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Münster, 17.2.2019
Etwa 12 Prozent der lettischen Bevölkerung erwägen Emigration PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 16. Februar 2019 um 00:00 Uhr

Unterschiedliche Einkommensverhältnisse spalten weiterhin die EU-Länder

Protest gegen Armut an einem Müllcontainer

Jedes Jahr ermitteln Lettlands staatliche Statistiker die Einkommens- und Lebensumstände der Bevölkerung. Seit Anfang Februar erheben sie die Daten für das Vorjahr. 8000 Haushalte werden nach dem Zufallsprinzip zur Befragung ausgewählt, um die Zahlen für 2018 zu erfassen. In einer Presseerklärung fasste Lettlands Statisches Zentralamt (CSP) die Zahlen des Jahres 2017 zusammen: Im Vergleich zu 2016 stieg das Einkommen pro Haushalt durchschnittlich um 11,8 Prozent und erreichte 489 Euro brutto pro Einwohner. Erwartungsgemäß war 2017 das Durchschnittseinkommen in Riga am höchsten (592 Euro) und in der Region Lettgallen am geringsten (330 Euro). Armutsgefährdet waren 23,3 Prozent, 446.000 Einwohner, denn sie verfügten über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Das größte Risiko zu verarmen und sozial ausgegrenzt zu werden tragen Familien mit mindestens drei Kindern, Erwerbslose und Rentner. 74 Prozent aller alleinstehenden Rentner waren 2017 arm oder armutsgefährdet. Auch wenn Lettlands Löhne steigen: Eine Annäherung an westeuropäisches Lohnniveau ist nicht erkennbar. Auf einer Konferenz zu Demographie und Migration nannte Demoskop Arnis Kaktins eine beachtliche Zahl: Seine Umfragen ergaben, dass seit fünf Jahren der Anteil jener Einwohner innerhalb der lettischen Bevölkerung, die zur Emigration bereit sind, unverändert bei zwölf Prozent liegt. Er prognostiziert, dass „die Emigration sich fortsetzen wird, die Menschen werden in den nächsten Jahren weiterhin in größerer Zahl wegfahren als in Lettland ankommen.“ (lsm.lv) Lettlands Bevölkerungssaldo ist chronisch negativ. Mehr Menschen sterben als geboren werden, mehr emigrieren als immigrieren. Ein Grund für die EU-Binnenmigration sind die ungleichen Einkommensverhältnisse, wie Eurostat-Statistiken zeigen.

"Wir gegen Armut" war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor zehn Jahren auf einem Müllcontainer in Riga zu lesen, Foto: LP

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Regisseur Davis Simanis dreht Spielfilm über den lettischen Anarchisten Peter the Painter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 14. Februar 2019 um 00:00 Uhr

„Die Zeit, in der wir leben, lässt mich häufig über die Ereignisse vor dem Ersten Weltkrieg nachsinnen“

Filmszene Im letzten Jahr sorgte Simanis mit „Tevs Nakts“ (Vater der Nacht) für Aufmerksamkeit. Der Film erzählt das Leben von Zanis Lipke. Der lettische Hafenarbeiter hatte während der deutschen Besatzung 55 jüdische Mitbürger vor den Nazis versteckt (LP: hier). Nun beginnt der Regisseur mit der Verfilmung eines weiteren brisanten Stoffs aus der jüngeren Geschichte: Der Spielfilm „Gads pirms kara“ (Das Jahr vor dem Krieg) setzt die widersprüchliche und gefährliche Situation Europas im Jahr 1913 in Szene. Die Hauptfigur ist eine legendäre lettische Persönlichkeit, der Anarchist Peteris Malderis alias Peter the Painter.

Szene aus dem Film "Gads pirms kara", Foto: Marruciic - Paša darbs, CC BY-SA 4.0, Saite

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Hausdurchsuchung beim Rigaer Bürgermeister Nils Usakovs PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. Februar 2019 um 12:44 Uhr

Rigas Korruptionsskandal gerät zur ethnischen Auseinandersetzung

Usakovs, NilsDer Korruptionsskandal des städtischen Verkehrsbetriebs „Rigas Satiksme“ erreicht nun den Rigaer Bürgermeister Nils Usakovs. Ein LTV-Fernsehteam beobachtete am 30. Januar 2019, dass sechs Fahnder der Antikorruptionsbehörde KNAB Usakovs` Büro im Rathaus durchsuchten, dabei Aktenmappen und Plastiktüten mitnahmen. Zur selben Zeit musterten KNAB-Mitarbeiter Usakovs` Wohnsitz im Rigaer Stadtviertel Mezaparks. Auch hier war ein LTV-Team zur Stelle und beobachtete, wie mehrere Koffer und Tüten hinausgetragen wurden. Die KNAB-Aktion steht im Zusammenhang mit dem Einkauf von städtischen Bussen und Bahnen, bei dem Mitarbeiter von Rigas Satiksme im Verdacht stehen, Bestechungsgeld angenommen zu haben (LP: hier). Usakovs ìst Vorsitzender der Partei Saskana, die als Vertreterin der russischstämmigen Minderheit gilt. Saskana-Anhänger demonstrierten am 9. Februar 2019 für ihren Bürgermeister vor dem Rathaus. Die Polizei ermittelt wegen eines Pro-Usakovs-Plakats, das Hass schüre.

Nils Usakovs, Foto: Saeima - Zolitūdes traģēdijas parlamentārās izmeklēšanas komisija, CC BY-SA 2.0, Saite

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