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Münster, 19.9.2020

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Eriks Apalais
Wann:
07.02.2020 - 29.03.2020 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

 

Riga: Eriks Apalais – Familie

Lettisches Nationales Kunstmuseum, Hauptgebäude, Großer Ausstellungssaal, 2. Etage, Jana Rozentala laukums 1, Riga, vom 7.2. bis 29.3. 2020, Ausstellungseröffnung am 6.2. um 17 Uhr.

Kuratorin Katerina Gregos bezeichnet Apalais als „einer der originellsten und gedankenreichsten Maler der jungen Generation, der in den letzten Jahren aus Lettland gekommen ist.“ Seine Kunst steht in Wechselbeziehung mit Philosophie und Literatur: „Mit dieser Werkauslese, die erstmals zusammen gezeigt wird, verdeutlicht Eriks Apalais, wie behutsam er sich über glitschige Erinnerungen hinweg dem Territorium der Vergangenheit zuwendet. Man kann sagen, dass es ihm gelang, ein künstlerisches Äquivalent zu dem zu schaffen, was Leo Strauss als `esoterisches Schreiben` bezeichnete, über geschriebene Wörter nachdenkend, die in kenntnisreichen Andeutungen sowohl ein lineares Narrativ als auch buchstäbliche Beschreibungen vermeiden.“ Gregos hat die Ausstellung in fünf Abschnitte gegliedert, von frühen Bildern, die in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends entstanden sind, bis zum jüngsten Werkzyklus „Tukums-Tomsk“, der die sowohl persönliche als auch kollektive Geschichte sowjetischer Massendeportationen nach Sibirien nachzeichnet, von der Apalais` Großmutter betroffen war. Den Künstler beschäftigt der Gedanke, dass durch Rekonstruktionen der Erinnerungen das Gewesene kaum zu erfassen ist. Der Zyklus gestaltet einen unscharfen Raum zwischen Erinnerungen, den Schwierigkeiten der Rekonstruktion, Geschichte, Mythologisierung, Realität und Einbildung. Überhaupt sind die Wechselbeziehungen zwischen Zeichen, Bedeutung und Bewusstsein das Thema des Künstlers, der sich in seinen Arbeiten auf Literarisches, z. B. Auf den Dichter Stephane Mallarmé bezieht. Die Beschäftigung mit der Literatur und ihren Bedeutungen hat Apalais` Schaffen sehr geprägt, wie Gregos ausführt: „Die Buchstaben gleiten über eine graue Tonleiter, im Raum leerer Bilder, indem sie durch wechselseitig verbundene Elemente Les- und Schreibbarkeit ins Gedächtnis rufen, Sinn und Bedeutung, Literatur und Linguistik. In diesen Kompositionen, die, wie der Künstler sagt, `zwischen Sichtbarem und Lesbarem schwanken`, beleben auf besänftigende Weise dekonstruierte Elemente, den Wörtern entrissene Buchstaben, aus dem Zusammenhang entrissene Bilder die Leinwände als ausgegrabene vergessene Erinnerungen, Episoden, Fragmente der Erfahrungen. Die spezielle Zusammenstellung dieser Arbeiten war für den Künstler wichtig, denn sie verstärkte seinen außerordentlich individuellen, unverkennbaren Stil, in dem er Konzeptualismus, Symbolismus, Abstraktion und gegenständliche Gestaltung vereint.“ Ähnliche Irritationen vermittelt Apalais mit den Bildern „Tagebücher der Erde“, dessen Sinn, so schreibt Gregos, nicht leicht zu erfassen sei: „Der Künstler bietet Häuschen, doch sie sind nach unserer Kenntnis nur das, was sie sind. Der einzige Schlüssel, den Apalais anbietet, liegt im autobiographischen Bereich; daher kommt der Titel der Ausstellung - `Familie`. Ferner kann der Betrachter selbst sich einen Begriff davon machen, wenn er die semantischen Lücken entleerter Erinnerungen auffüllt.“


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