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Münster, 28.9.2020

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Event-Kalender

Veranstaltung 

Titel:
Riga: 100 Jahre Staatliches Kunstmuseum
Wann:
05.09.2020 - 13.12.2020 
Kategorie:
Ausstellungen

Beschreibung

Riga: Unser Museum. Zum 100. des Staatlichen Kunstmuseums

Internationales Kunstmuseum Rigas Birza, Großer Saal und Bosse-Saal, Doma laukums 6, Riga, 5.9. bis 13.12.2020

Die Ausstellung erinnert an die Zeit, als erstmals unter lettischer Führung ein Kunstmuseum entstand. Rigas städtisches Museum, das heutige Hauptgebäude des Nationalen Kunstmuseums am Rozentals-Platz, war noch Ausdruck deutschbaltischer Vorherrschaft. Der deutschbaltische Architekt Wilhelm Neumann hatte es geplant und bis zu seinem Tod 1919 geleitet, also bis zum Beginn der lettischen Republik. Danach wurde der lettische Landschaftsmaler Vilhelms Purvitis dessen Direktor.

Zur gleichen Zeit gründete der Bildhauer Burkards Dzenis mit seinen Mitarbeitern das Staatliche Kunstmuseum, das in der Rigaer Burg untergebracht wurde und das Dzenis bis 1944 leitete. Zunächst sollte sich dieses Museum auf Lettisches konzentrieren. Doch Kunst lässt sich nicht überzeugend abgrenzen. Von Anfang an zeigte das Museum Exponate aus dem Ausland: Letten, die im Fernen Osten lebten, stifteten chinesische und japanische Kunstwerke; aufgrund diplomatischer Beziehungen der 30er Jahre erfolgte eine große belgische Kunstspende; hinzu kamen dänische Glas- und Keramikkunst, Porzellan und Silber aus Westeuropa, Exponate aus Russland.

Unter sowjetischer Besatzung wurden die Kunstmuseen neu strukturiert. Das städtische Kunstmuseum im Neumann-Bau verwandelte sich in das Museum für lettische und sowjetische Kunst. Im Burgmuseum wurde fortan internationale Kunst ausgestellt - bis ins Jahr 2010, seitdem wird diese Kunst im alten, speziell renovierten Börsen-Gebäude am Domplatz aufbewahrt.

Die Kuratorinnen möchten an die Geschichte des Vorgängermuseums in der Rigaer Burg erinnern, die starken ideologischen Veränderungen unterworfen war. Ihre gestalterischen Ideen bezogen sie aus einem Foto-Album, das Dzenis am 5. März 1941 von seinen Mitarbeitern als Geschenk erhielt. Es enthält Abbildungen von früheren Ausstellungen und Dankesworte an den Museumsdirektor für seine 20jährige Tätigkeit. Dieses Dokument erwies sich als aufschlussreich, um die Museumsgeschichte als Bestandteil lettischer Kulturpolitik der Zwischenkriegszeit zu erkunden.

Die Ausstellung soll an die Mission “selbstvergessener und gelehrter” Menschen erinnern, an Dzenis und seine Angestellten. Deshalb sind neben repräsentativen Kunstwerken des Vorgängermuseums Fotos, Dokumente, alte Kataloge und Bücher zu betrachten. Die Bildmontage, die für die Veranstaltung wirbt, verdeutlicht den Zeitraum privater und öffentlicher Bemühungen, Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie zeigt links einen Teil des Porträts “Helena Cimze” aus dem Jahr 1851, das Janis Stanislavs Roze malte, der Studienreisen nach Paris, Dresden und München unternahm und am bayerischen Hof einige Monate als Gehilfe dem Porträtmaler Joseph Bernhardt beiseite stand. Rechts ist ein Ausschnitt von Vija Celminas “Sternenfeld “ aus dem Jahr 2010 abgebildet. Für die Kuratorinnen Vita Birzaka und Aija Braslina verdeutlichen die beiden sehr verschiedenen Kunstwerke das unveränderte Museumsmotto: “Beide derart unterschiedlichen Arbeiten gehören zur überzeitlichen Dimension visueller Kunst. Beide verkörpern die hundertjährige Mission des Staatlichen Kunstmuseums und dessen Nachfolgers Lettisches Nationales Kunstmuseum: Sammeln, bewahren und veröffentlichen das Beste von dem, das Künstler geschaffen haben.”


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