kollektion des Kunstmuseums `Rigas Birza` dient im Kontext dieser Ausstellung als Ausgangspunkt für neue gemeinsame historische Narrative," meint Lace. Die Ausstellung ist Teil eines EU-Projekts gleichen Titels. "Es ist ein interdisziplinäres Projekt. Im Zusammenhang mit Migration und Integration in Schweden, Polen und Lettland betrachtet der künstlerische Erkundungsprozess des Projekts im baltischen Rahmen solche Fragen wie politische Gestaltung, rechtliche und geographische Grenzen, Statistik, Identität, gesellschaftliches Denken und Postfaktizität." Weitere Informationen zum EU-Projekt: www.sharedhistory.eu.


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