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Münster, 28.9.2020
Bürgerrechtsbüro kritisiert Einschränkung der Grundrechte in lettischen Pflegeheimen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. August 2020 um 12:05 Uhr

Corona-Bestimmungen verschleiern den Pflegenotstand

Sozialzentrum in RigaIn Lettland sind die Infiziertenzahlen der Corona-Pandemie vergleichsweise gering. Für Reisende aus Ländern, in denen die Infektionsraten steigen, ordnet die Regierung wieder zweiwöchige Quarantäne an. Im Landesinneren herrscht hingegen zunehmend Lockerheit. Die Masken sind verschwunden; nur im Supermarkt hört man dreisprachig (Lettisch, Russisch, Englisch) den Aufruf, zwei Meter Abstand “for your own safety” zu halten. Doch das Büro des Ombudsmanns für Menschenrechte kritisiert, dass die Bewohner von Pflegeheimen immer noch strikter und unverhältnismäßiger Isolation ausgesetzt seien. Es hat den Verdacht, dass diese Einschränkung der Grundrechte eine bequemere und kostengünstigere Verwahrung ermöglicht.

Ein sozialpflegerisches Zentrum in Riga, Foto: LP

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Neue Covid-19-Liste des lettischen SPKC: Nun müssen auch Einreisende von den Britischen Inseln in die lettische Selbstisolation PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 14. August 2020 um 14:32 Uhr

Deutschland nur noch knapp von der Quarantänepflicht entfernt

Gut wäre es, wenn Liechtenstein noch Platz für einen Airport hätte. Das ermöglichte jenen unter den 38.650 Einwohnern des sechstkleinsten Landes der Erde, die eine unstillbare Lettland-Sehnsucht in ihrer Brust empfinden, diese nach wie vor stillen zu können, ohne den zweiwöchigen Urlaub in Riga oder Kuldiga 14 Tage lang in Quarantäne hinter verschlossenen Hoteltüren verbringen zu müssen. Zwar zählt der Lielvalsts (Großstaat) Lettland Liechtenstein selbst zu den vom Virus einigermaßen unbefallenen Gebieten, doch es ist von Corona-verseuchten Nachbarländern umzingelt, Schweiz und Österreich, deren Flughäfen tabu sind, denn auch mit Transitreisenden, die durch verseuchtes Territorium reisen, kennt der Lette kein pardon. Mit der Airline “Vaduzia” könnten Liechtensteiner über einen Umweg beispielsweise über Rom doch noch Riga erreichen - könnten, denn der “Vaduz Airport” ist nur eine Modellanlage (vaduz-airport.jimdofree.com). Nach der neuesten Covid-19-Liste des SPKC ist auch Deutschland nur noch unweit von der lettischen Quarantänepflicht entfernt. Unter “weiterlesen” finden Sie die aktuelle Länderliste des SPKC.

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Archäologische Arbeiten am Jungfernhof bei Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 13. August 2020 um 12:54 Uhr

Mit dem Spaten durch die livländische Geschichte

Ruine des JungfernhofsDamit dieser Artikel gut endet, wird das Schlimmste vorweg genannt: Das historische Gelände in der Nähe des Rigaer Viertels Kengarags am Daugava-Ufer ist vor allem als NS-Außenlager Jungfernhof bekannt. Hierhin ließ das deutsche Nazi-Regime ab 1941 mehrere tausend jüdische Bürger aus “Großdeutschland” deportieren, um in schlimmsten Verhältnissen zu verhungern, zu erfrieren oder tödlich zu erkranken. Jene geschätzt 1.800 Gefangene, die das Schreckensregime des Lagerleiters Rudolf Seck überlebt hatten, aber nicht mehr als arbeitsfähig galten, fielen dann in der “Aktion Dünamünde” im Frühjahr 1942 Massenerschießungen zum Opfer, die vom SS-Obersturmführer Gerhard Maywald organisiert und vom Kommando des SS-Kollaborateurs Viktors Arajs verübt wurden. Ein Bericht mit Erinnerungen des Jungfernhof-Überlebenden Herbert Mai erschien 2010 in der Mainpost (mainpost.de). Doch der Jungfernhof ist nicht nur ein behelfsmäßiges NS-Lager gewesen, er hat eine lange Vorgeschichte bis ins 13. Jahrhundert, die Aufschluss über das Leben der lettischen und deutschbaltischen Vorfahren gewährt. Archäologen erkunden das Gelände seit März des Jahres; Ziel ist es, historische Gebäude zu rekonstruieren.

Ruine auf dem Gelände des Jungfernhofs, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite

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