logo
Münster, 24.2.2020
Ein von Krisjanis Karins gewünschte Arbeitsgruppe zu Medizinergehältern stößt auf Ablehnung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 11. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Lettische Gewerkschafter werten Karins` Vorstoß als Ablenkungsmanöver

Stradina-Klinik, altes GebäudeWenn Du nicht mehr weiter weiß, dann bilde einen Arbeitskreis“ - an diesem in Deutschland recht bekannten Motto scheint sich auch die lettische Regierung zu orientieren. Nachdem im verabschiedeten Haushaltsetat für 2020 die vom Gesetzgeber zugesagten Gehaltserhöhungen für das medizinische Personal nur zur Hälfte finanziert wurden, protestierten die Betroffenen vor der Saeima und fordern seitdem deren Auflösung und Neuwahl (LP: hier). Die zuständige Gesundheitsministerin Ilze Vinkele (Attistibai/ Par!) zeigte Verständnis für deren Unmut und forderte eine höhere Staatsverschuldung, um die Gehaltserhöhungen im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang doch noch zu erfüllen. Aber Ministerpräsident Krisjanis Karins (Jauna Vienotiba) akzeptierte keine Budgetänderungen und wies seine Ministerin öffentlich zurecht. Er beauftragte zunächst Vinkele statt dessen damit, bis Ende Januar 2020 ein neues Gehaltsmodell zu entwickeln, um die Bezahlung von Ärztinnen und Pflegern transparenter zu gestalten. Nun soll sich ein Think Tank, bestehend aus Experten der Staatskanzlei, die sich mit innovativen Verwaltungsmethoden beschäftigen und Delegierte der Mediziner-Gewerkschaft LVSADA dieser Aufgabe widmen. Doch die Gewerkschafter lehnen eine Mitarbeit ab und werfen Karins vor, von der gebrochenen Gehaltszusage des Gesetzgebers ablenken zu wollen.

Altes Gebäude der Stradina-Universitätsklinik in Riga, Foto: Jukemake - Paša darbs, CC BY-SA 4.0, Saite

Weiterlesen...
 
Lettischer Fonds für Natur kritisiert mangelnde Berücksichtigung ökologischer Kriterien in der Forstwirtschaft PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 09. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Widersprüche zwischen Ökologie und herkömmlicher Ökonomie

Leuchtturm SlitereAuf den ersten touristischen Blick ist Lettland ein grünes Land mit weitgehend unversehrter Natur. Charakteristisch sind die großen Kiefernwälder, die gleich hinter dem menschenleeren Sandstrand an der Ostseeküste beginnen. Zwischen den kleinen Dörfern im Landesinneren muss der Wanderer weite Wege zurücklegen, um über Wald- und Feldwege die nächste Siedlung zu erreichen. Der Anteil des Waldes an der Gesamtfläche Lettlands beträgt 54 Prozent, in der EU sind nur Finnland und Schweden bewaldeter. Mit durchschnittlich 30,7 Einwohnern leben in Lettland nicht einmal halb so viele Menschen auf einem Quadratkilometer wie in Mecklenburg-Vorpommern, dem bevölkerungsärmsten Land der deutschen Bundesrepublik. Doch Umweltschützer sehen die ökologische Situation Lettlands kritischer. Sie weisen auf Berichte der OECD und der EU-Kommission. Demnach reichen die Maßnahmen des Gesetzgebers nicht aus, um Biodiversität zu gewährleisten, Arten zu schützen und den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. Vor Weihnachten bewertete der Lettische Fonds für Natur (Latvijas Dabas fonds, LDF) die lettische Umweltpolitik (ldv.lv). Das ökologische Fazit ist gemischt: Die Umweltschützer loben die Absichtserklärungen der Regierung von Krisjanis Karins und auch das Bestreben der neuen Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, mit dem „European Green Deal“ die Mitgliedstaaten bis 2050 auf Klimaneutralität zu verpflichten. Doch bei einzelnen Maßnahmen entdecken die Ökologie-Experten sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene viel Widersprüchliches.

Landschaft mit Leuchtturm im Slitere-Nationalpark in Westlettland, Foto: Edgars Šulcs - Paša darbs, CC BY-SA 4.0, Saite

Weiterlesen...
 
Deutschbaltische „Umsiedlung“ vor 80 Jahren PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. Januar 2020 um 00:00 Uhr

"Im Ergebnis verlor Lettland mit der Repatriierung der Deutschbalten sehr viel“

KDF-Dampfer Vor 80 Jahren fuhren aus Liepaja (Libau) die letzten Schiffe ab, die lettische Deutschbalten in die besetzten Territorien Westpolens „umsiedelten“, wie es in der NS-Propaganda hieß. Nach Kriegsbeginn und Polenfeldzug hatte Hitler am 30. Oktober 1939 einen Vertrag mit dem lettischen Diktator Karlis Ulmanis geschlossen, der die mit Nachdruck betriebene Massenemigration regelte. Für viele Deutschbalten war der Auszug weder „Umsiedlung“ noch „Repatriierung“, wie die Letten diese Aktion nannten, sondern der Verlust einer jahrhundertealten Heimat. Doch manche glaubten an die nationalsozialistische Propaganda und erhofften sich eine glückliche Zukunft als „Baltendeutsche“ im Warthegau, dem von der Wehrmacht besetzten Teil Westpolens. Die Lsm-Journalistin Liba Mellere erkundigte sich in Liepaja, unter welchen Umständen der Abtransport aus der Hafenstadt erfolgte (lsm.lv).

Der KDF-Dampfer "Der Deutsche" beteiligte sich an der sogenannten "Umsiedlung" der Deutschbalten, Foto: Unbekannt - Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt 1850–1990, Band 5: Eine Ära geht zu Ende 1930 bis 1990, S. 128., Gemeinfrei, Link

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 5 von 381

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||