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Münster, 24.1.2020
Lettland: Armutsgefährdungsquote verringerte sich, bleibt aber überdurchschnittlich hoch PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Mehrheit der lettischen Rentner von Altersarmut betroffen

Bettlerin in der Altstadt RigasInformationen zur relativen Armut werden häufig angezweifelt (z.B. sueddeutsche.de). Wer in einem westlichen Industrieland nur 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens bezieht, ist im Vergleich zu einem Bewohner in einem Hungergebiet noch ziemlich wohlhabend, gilt aber im eigenen Land nach EU-Definition als armutsgefährdet. Die CDU/CSU-Fraktion weist darauf hin, dass Armutsrisiko und Armut nicht dasselbe seien, auch bei allgemein steigendem Wohlstand könne sich die Quote relativer Armut erhöhen (cducsu.de). Doch auch diese Form der Armut ist ein ernstzunehmendes Problem, das regierende Politiker allzu zaghaft angehen. Die Armutsquote kennzeichnet die Ungleichheit und Spaltung einer Gesellschaft. Jene, die relativer Armut ausgesetzt sind, sehen sich auf mannigfache Weise diskriminiert: Sei es als Bittsteller bei Behörden oder sei es beim Geld, das fehlt, um an den kostspieligen Konsum- und Freizeitvergnügen des Freundeskreises teilzunehmen. Hinzu kommen individualisierende Bewertungen wie „schlecht qualifiziert“ oder einfach nur „selber schuld“, die am Selbstbewusstsein der Betroffenen nagen. Lettlands Zentrale Statistikbehörde (CSP) veröffentlichte am 16. Januar 2020 die neuesten Zahlen zum Thema: 2018 hat sich im Vergleich zum Vorjahr die lettische Armutsgefährungsquote leicht verringert (csb.gov.lv). Ein Grund dafür ist die Erhöhung des Mindestlohns. Im EU-Vergleich bleibt die Quote allerdings überdurchschnittlich hoch.

Bettlerin in der Rigaer Altstadt, dort ist das Betteln mittlerweile verboten, Foto: LP

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Lettischer Bahnchef Maris Kleinbergs will 1500 Stellen streichen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Abhängigkeit von russischen Kohletransporten gefährdet Arbeitsplätze bei Latvijas Dzelzcels

Qualmende Diesellok in RigaKleinbergs, seit August des letzten Jahres Vorstandsvorsitzender von Latvijas Dzelzcels (LD), das zu den fünf größten Aktiengesellschaften Lettlands zählt und sich vollständig in Staatsbesitz befindet, verkündete am 16. Januar 2020 den bevorstehenden Stellenabbau (ldz.lv). Bis zum Jahresende wollen die LD-Manager etwa 15 Prozent des Personals entlassen bzw. in den Ruhestand versetzen. Derzeit sind in der Gesellschaft LD und ihren Tochterunternehmen 9.950 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. „Es ist nicht zu bestreiten, die Verringerung der Beschäftigtenzahl ist für jedes Unternehmen eine schmerzliche Entscheidung, aber ich bin überzeugt, dass wir diesen Schritt tun müssen, damit LD in diesem Jahr imstande ist, ihr finanzielles Gleichgewicht wiederzufinden und in Zukunft profitabel und konkurrenzfähig in der Region und auf dem internationalen Markt sein wird,“ begründete Kleinbergs den Vorstandsbeschluss. Hauptgrund für die Krise der lettischen Eisenbahn sind russische Transitunternehmen, die seit der Ukraine-Krise weniger Kohle über lettische Schienen zu den Häfen in Riga und Ventspils befördern.

Dieselqualm eines Güterzugs im Rigaer Wohnviertel Ķengarags, die lettische Eisenbahn scheint ziemlich investitionsbedürftig, Foto: LP

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Handball-EM Lettland gegen Deutschland: 27 zu 28 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Mittwoch, den 15. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Eine Niederlage als Achtungserfolg des EM-Neulings

Von Ralf Bongartz

TrondheimDie Sache in Trondheim schien klar: Das deutsche Team, eine Mannschaft mit langjähriger internationaler Erfahrung und Titelambitionen, traf im Vorrundenspiel der Gruppe C am 13. Januar 2020 auf den Neuling Lettland, als dessen größter Erfolg bislang gilt, sich erstmals für eine Handball-Europameisterschaft qualifiziert zu haben. Doch nach klarem und erwartbarem Vorsprung der Deutschen gelang den Letten in der zweiten Halbzeit eine überraschende Aufholjagd. Zuletzt fehlte nur ein Tor für eine Handball-Sensation.

Das norwegische Trondheim, hier findet ein Teil der derzeitigen Handball-EM statt, Foto: Åge Hojem/Trondheim Havn from Trondheim, Norway - Nidelva og TrondheimUploaded by beagle84, CC BY-SA 2.0, Link

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