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Münster, 29.3.2020
Lettische Kunstausstellungen im Februar 2020 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 30. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Vom eitlen Bemühen, das Vergangene zu rekonstruieren

Caro JostEs war nicht vorgesehen, dass die Ausstellung über Dzemma Skulme ihr zum Gedächtnis stattfinden wird: Die Malerin ist am 9. November des letzten Jahres gestorben, zuvor hatten die Kuratorinnen sie noch in ihre Vorstellungen einbezogen. Von den Schwierigkeiten des Erinnerns und erfolglosen Versuchen, das Vergangene wieder herzustellen künden zwei weitere Ausstellungen. Eriks Apalais problematisiert mit den Mitteln der bildenden Kunst den Zusammenhang zwischen Zeichen, ihren Bedeutungen, der Erinnerung und wirklich Geschehenem; zwischen diesen Zuständen und Größen erstreckt sich ein vieldeutiger Raum, in dem die Wörter und Bilder dahinschweben. Caro Jost will mit Handfestem die Erinnerung bewahren, sie nimmt Abdrücke von den Straßen und Wegen bedeutungsvoller Orte und weiß um die Vergeblichkeit jeglichen Bemühens, Vergangenes wiederherzustellen. Hier die Zusammenfassung aus PR-Texten lettischer Museen für den Februar.

Werk von Caro Jost, Foto: Fotograf Florian Holzherr, CC BY-SA 3.0 de, Link

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Lettland: Saeima erklärt russische Geschichtsfälschungen über den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs für inakzeptabel PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 25. Januar 2020 um 13:24 Uhr

„An welchem Ort trainierten deutsche Panzerfahrer? In der Sowjetunion!“

saeima am 16. Januar 2020Vor dem Hintergrund der aktuellen Streitigkeiten zwischen Russland und Polen, welches Land für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs an der Seite Deutschlands mitverantwortlich ist, haben die Abgeordneten der lettischen Saeima am 16. Januar 2020 eine Resolution beschlossen, die Umdeutungen und Geschichtsfälschungen verurteilt (titania.saeima.lv). In ihr heißt es unter anderem, dass die Versuche russischer Amtsträger, historische Fakten über Ursachen, Fortgang und Resultat des Zweiten Weltkriegs zu leugnen, das Bestreben darstelle „die Verantwortung der Sowjetunion für den Kriegsausbruch in Europa zu verringern und die begangenen Verbrechen des totalitären Sowjetregimes zu relativieren“. Im Hinblick auf das geheime Zusatzabkommen des Hitler-Stalin-Pakts, das die Aufteilung Osteuropas unter den beiden Großmächten vorsah, heißt es: „Das Bestreben russischer Amtsträger, international anerkannte historische Einschätzungen infrage zu stellen, Aktionen der Sowjetunion zu rechtfertigen, die gegen die staatliche Souveränität und territoriale Integrität anderer Staaten gerichtet waren, stehen im Widerspruch zu den Prinzipien historischer Gerechtigkeit und zu den Grundlagen guter Nachbarschaft.“ Die Erklärung erinnert daran, dass Lettland 1940 zunächst von sowjetischen Truppen besetzt wurde und bereits nach dem Einmarsch der Roten Armee schwere Repressionen gegen die lettische Bevölkerung erfolgten. Im Gegensatz zu westeuropäischen Ländern sei Lettland wie andere Staaten Zentral- und Osteuropas am 8. Mai 1945 nicht befreit, sondern wiederholt von der „zweiten totalitären Macht“, der Sowjetunion, okkupiert worden. Initiator der Saeima-Resolution war Ainars Latkovskis, Fraktionsvorsitzender der Regierungspartei Jauna Vienotiba (JV). 69 von hundert Abgeordneten stimmten für die Erklärung, die oppositionelle Partei Saskana beteiligte sich nicht an der Abstimmung, die nach einer lebhaften Debatte (saeima.lv) erfolgte.

Saeima-Sitzung vom 16.1.2020, Foto: Ieva Abele, Saeima

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Lettland: Armutsgefährdungsquote verringerte sich, bleibt aber überdurchschnittlich hoch PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 23. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Mehrheit der lettischen Rentner von Altersarmut betroffen

Bettlerin in der Altstadt RigasInformationen zur relativen Armut werden häufig angezweifelt (z.B. sueddeutsche.de). Wer in einem westlichen Industrieland nur 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens bezieht, ist im Vergleich zu einem Bewohner in einem Hungergebiet noch ziemlich wohlhabend, gilt aber im eigenen Land nach EU-Definition als armutsgefährdet. Die CDU/CSU-Fraktion weist darauf hin, dass Armutsrisiko und Armut nicht dasselbe seien, auch bei allgemein steigendem Wohlstand könne sich die Quote relativer Armut erhöhen (cducsu.de). Doch auch diese Form der Armut ist ein ernstzunehmendes Problem, das regierende Politiker allzu zaghaft angehen. Die Armutsquote kennzeichnet die Ungleichheit und Spaltung einer Gesellschaft. Jene, die relativer Armut ausgesetzt sind, sehen sich auf mannigfache Weise diskriminiert: Sei es als Bittsteller bei Behörden oder sei es beim Geld, das fehlt, um an den kostspieligen Konsum- und Freizeitvergnügen des Freundeskreises teilzunehmen. Hinzu kommen individualisierende Bewertungen wie „schlecht qualifiziert“ oder einfach nur „selber schuld“, die am Selbstbewusstsein der Betroffenen nagen. Lettlands Zentrale Statistikbehörde (CSP) veröffentlichte am 16. Januar 2020 die neuesten Zahlen zum Thema: 2018 hat sich im Vergleich zum Vorjahr die lettische Armutsgefährungsquote leicht verringert (csb.gov.lv). Ein Grund dafür ist die Erhöhung des Mindestlohns. Im EU-Vergleich bleibt die Quote allerdings überdurchschnittlich hoch.

Bettlerin in der Rigaer Altstadt, dort ist das Betteln mittlerweile verboten, Foto: LP

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