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Münster, 19.12.2018

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Daugavpils: Chagall eins und zwei
Wann:
30.09.2018 - 04.11.2018 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

 

Daugavpils: Chagall eins und zwei

Mark-Rothko-Zentrum, Daugavpils, bis zum 4.11.2018

Die Ausstellung bringt die Werke zweier Künstler, die zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten lebten bzw. leben, in einen Dialog. Marc Chagall (1887-1985), der französische Maler russisch-jüdischer Herkunft, emanzipierte sich von Expressionismus, Kubismus und Surrealismus und entwickelte seinen eigenen, unnachahmlichen Stil. Thematisch ließ er sich von slawischer Volkskunst sowie jüdischen und biblischen Motiven inspirieren. Die Bibel bezeichnete er als "Quelle größter Poesie für alle Zeiten". Für Bibelillustrationen besuchte er in den dreißiger Jahren das Heilige Land von Syrien bis Ägypten. Der Medienkünstler und Kritiker Remigijs Venckus stellt dazu fest: "Wenn auch die Texte der Dichtkunst und der Malerei in verschiedenen Sprachen mit dem Betrachter sprechen, zeigen Chagalls persönliche Bezüge zu den Bibeltexten, dass das Gemeinsame, also ursprüngliche Narrative in der Kulturgeschichte, weiterhin heutige Betrachter anzuregen vermag. In diesem Fall kann man ein Gemälde als Philosophie anschauen: die Art des Menschenwerks, welches nicht nur neue Denkmodelle ermöglicht, sondern auch zu einer Definition des Lebens ermuntert." Wie Chagall sieht man auf den Bildern von Jonas Danilauskas (geboren 1950) häufiger Engel, doch diese gestaltet der litauische Künstler nicht aus biblischen Motiven. Daniliauskas malt das Landleben mit ihren Bewohnern in ebenso spontaner wie verwirrender Weise. Nostalgisch bilden Szenen des Dorfs, in dem er geboren wurde, die Vorlagen für sein Schaffen. Venckus zur Vergleichbarkeit und zu den Gemeinsamkeiten der beiden Künstler: "Die Einfachheit von Danilauskas Malerei und die Ähnlichkeit mit Chagalls Kunst fesseln die Aufmerksamkeit des Betrachters und lässt ihn in die Vergangenheit zurückkehren, als jene die Bilder der Volkskunst brauchten, die zu sehen, aber nicht zu schreiben vermochten. Daher wirken die Gemälde wie ein Spiegel der Vergangenheit und die Vergangenheit wird dabei als ein inspirierendes Element der Kunst wahrgenommen."


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