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Münster, 03.8.2020

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: Rihards Zarins - Was lettische Wälder flüstern
Wann:
04.07.2020 - 25.10.2020 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

 

Lettisches Nationalmuseum der Kunst, Großer Saal im Hauptgebäude, Jana Rozentala laukums 1, Riga, 4.7. bis 25.10.2020

Er gilt als Designer lettischer Nationalsymbole: Lettlands Wappen, Briefmarken, Münzen, Banknoten und Wertpapiere wurden nach seinen Entwürfen vervielfältigt. Der Maler Janis Rozentals, mit dem Zarins befreundet war, bezeichnete ihn als einen der seltenen Charaktere “in denen die besondere Kraft einer Sprungfeder innewohnt, so dass sie kein Schicksalschlag niederringen kann.” Von seiner Energie zeugen die zahlreichen Tätigkeiten als Gründer und Leiter der Grafikwerkstatt der Kunstakademie, als Chef der lettischen Staatsdruckerei für Wertpapiere, als Mitarbeiter der Satirezeitschrift Svari und als Gestalter zahlreicher Drucke und Radierungen.

Rihards Zarins kam 1869 auf dem Gutshof Kegeln bei Valmiera als Sohn des Gutsverwalters zur Welt. Seine Eltern sprachen mit ihm Deutsch. Später zog die Familie nach Ligatne, wo der Vater als leitender Arbeiter der dortigen Papierfabrik eingestellt wurde. Rihards` Interesse an der Druckkunst geht wohl auf seiner Zeit in Ligatne zurück. Seine Lehrer erkannten das künstlerische Talent und vermittelten ihm Zeichenunterricht beim Architekten und Kunsthistoriker Wilhelm Neumann in Daugavpils. 1888 zog Zarins zu Verwandten nach Petersburg, wo er bis 1895 die Stieglitz-Schule für technisches Zeichnen absolvierte. Er spezialisierte sich auf Holzschnitte und Radierungen. Mit Hilfe eines Stipendiums der Stieglitz-Schule unternahm er eine vierjährige Bildungsreise, lernte in Deutschland bei Alexander Zick, Rudolph Seitz und Maximilian Dasio, in Wien beim Radierer und Kupferstecher William Unger. Schließlich studierte er in Paris Lithographie-Techniken der Plakatkunst.

Um die Jahrhundertwende arbeitete er in der staatlichen Druckerei für Wertpapiere in Petersburg. Diese Berufserfahrung nutzte ihm, als er 1919 ins unabhängige Lettland zurückkehrte, um die Druckerei für Wertpapiere des neuen Nationalstaats zu leiten. Mit Vilhelms Krumins gestaltete er 1921 das lettische Nationalwappen. 1929 entwarf Zarins den Frauenkopf für eine 5-Lats-Silbermünze. Dieses Porträt wurde zum lettischen Freiheitssymbol. Zelma Brauere, eine junge Angestellte Zarins`, die in der staatlichen Druckerei Vorlagen überprüfte und korrigierte, hatte für ihn Modell gestanden. Heutzutage ist sie auf der lettischen Ein-Euro-Münze zu sehen. Neben Münzen, Banknoten, Briefmarken und Wertpapieren gestaltete die Fleisch gewordene Sprungfeder Illustrationen für Bücher, Buchmarken, Postkarten und zeichnete Karikaturen für das Satiremagazin Svari. Außerdem gründete er die Grafikwerkstatt der Lettischen Kunstakademie, die er von 1921 bis 1936 leitete. In der Ausstellung sind auch Werke seiner Schüler zu sehen.

Zarins war ein Künstler der Jahrhundertwende, sein Stil war (national)romantisch und symbolistisch, zuweilen erinnern die Drucke feiner Linien an den Jugendstil. Bei der Motivwahl ließ er sich von lettischer Mythologie und Folklore inspirieren. Die Ausstellung zeigt einen Überblick über seine 40jährige vielfältige Schaffenszeit. Die Radierungsserien “Was lettische Wälder flüstern”, die zwischen 1908 und 1930 entstand und “Das Grab des Dichters” um 1913 gelten als internationaler Nachweis lettischer Kunstqualität und wurden auf zahlreichen Ausstellungen in den Hauptsstädten der Nachbarländer gezeigt. Kuratorin Marita Berzina: “Die Ausstellung zu Rihards Zarins und seiner bekanntesten Serie `Was lettische Wälder flüstern` bezeugen das so charakteristische Interesse des Künstlers an den von Sagen und Erzählungen umrankten romantischen Wäldern der Heimat, deren geheimnisvolle Stimmung zu erspüren jeder Ausstellungsbesucher aufgefordert ist."

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