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Münster, 24.2.2020
Frohe Weihnachten 2019, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 21. Dezember 2019 um 00:00 Uhr

Rigaer Weihnachtsmarkt

Rigaer Weihnachtsmarkt, Foto: LP

„Diese Lichtstrahlen zerstreuen in allen Häusern und allen Herzen die Schatten der vergangenen Knechtschaft“

Weihnachten 1919 war für die Deutschbalten eine schwere Zeit. Paul Schiemann beschrieb im ersten Teil, dass der Hass des Kriegs entzweit hatte und die Menschheit - „und mit ihr auch wir“ - „dem Gedanken der christlichen Nächstenliebe (...) entwachsen“ sei. Der deutschbaltische Journalist und Politiker beschrieb die Situation seiner Landsleute mit einem düsteren Bild: „Wir leben in der Finsternis der Nacht.“ Der Redakteur der Zeitung „Cesu Vestnesis“ fand am Heiligen Abend des Jahres 1919 gegenteilige Bilder: Aus lettischer Sicht war es eine Zeit von Tagesanbruch und Morgenröte. Weihnachtliche Grüße veröffentlichte Thomas James Orbison alias Kapitans Orbisons. Der US-Amerikaner war der gute Onkel für lettische Waisenkinder und sah sich als Freund des lettischen Volkes. Er empfahl ihm, Freundschaft mit den Entente-Mächten zu schließen und warnte vor dem neuen Feind.

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Frohe Weihnachten 2019, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 19. Dezember 2019 um 00:00 Uhr

Paul Schiemann: „In ohnmächtiger Wut heben wir die Faust gen Himmel: Gib uns unsere Weihnacht!“

Klappbarer WeihnachtsbaumIhnen angenehme kommende Festtage und dazu eine hundertjährige Grußbotschaft, die in mancher Hinsicht abgegolten ist, in veränderten Zusammenhängen allerdings aktuell erscheint. Weihnachten 1919 gestaltete sich recht verschieden, je nach dem, welcher ethnischen Gruppe sich die Feiernden zugehörig fanden. Paul Schiemann fragte seine Leser mit trotzigem Ausrufezeichen: „Wo ist unser Recht auf die Weihnacht!” (periodika.lv). Der liberale Publizist und Politiker, der viel für die Integration der Deutschbalten in die lettische Republik tat, sah jegliche Fähigkeit verloren, dieses christliche Fest zu feiern: „Dass wir nicht hoffen können, nicht lieben und nicht leben.“ Kurz vor Kriegsende, nach der verlorenen Schlacht ihrer Landeswehr gegen Esten und Letten, hatten die Deutschbalten, zumindest die kleine adelige Minderheit unter ihnen, ihre führende politische und soziale Stellung verloren. Die Zukunft schien hoffnungslos, damals noch nicht wegen des anstehenden Endes des vom Menschen angerichteten Kapitalozäns (youtube.de), sondern wegen des unchristlich angestauten Hasses zwischen Ethnien und Nationen - doch auch der staut sich inzwischen wieder auf, wenn es um den Verbrauch der letzten Ressourcen geht und sich die Frage stellt, wer im sozialdarwinistischen Survival of the Fittest durchhalten wird (wobei sich das Fitsein in Dollar oder Euro, nicht in biologischer Muskelkraft berechnet) und wer im mehrfachen Wortsinne vor den Küsten des Wohlstands ausgebootet werden darf.

Weihnachtsbaum, der im Ersten Weltkrieg mit der Feldpost verschickt wurde, Foto: Nightflyer - Eigenes Werk, CC0, Link

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Klimaerwärmung: Weiße Weihnachten in Riga ungewiss PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. Dezember 2019 um 00:00 Uhr

Das Jahr 2019 könnte für Lettland einen neuen Wärmerekord bedeuten

Weihnachtmarkt am DomAllmählich müssen Rigenser auf weiße Weihnachten hoffen wie beispielsweise Bewohner des Niederrheins, wo sie ein ähnliches Wunder bedeuten wie eine Marien-Erscheinung. Derzeit ist an der Mündung der Daugava kein dauerhafter Schnee in Sicht; der Frost der Nacht weicht dem Tauwetter des Tages. Nach Angaben lettischer Klimaforscher hat sich die hiesige Durchschnittstemperatur in den letzten 30 Jahren um 0,7 Grad erhöht. Die Werte für das Jahr 2019 befinden sich bislang deutlich über dem Rekordjahr 2015. Dennoch wird auch in Lettland der menschengemachte Klimawandel angezweifelt.

Ein schneebdecktes Bild vom Rigaer Weihnachtsmarkt am Dom vor einigen Jahren, Foto: LP

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