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Münster, 09.12.2019
Lettland: Mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 16. Oktober 2019 um 00:00 Uhr

Soziale und materielle Ungleichheit verursacht Migration

Textilfabrik in BangladeschAuf rechtsradikalen Webseiten und in ebenso gesinnten Büchern kursieren angesichts grenzüberschreitender Flüchtlings- und Migrantenzüge sonderbare Mutmaßungen. Der "Bevölkerungsaustausch" gehöre zu den Zielen Angela Merkels, um Deutschland zu zerstören (z.B. kopp-verlag.de). Weshalb verlassen zahlreiche Menschen ihre Heimat? Um diese Frage zu beantworten, muss man nicht über angebliche Geheimpläne spekulieren. Die Migration ist neben Krieg, Verfolgung und Vertreibung (auch aus klimatischen Gründen) eine Folge der sozialen und materiellen Ungleichheit innerhalb und zwischen den Staaten dieses Planeten. Dafür sind durchaus die politischen und ökonomischen Machthaber verantwortlich. Der sogenannte "Bevölkerungsaustausch" ist aber nicht geplant, sondern eher ein Kollateralschaden ihrer Politik, genauer: ihrer Freihandelsideologie, bei der sowohl Investoren als auch Lohnabhängige die jeweils günstigsten Bedingungen suchen. Meistens setzen sich allerdings die Interessen der kapitalkräftigen Investoren zulasten der kapitallosen Lohnabhängigen durch. Ebenso fesche wie preiswerte Markenmode aus Bangladesch wird bekanntlich mit dürftigen Löhnen und riskanten Arbeitsbedingungen hergestellt. Wenn die Arbeiterinnen Bangladeschs höhere Löhne erkämpfen, werden sie durch Automatisierung und Rationalisierung "freigesetzt". Die Modebranche findet in Kambodscha und Vietnam neue Arbeitswillige, die noch schlechtere Bedingungen akzeptieren (suedkurier.de). Lettland als armes unter den reichen Ländern und reiches unter den armen wird zum Austauschgebiet, nicht der gesamten Bevölkerung, aber zwischen gesuchten Arbeitskräften.

Eine Textilfabrik in Bangladesch, Foto: Fahad Faisal - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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25 Jahre Eisenbahnmuseum in Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. Oktober 2019 um 09:18 Uhr

Wie reichsdeutsche Dampflokomotiven nach Lettland kamen

Aufschrift auf der TE-036Hinter dem stattlichen Neubau der Nationalbibliothek befindet sich auf der Pardaugava-Seite Rigas eine historische Werkshalle mit einer Freifläche, auf der sich mehrere Gleise mit alten Signalen befinden. Hier sind Lokomotiven und Waggons aneinandergereiht. Sie bekommen kein grünes Licht. Die Passanten auf den Bahnsteigen werden nicht mehr zu Passagieren. Denn die Fahrzeuge haben hier nach langem Einsatz den letzten Stellplatz gefunden. Die Dampf- und Diesellokomotiven, alte Waggons und Spezialloks sind Exponate des Eisenbahnmuseums, das in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum feiert. Auch der Besitzer der Gedenkstätte, die staatliche Bahngesellschaft Latvijas Dzelzcels, hatte 2019 einen gedenkwürdigen Geburtstag, wurde nämlich 100 Jahre alt. Die Geschichte der lettischen Eisenbahn ist so wechselvoll wie die Geschichte des gesamten Landes. Davon künden nicht zuletzt zwei restaurierte Dampflokomotiven, die aus deutscher Produktion stammen.

Aufschrift TE-036 auf einem Exponat des Rigaer Eisenbahnmuseums, Foto: LP

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Lettischer Verteidigungsminister Artis Pabriks ehrt SS-Legionäre PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 10. Oktober 2019 um 00:00 Uhr

"Lettlands Legionäre sind der Stolz des lettischen Volkes und des Landes“

Artis PabriksAm 27. September 2019 fuhr Pabriks in den 181-Seelen-Ort More im Kreis Sigulda, 60 Kilometer von Riga entfernt. Er hielt dort eine Rede zum 75. Jahrestag der More-Kämpfe. Lettische SS-Legionäre, die teils von den Deutschen zwangsrekrutiert, teils freiwillig an der Seite der Wehrmacht gegen die Rote Armee kämpften, hatten die – nach lettischen Angaben – zehn Mal stärkeren Sowjets in einer mehrtägigen Abwehrschlacht zurückgeschlagen und damit deren Einmarsch in die lettische Hauptstadt verzögert. Daran erinnerten die Gedenkfeierlichkeiten, an denen auch Viesturs Bubucis, Stabschef der Nationalgarde, teilnahm. Der Tevija-Chor der Nationalarmee und die Folkloregruppe Vilkaci sorgten für Unterhaltung im Festprogramm. Auf dem örtlichen Soldatenfriedhof wurden am Legionärsdenkmal Blumen niedergelegt. Sie galten nach Auskunft des Verteidigungsministeriums dem „Helden“ der Schlacht, Rolands Kovtunenko (modgov.lv). Schließlich nutzte die Nationalgarde und ihre Jugendorganisation Jaunsardze die Gelegenheit, um Schüler anzuwerben. Diese übliche antibolschewistisch geprägte Erinnerungskultur wäre in der Öffentlichkeit längst abgebucht, wenn nicht Pabriks die Legionäre als Stolz des lettischen Volkes gepriesen hätte. Bei Sozialdemokraten und Antifaschisten entfachten die Ministerworte scharfe Kritik. Die Saeima-Oppositionspartei Saskana beschwerte sich beim NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Artis Pabriks, Foto: Saeima - 13.Saeimas deputātu svinīgais solījums, CC BY-SA 2.0, Saite

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