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Münster, 16.10.2019

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Aleksandra Belcova
Wann:
12.10.2019 - 12.01.2020 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Riga: Aleksandra Belcova (1892-1981), Malerei, Grafik, Porzellan der Werkstätte „Baltars“

Lettisches Nationales Kunstmuseum, Hauptgebäude, Großer Saal, Jana Rozentala laukums 1, Riga, 12.10.2019 bis 12.1.2020, Eröffnung: 11.10.2019, 17 Uhr

Als Aleksandra Belcova 1919 ihrem späteren Ehemann Romans Suta nach Riga folgte, traf sie einige Bekannte wieder, die während der Kriegszeit an der Kunstschule im russischen Penza studiert hatten, wo sie auch erstmals Suta begegnet war, der ihr Interesse am Modernismus geweckt hatte. So wurde die Künstlerin russischer Herkunft ein Mitglied der lettischen Avantgarde, beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, wurde Mitglied der Gruppen „Rigaer Künstlervereinigung“ und „Die güne Krähe“. Mit ihrem Mann unternahm sie Reisen nach Berlin, Dresden und Paris. Sie war von der französischen Malschule fasziniert und ließ sich vom französisch-japanischen Künstler Tsuguharu Foujita inspirieren. Die Malerin übte sich in verschiedenen Stilrichtungen der Moderne: Kubismus, Art Deco und schließlich Realismus, sie beherrschte neben der Ölmalerei verschiedene Genres: Karikaturen für die Zeitschrift „Ho-Ho“ und die Zeitung „Socialdemokrats“; sie malte mit Aquarell-und Pastellfarben und bemalte in der Werkstätte „Baltars“, die ihr Mann gegründet hatte, Porzellan mit folkloristischen, religiösen oder abstrakten Motiven. Prägend für ihr Kunstschaffen wurde die Porträtmalerei, mit der sie Angehörige, Freunde und Bekannte abbildete. Kuratorin Nataļja Jevsejeva weist auf Belcovas langes Leben hin. In ihrer Kunst spiegeln sich die Ereignisse des 20. Jahrhunderts und ihre persönliche Lebensgeschichte wider. Zu den bittersten Erfahrungen gehört gewiss der Tod ihres Mannes, der 1944 fälschlich beschuldigt wurde, Lebensmittelkarten gefälscht zu haben und hingerichtet wurde. Bereits in der Sowjetzeit wurde Sutanach dem Tod Stalins im Jahr 1959 rehabilitiert. Dem Künstlerpaar ist in der Elizabetes iela ein kleines Museum gewidmet, das Wechselausstellungen präsentiert. Doch für diese erste große Retrospektive wird der Große Saal des Nationalmuseums benötigt. Jevsejeva beschreibt, was den Besucher erwartet: „Der größte Teil des kreativen Erbes der Künstlerin bilden gezeichnete Skizzen auf Blocks und in Alben. Häufig fixierte sie ihre Eindrücke vom Wahrgenommenen, Beobachteten, entwarf Skizzen für die nächsten Kompositionen. In der Ausstellung ist dieses Material erstmals dargeboten - teils, um die ausgestellten Gemälde zu ergänzen, teils um einen Eindruck vom innreren Dialog zwischen der Künstlerin und der umgebenden Realität aufzuzeigen.“


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