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Münster, 23.5.2017
Lettischer Staatspräsident Raimonds Vējonis schickt Gesetzesnovelle gegen Land Grabbing dem Parlament zur Überarbeitung zurück PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 02. April 2017 um 00:00 Uhr

Anfänger-Lettisch reicht nicht, um vor einer Kommission Pläne zu erläutern

Lettische LändereiErst wenn der Staatspräsident ein von den Parlamentariern beschlossenes Gesetz unterschreibt, ist es gültig. Wenn er Zweifel an dessen Rechtmäßigkeit hat, kann er die Unterschrift verweigern und es dem Parlament zur Überarbeitung vorlegen. Vējonis zweifelt am Gesetz „Über die Landprivatisierung in ländlichem Umfeld“, dessen Novelle am 23.3.2017 verabschiedet wurde. Wie bereits berichtet, wollten die Parlamentarier mit der neuen Fassung Land Grabbing verhindern. So bezeichnet man den Landkauf von ausländischen Investoren im großen Stil, die nur spekulieren wollen oder die Felder in einer Art bewirtschaften, die der örtlichen Bevölkerung mehr schadet als nutzt. Laut seiner Webseite (president.lv) teilte der Präsident der Saeima-Vorsitzenden Ināra Mūrniece am 31.3.2017 mit, dass er die Novelle für unvollständig, widersprüchlich und mit anderen Gesetzen nicht vereinbar hält und deshalb zur parlamentarischen Überarbeitung zurückschickt. Es sei nicht nötig, dass unklare gesetzliche Forderungen den heimischen Bauern erschwerten, neue landwirtschaftliche Flächen zu erwerben.

Lettische Länderei, Foto: LP

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Rigas Stadtregierung plant eine Kurklinik für Katzen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 01. April 2017 um 00:00 Uhr

Der Streit um Rigas sonderbarsten Darkroom ist Hauptthema des Kommunalwahlkampfs

Katzenturm des KatzenhausesDas „Katzenhaus“ ist eine bekannte Sehenswürdigkeit Rigas. Touristen kennen es als das auffällige Jugendstil-Gemäuer mit den Katzentürmen, das sich gegenüber den beiden neugotischen Gildehäusern befindet. Architekt Friedrich Scheffel hatte 1909 die Idee, Rigas Innenstadt mit diesem ebenso schmucken wie eigenartigen Haus zu bereichern. Auf ihm strecken zwei eiserne Katzen ihre Schwänze gen Himmel und halten sich geschickt auf den spitzen Turmdächern. Über sie ranken sich Gerüchte. Die Mäuseriche, die einen beträchtlichen Buckel machen, schuf ursprünglich der Schmied A. Bormanis. Der Bauherr, ein reicher lettischer Händler, soll damals Streit mit der Großen Gilde gehabt haben. Das war die Organisation der Kaufleute, in denen ein deutschbaltischer Geist waltete. Die standesbewussten Herrschaften wollten keinen Letten aufnehmen. Weil der Geschmähte seine Verachtung gegen die Gilde ausdrücken wollte, habe er die Katzen von einem Kollegen Bormanis`, P. Laumanis, so aufstellen lassen, dass sie ihre Hintern zur Gilde gestreckt hätten. Andere Gerüchte behaupten, der Inhaber des Katzenhauses habe Streit mit dem Stadtrat gehabt und die Hinterteile in dessen Richtung postiert. Es soll sogar zu juristischen Auseinandersetzungen gekommen sein. Doch in den Wirren des 20. Jahrhunderts gingen die Akten des Rechtsstreits und die lieblichen Katzenskulpturen verloren. Ināra Gulbe und Vilnis Zibenis haben sie dann 1982 neu entworfen. Nun strecken die Katzen ihre Schwänze in geziemende Richtungen. Das Thema Katzenhaus beherrscht den Rigaer Kommunalwahlkampf. Am 3.6.2017 werden die Rigenser ihre Vertreter im Stadtparlament neu wählen. Bürgermeister Nils Ušakovs, erklärter Liebhaber dieser kralligen Schmusetiere, plant, im Katzenhaus mit einer us-amerikanischen Erbschaft eine luxuriöse Kurklinik für erschöpfte Katzen einzurichten. Die Opposition schäumt.

Eine Katze des Katzenhauses in Riga, Foto: LP

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Lettische Gesetzesnovelle soll Land Grabbing verhindern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 25. März 2017 um 00:00 Uhr

Ausländische Landkäufer müssen fortan Lettisch verstehen

Palmölplantage„Land Grabbing“ ist weltweit zu beobachten: Kapitalanleger und Spekulanten kaufen im großen Stil landwirtschaftliche Flächen in ärmeren Ländern auf. Manchmal wird von ihnen nicht das angebaut, was für die heimische Bevölkerung von Nutzen wäre, statt dessen sprießt ökologisch Fragwürdiges, z.B. indonesisches Palmöl für Biokraftstoffe und Nougatcremes, brasilianisches Sojafutter für europäisches Vieh usw. Zudem bedroht die Nachfrage reicher Investoren die Existenz der Kleinbauern, weil für letztere die Ackerflächen zu teuer werden, um sie weiterhin zu pachten oder anzukaufen. Manchmal werden sie vom kostbaren Ackerland einfach nur vertrieben (SWR über YouTube). Auch europäische Landwirte bekommen Schwierigkeiten, wenn sich fremde Großinvestoren die Felder in der Nachbarschaft aneignen (arte.tv über YouTube). Die lettischen Parlamentarier haben am 23.3.2017 eine Gesetzesnovelle beschlossen, die Land Grabbing verhindern soll (saeima.lv). Dabei hilft u.a. die lettische Sprache.

Pestizideinsatz auf einer Palmölplantage in Asien, Land Grabbing ist mit vielen ökologischen und sozialen Problemen verbunden, Foto: Klaus Schenck, CC BY-SA 3.0, Link

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