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Münster, 18.1.2020
Lettland: Großrazzia auf dem Rigaer Zentralmarkt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. November 2019 um 00:00 Uhr

Zigaretten für 50 Cent, steuerfrei

Rigas ZentralmarktIn vielen Hauptstädten der Welt werden die wichtigsten Plätze umgebaut. Die Fremdenführer erzählen: `Hier war mal der Markt!` In Riga ist er immer noch da! Mitten in der Stadt, am Fluss Daugava,“ schreibt Rigas Stadt-PR (liveriga.com). Die fünf großen Hallen des Rigaer Zentralmarkts sind ein Touristenmagnet, ihre Gewölbe zieren so manche Broschüre. Die Rahmenkonstruktionen der 240 Meter langen und etwa 20 Meter hohen Hallen stammten vom 180 Kilometer entfernten Vainode in Kurland. In der Zeit des Ersten Weltkriegs hatte die deutsche Reichswehr das westlettische Gebiet besetzt und in Vainode einen Flugplatz mit Hangaren für Luftschiffe errichtet. Mit solchen `Dirigeables` bombardierten die Deutschen russische Gebiete. In den 20er Jahren ließ Stadtarchitekt Pavils Dreijmanis diese Kriegs-Hinterlassenschaft nach Riga überführen. Seine Bauarbeiter benötigten sechs Millionen Ziegelsteine, 2.460 Tonnen Stahl und 60.000 Fass Zement, um aus den luftigen Zeppelingaragen die damals größten und modernsten Markthallen Europas zu formen. Trotz ihrer Größe können sie nicht die gesamte Ware fassen, die zwischen der Maskava-, Gogola- und Turgeneva-iela gehandelt wird. Rundherum finden sich Stände und Verkaufsbuden, die Kleidung, Schuhe, Blumen, Haushaltswaren und vieles weitere anbieten – darunter Illegales, wie eine Aufsehen erregende Großrazzia nun Mitte November ergab. Polizisten, unter ihnen Spezialkräfte der Antiterror-Einheit Omega, hatten 89 Orte auf dem Marktgelände und anderen Stätten Rigas durchsucht. Sie erwischten zwölf Personen beim Verkauf von Schmuggelware: Über 8000 Zigaretten ohne Steuerzeichen, sechs Schusswaffen und 249 nachladbare Teile, also Munition. Die Schmuggel-Buden, die als Textilgeschäfte getarnt waren, befanden sich auf dem Gelände, das der Vorstand des städtischen Zentralmarkts an eine Privatfirma verpachtet hat.

Rigas Zentralmarkt, Foto: Benutzer: Brunswyk, CC BY-SA 3.0, Link

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Lettland: Streit in der Regierungskoalition wegen Medizinergehälter PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 23. November 2019 um 11:02 Uhr

Premier Krisjanis Karins weist öffentlich seine Ministerin Ilze Vinkele zurecht

Vor zwei Wochen protestierten Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte vor der Saeima. Der Gesetzgeber hatte Gehaltserhöhungen zugesichert, die die neue Regierung unter Krisjanis Karins in ihrem Haushaltsplan für 2020 dann doch nur zur Hälfte finanzieren wollte (LP: hier). Die Regierungsfraktion Attistibai/Par! (AP), der auch die Gesundheitsministerin Ilze Vinkele angehört, appellierte am 22. November 2019 an das Regierungskabinett, das Geld für die gesetzlich festgelegte Gehaltserhöhung vollständig aufzubringen und sie mit höheren Schulden zu finanzieren. Die Antwort des Ministerpräsidenten Karins, der Mitglied in der kleinsten Parlamentsfraktion, der Partei Jauna Vienotiba (JV) ist, kam prompt: Eine Erhöhung der Schulden sei unvernünftig, die Ministerin solle ihre Arbeit machen, statt Geld zu fordern.

Gesundheitsministerin Ilze Vinkele, Foto: Saeima.lv

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Rede der Parlamentspräsidentin Inara Murniece zum 101. Jahrestag der lettischen Republik PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 20. November 2019 um 00:00 Uhr

„Den Staat gestalten wir gemeinsam, unabhängig von der Volkszugehörigkeit“

Inara MurnieceDer 18. November ist der höchste Nationalfeiertag Lettlands. Vor nunmehr 101 Jahren wurde an diesem Tag in Riga, im (heutigen) Nationaltheater, die lettische Republik verkündet. Dieser Feiertag bedeutet für die Repräsentanten des Staates viel Arbeit. Zu den alljährlichen Ritualen gehört die feierliche Sitzung des Parlaments mit einer Festansprache der Vorsitzenden. Dieses Amt hat seit 2014 Inara Murniece (Nationale Allianz, NA) inne. Zur diesjährigen Jubiläumsrede ließ sie sich von Janis Rainis inspirieren (saeima.lv). Murniece zitierte zu Beginn Verse aus dem Epos „Daugava“, das Lettlands bekanntester Dichter 1919, im entscheidenden Jahr des nationalen Befreiungskampfes, veröffentlichte: „Wir wollen eine lettische Seele!/ Wir wollen eine eigene lettische Sprache!/ Wir wollen ein eigenes lettisches Land!/ Wir wollen frei sein!/ Wir wollen ein eigenes Leben in Freiheit!/ Und wir werden es erlangen!“ Murniece bezeichnete Rainis` Text als eines der glänzendsten poetischen Werke, das das Ziel des lettischen Volkes zum Ausdruck bringe, nämlich den eigenen lettischen Staat. „Dieses Ziel begeisterte im Unabhängigkeitskrieg [von 1919] und es begeistert uns noch heute.“ Der Einsatz und der Kampf für die eigene Unabhängigkeit, die eigene Sprache und die lettische Seele strukturierte die Rede Murnieces, die verdeutlicht, wie eng die heutigen politischen Einschätzungen mit den historischen Erfahrungen verbunden sind.

Parlamentspräsidentin Inara Murniece bei ihrer Ansprache am 18.11.2019, Foto: Saeima

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