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Münster, 24.8.2019

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Hilda Vika
Wann:
14.06.2019 - 25.08.2019 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Riga: Hilda Vika (1897-1963) – Gleznas, zimejumi (Gemälde, Zeichnungen)

Lettisches Nationales Kunstmuseum, 4. Etage, Jana Rozentala laukums 1, Riga, vom 15.6. bis 25.8.2019, Eröffnung am 14.6., 16 Uhr

Die Ausstellung erinnert an das Leben und Werk der vielseitigen Malerin und Zeichnerin Hilda Vika, die 1897 in Riga geboren wurde. Künstlerin zu werden war ihr als Frau nicht in die Wiege gelegt. Sie hatte nicht die Möglichkeit, an der Kunstakademie zu studieren; sie ging zunächst einmal bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs in eine deutschbaltische Schule, die Mädchen auch handwerklich ausbildete, erlernte Buchführung, musste in den Kriegswirren flüchten, arbeitete in den noch zum Zarenreich gehörenden Gebieten Litauens, Polens oder anderen Landesteilen als Dienerin, Erzieherin und Krankenpflegerin.

1920 kehrte sie ins nun unabhängige Lettland zurück und besuchte Kunstkurse an der Lettischen Volkshochschule und arbeitete währenddessen als Angestellte im Handelsministerium, später in einem Kreditinstitut. An der Volkshochschule lernte Vika prominente Kunstlehrer kennen: Romans Suta, Augusts Zauers und Uga Skulme, bei denen sie Zeichen- und Malkurse bis 1927 besuchte. Damals wurde sie in die Künstlervereinigung „Grüne Krähe“ aufgenommen und seitdem beteiligte sie sich an Kunstausstellungen.

1930 heiratete sie den Schriftsteller und Kunstkritiker Viktors Eglitis, mit dem sie gemeinsam das ihm zugeteilte Gut Inziems bewirtschaftete, das im Zuge der Agrarreform von 1920 der Familie von Tiesenhausen enteignet worden war. Mit Eglitis machte sie den Gedichtband „Glänzende Wasser“. Beide engagierten sich in der neoheidnischen Sekte Dievturiba. Während der deutschen Besatzung kollaborierte ihr Ehemann mit den Nazis, vertrat rassistische und antisemitische Ansichten, wurde nach der Rückkehr der Roten Armee verhaftet und hingerichtet, allerdings 1990 rehabilitiert.

Trotz Repressionen versuchte Vika, auch unter Sowjetherrschaft weiterhin als Malerin zu arbeiten und sich den ideologischen Prinzipien des Sozialistischen Realismus` anzupassen. Dennoch wurde sie aus der Künstlervereinigung der Lettischen Sowjetrepublik „wegen in Formalismus verbliebener Kunst“ für mehrere Jahre ausgeschlossen.

Die Ausstellung zeigt die Vielfalt ihres Könnens von der Landschafts- bis zur Porträtmalerei, von der Abbildung von Alltagsszenen bis zur Aktdarstellung, von Neuer Sachlichkeit bis Neuromantik.


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