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Münster, 28.3.2017
Lettische Gesetzesnovelle zur Privatisierung der Landwirtschaft PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 25. März 2017 um 00:00 Uhr

Ausländische Landkäufer müssen fortan Lettisch verstehen

Palmölplantage„Land Grabbing“ ist weltweit zu beobachten: Kapitalanleger und Spekulanten kaufen im großen Stil landwirtschaftliche Flächen in ärmeren Ländern auf. Manchmal wird von ihnen nicht das angebaut, was für die heimische Bevölkerung von Nutzen wäre, statt dessen sprießt ökologisch Fragwürdiges, z.B. indonesisches Palmöl für Biokraftstoffe und Nougatcremes, brasilianisches Sojafutter für europäisches Vieh usw. Zudem bedroht die Nachfrage reicher Investoren die Existenz der Kleinbauern, weil für letztere die Ackerflächen zu teuer werden, um sie weiterhin zu pachten oder anzukaufen. Manchmal werden sie vom kostbaren Ackerland einfach nur vertrieben. Auch europäische Landwirte bekommen Schwierigkeiten, wenn sich fremde Großinvestoren die Felder in der Nachbarschaft aneignen (arte.tv über YouTube). Die lettischen Parlamentarier haben am 23.3.2017 eine Gesetzesnovelle beschlossen, die Land Grabbing verhindern soll (saeima.lv). Dabei hilft u.a. die lettische Sprache.

Pestizideinsatz auf einer Palmölplantage in Asien, Land Grabbing ist mit vielen ökologischen und sozialen Problemen verbunden, Foto: Klaus Schenck, CC BY-SA 3.0, Link

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Rätsel um die Pläne der deutschen Besatzer für die Lepra-Klinik in Stūrīši PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. März 2017 um 00:00 Uhr

Rettete Irma Ludzeniece ihren Patienten vor deutschen Soldaten das Leben?

Irma AronsÄrzte, Pfleger, Soldaten und Hilfspolizisten beteiligten sich in der Nazi-Zeit am Massenmord an Psychiatriepatienten in Deutschland und in den besetzten Gebieten, auch in Lettland. Das ist inzwischen bekannt. Wollten deutsche Soldaten auch die Insassen einer Leprastation in der Nähe von Talsi erschießen, weil die Wehrmacht Lazarette benötigte? Entsprechende Überlieferungen, die Agnese Lūse im Auftrag eines Buchprojekts recherchierte, deuten darauf hin, lassen aber Zweifel bestehen.

Passfoto von Irma Ārons vor ihrer Ehe mit Jānis Ludzenieks, Foto: Lettlands Historisches Staatsarchiv

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Konferenz an der Lettischen Universität: Reformation in der heutigen Welt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 19. März 2017 um 13:36 Uhr

Lutherische Identität heute: Brückenbauer und Friedensstifter

Plakat zur KonferenzVor 500 Jahren soll Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt haben. Ob dies wirklich so geschah, ist inzwischen umstritten. Fest steht dagegen, dass die neue Lehre zu beträchtlichen Umwälzungen in Europa führte. Riga war recht früh dabei. Bereits 1522 bestimmten der städtische Rat und die beiden Gilden, die Vertretungen der Kaufleute und Handwerker, dass der Reformator Andreas Knöpken zweiter Pfarrer der Petrikirche werden sollte. So fasste Luthers Lehre in der baltischen Region schnell Fuß. Sie gewann erheblichen Einfluss auf die weitere kulturelle, gesellschaftliche und historische Entwicklung. Ohne Luthers Bestreben, die Bibel dem Volk in der eigenen Sprache zu verkünden, wäre die Entwicklung der Nationalsprachen und die Herausbildung nationaler Identitäten nicht denkbar gewesen – im positiven wie im problematischen Sinne. Auch die lettische Nationalbewegung hat diese religiösen Wurzeln. In der Lettischen Universität trafen sich am 17.3.2017 Theologen und Historiker zur ganztägigen Konferenz: „Die Reformation in der heutigen Welt“. Am Vormittag versammelten sich die Teilnehmer im festlichen Großen Saal der Universität. Anwesend waren auch der lettische Erzbischof Janis Vanags und Gerhard Ulrich, der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die beiden haben zu dem, was Reformation bedeutet, ziemlich unterschiedliche Auffassungen.

Plakat zur Konferenz

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