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Münster, 24.8.2019

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Daugavpils: Marco Giannotti - Passagen
Wann:
31.07.2019 - 30.10.2019 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Mark-Rothko-Zentrum, Daugavpils, bis 30.10.2019

Der Brasilianer Marco Gianotti entfaltet in seinen jüngsten Werken einen Dialog, dessen Thema aus der Zeit der Hochrenaissance stammt, als die Maler von Florenz und Venedig konkurrierten und ein Disput um disegno e colore, Zeichnung und Farbe, entstand. Seit seiner Fassaden-Serie von 1993 beschäftigt sich Giannotti mit diesem Widerstreit und transformiert ihn in die Formen moderner Kunst seiner südamerikanischen Heimat. Mark Rothko, der us-amerikanische Vertreter des abstrakten Expressionismus` mit lettischer Herkunft, beschrieb Giannottis eindringliche Bilder als „Fassaden“. Giannotti bewegte die Achtung dieses Meisters der Abstraktion dazu, dessen Formen mit traditionellen zu vereinigen. Schwindelerregende lineare Perspektiven durchdringen seitdem Giannottis Kompositionen, die den Anschein von Rastern haben. Solche Gitterlinien erinnern an architektonischen Zeichnungen, auch an Stadtpläne. Gitterlinien strukturieren und begrenzen potenziell unbegrenzte Ausdehnung. Der Architekt Mies van der Rohe entwickelte in den 20er Jahren einen gerasterten „Universalraum“, um seine Idealgebäude rationeller zu entwerfen. Piet Mondrian entwarf ein Netz aus horizontalen und vertikalen Rechtecken, das Farbflächen begrenzt. David Anfam sieht in Rothkos Rechtecken eine Erwiderung auf Mondrian, hält sie für mysteriöser und tragischer, eine Qualität, die er in den Arbeiten Giannottis wiedererkennt: „Hier, die Farben der Melancholie - düsteres Purpur, Kastanienbraun und dunkles Blau - vermählen sich mit atemberaubenden urbanen Perspektiven. Sie erscheinen als Hommage an Rothkos ebenso eigentümliche wie unfehlbare Art des Kolorierens, welche wiederum das Werk eines Künstlers aus dem 18. Jahrhundert in Erinnerung ruft: Giovanni Piranesis außergewöhnliche „Gefängnisimaginationen“ mit seinen tauchenden, fantastischen Durchblicken zusammen mit neuen, virtuellen Dimensionen, die der Cyberspace geschaffen hat. Giannottis malerische Vision führt uns auf einen fesselnden Weg, der diese existenziellen Extreme miteinander verwebt.“


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