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Münster, 25.5.2020
Die Seuchenerfahrungen der Vorfahren, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 12. April 2020 um 00:00 Uhr

Wie man dem Tod entkommt

Juan de Flandes: Jesus weckt Lazarus aufDie Vorfahren ahnten bereits, wer unbekannte Krankheiten, damit Not und Elend ins Land brachte: Reisende und Tiere aus der Ferne, also vor allem Reiter und Vögel, die als die Seuchen selbst personifiziert wurden. Die Bewohner von Landstrichen, die von der Pest und der Cholera überfallen wurden, rangen nach Mitteln, der tödlichen Gefahr zu entkommen oder aber, sich ihr zu stellen. Sie waren bestrebt, den Absichten der Krankheiten auf die Spur zu kommen und entwickelten spezielle Behandlungen, um sie abzuschrecken. Die überlieferten Sagen künden davon, wie die Letten es schafften, mit dem Leben davonzukommen.

Juan de Flandes: Jesus weckt den toten Lazarus auf, Foto: 1. The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH. ISBN: 3936122202. 2. Museo del Prado, Galería online, Gemeinfrei, Link

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Die Seuchenerfahrungen der Vorfahren, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 09. April 2020 um 18:44 Uhr

“Man spürte das Herannahen der Krankheit kaum: Sie begann mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit — und da war auch schon der Tod zur Stelle.”

Cholera-Gedenkkreut in München HaidhausenDieses Osterfest findet unter Umständen statt, die nicht weiter erläutert werden müssen. Kein lebender Zeitgenosse in Europa hat derartiges bislang erlebt. Für die Vorfahren gehörten aber Seuchen, Krankheiten und vorzeitiges Ableben zum brutalen Alltag. Was erzählten sie sich über Pest, Fieber und Cholera? Und wie konnte man diesen Plagen entkommen? Darüber geben verschiedene Überlieferungen aus der lettischen Märchen- und Sagensammlung von Peteris Smits Auskunft, die zum Teil digital auch in deutscher Sprache verfügbar ist (lfl.lv). Unter der Rubrik “Slimibas” (Krankheiten) erzählen Lettinnen und Letten, wie Seuchen die Menschen heimsuchten. Da häufig Orte oder Landstriche genannt sind, entspricht die formale Erzählform meistens den Sagen. Diese sind aber nicht literarisch ausgeschmückt und überarbeitet, sondern meistens kurz und bündig, so wie sie eben mündlich überliefert wurden. Die verknappte Form lässt das eigentlich Tragische zuweilen fast ein wenig komisch erscheinen, wenn zum Beispiel die Pest fast alle Bewohner eines Bauernhofs tötet: “Die Mägde prahlten stolz, gar nicht ans Sterben zu denken, aber beim Abendessen fielen ihnen die Löffel aus der Hand. Nur ein ganz alter Mann blieb am Leben. Alle anderen — der Bauer, die Bäuerin, drei Mägde, zwei Knechte und der Hirtenknabe — alle waren gestorben,” so erzählt es Karlis Blaubergis aus der Gegend von Serpils (lfl.lv). Ebenso tragikomisch bahnt sich in Blaubergis` Pesterzählung noch eine Liebesgeschichte an: “Es wird erzählt, dass in einer anderen Gemeinde nur zwei Menschen am Leben geblieben waren. Der eine begann aus vollem Halse zu schreien. Als der andere das hörte, antwortete er mit Schreien. So fanden sie sich: der eine (Mensch) war ein Mädchen, der andere ein Jüngling.” Das Verhältnis zwischen Menschen und Seuchen war in alten Zeiten ein enges, fasst zutrauliches. Smits` Sagensammlung kündet von den Versuchen, sich wechselseitig zu überlisten, manchmal mit Happy End für den Menschen.

Cholera-Gedenkkreuz in München-Haidhausen, Foto: Evergreen68 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

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Lettland: Zunahme der ermittelten Covid-19-Infektionen bislang nicht dramatisch PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. April 2020 um 00:00 Uhr

Sorgen bereitet das zu wenig geschützte Klinikpersonal

Austruma-Klinik in RigaJurijs Perevoscikovs, Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und -prophylaxe (SKPC), sagte am 3. April 2020 zu den Infektionszahlen: “Der Anstieg der Erkrankungen ist langsam und moderat. In einer ganzen Woche haben wir 20 bis 30 Neuerkrankungen pro Tag, das schwankt zwischen zwei und drei Prozent von allen Untersuchten. Wir können drei Risikobereiche bezeichnen: Notunterkünfte, Gesundheitsdienste und soziale Einrichtungen. Die Institutionen der Gesundheitsdienste sind mit persönlichen Schutzmitteln versorgt, deshalb hoffe ich, dass in ihnen solche Infektionsfälle bald weniger oft vorkommen werden. Sicher ist es noch zu früh, über Anzeichen zu reden, die auf eine Verringerung der Erkrankungszahlen deuten. Darüber kann man nicht einmal in China sprechen, ungeachtet der guten Maßnahmen, um Covid-19-Erkrankungen zu begrenzen.” (lsm.lv) Am 4. April nannte Perevoscikovs die neuesten Corona-Zahlen: Bislang ermittelte das SKPC 509 Infizierte. 26 von ihnen befinden sich in stationärer Behandlung. Der Zustand von drei Covid-19-Patienten gilt als kritisch. Das SKPC sieht für Lettland im internationalen Vergleich zwei Vorteile: Die Rückkehrer aus Corona-Krisengebieten wurden frühzeitig getestet, insgesamt ließ die lettische Gesundheitsbehörde bis zum 3. April 19.380 Covid-19-Verdachtsfälle untersuchen. Zudem erschwert die dünne Besiedlung des Landes die Virenverbreitung. Sorgen bereitet Perevoscikovs allerdings, dass sich das Klinikpersonal infiziert (lsm.lv).

Die Onkologie-Abteilung der Rigaer Austruma-Universitätsklink, auch hier wurden bereits Covid-19-Fälle festgestellt, Foto: mikroskops - Panoramio, CC BY-SA 3.0, Saite

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