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Münster, 11.7.2020
Lettland: Zunahme der ermittelten Covid-19-Infektionen bislang nicht dramatisch PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. April 2020 um 00:00 Uhr

Sorgen bereitet das zu wenig geschützte Klinikpersonal

Austruma-Klinik in RigaJurijs Perevoscikovs, Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und -prophylaxe (SKPC), sagte am 3. April 2020 zu den Infektionszahlen: “Der Anstieg der Erkrankungen ist langsam und moderat. In einer ganzen Woche haben wir 20 bis 30 Neuerkrankungen pro Tag, das schwankt zwischen zwei und drei Prozent von allen Untersuchten. Wir können drei Risikobereiche bezeichnen: Notunterkünfte, Gesundheitsdienste und soziale Einrichtungen. Die Institutionen der Gesundheitsdienste sind mit persönlichen Schutzmitteln versorgt, deshalb hoffe ich, dass in ihnen solche Infektionsfälle bald weniger oft vorkommen werden. Sicher ist es noch zu früh, über Anzeichen zu reden, die auf eine Verringerung der Erkrankungszahlen deuten. Darüber kann man nicht einmal in China sprechen, ungeachtet der guten Maßnahmen, um Covid-19-Erkrankungen zu begrenzen.” (lsm.lv) Am 4. April nannte Perevoscikovs die neuesten Corona-Zahlen: Bislang ermittelte das SKPC 509 Infizierte. 26 von ihnen befinden sich in stationärer Behandlung. Der Zustand von drei Covid-19-Patienten gilt als kritisch. Das SKPC sieht für Lettland im internationalen Vergleich zwei Vorteile: Die Rückkehrer aus Corona-Krisengebieten wurden frühzeitig getestet, insgesamt ließ die lettische Gesundheitsbehörde bis zum 3. April 19.380 Covid-19-Verdachtsfälle untersuchen. Zudem erschwert die dünne Besiedlung des Landes die Virenverbreitung. Sorgen bereitet Perevoscikovs allerdings, dass sich das Klinikpersonal infiziert (lsm.lv).

Die Onkologie-Abteilung der Rigaer Austruma-Universitätsklink, auch hier wurden bereits Covid-19-Fälle festgestellt, Foto: mikroskops - Panoramio, CC BY-SA 3.0, Saite

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Corona-Bonds: Lettland finanzpolitisch nicht mehr auf deutscher Seite PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 01. April 2020 um 00:00 Uhr

Das neoliberale Aushängeschild zeigt erste Risse

Bettlerin in Rigas AltstadtVon Nord Stream 2 abgesehen bestand in den Treffen zwischen lettischen und deutschen Regierungsvertretern stets große Eintracht, auch in finanzpolitischer Hinsicht. Lettische Minister unterstützten seit der Finanzkrise die EU-Austeritätspolitik, die den Lettinnen und Letten Arbeitslosigkeit, Lohnkürzungen und eine desolate medizinische Versorgung bescherte, denn es galt, angeblich “systemrelevante” Banken zu retten und sich als Euro-Beitrittskandidat an den Maastricht-Kriterien zu orientieren. Vorrangiges Ziel innerhalb der Euro-Zone sind ausgeglichene Staatshaushalte, deren Sinn von kritischen Ökonomen allerdings bezweifelt wird (makroskop.eu). Bislang konnten sich die Deutschen als Exportüberschussmeister darauf verlassen, dass die lettische Regierung fiskalpolitisch beiseite steht, obwohl das deutlich ärmere Lettland, dessen Handels- und Leistungsbilanzen häufig negativ ausfallen, sich mit derartigen Beschränkungen selbst Schaden zufügt. Jüngst forderten neben dem durch Corona schwerst betroffenen Italien so unterschiedliche Länder wie Spanien, Frankreich, Portugal, Irland, Luxemburg, Slowenien, Belgien und Griechenland, dass die EU-Staaten endlich gemeinsam Staatsanleihen zu einem einheitlichen Zins aufnehmen (wort.lu). Diese Anleihen waren während der Finanzkrise als Euro-Bonds im Gespräch, sie werden jetzt Corona-Bonds genannt. Erwartungsgemäß kam es in Brüssel zum Streit mit den Deutschen und ihren fiskalpolitischen Gesinnungsfreunden aus Österreich, den Niederlanden und Finnland. Doch diese vier reichen Nationen scheinen sich zu isolieren. Erste Stellungnahmen in den lettischen Medien deuten darauf hin, dass die Deutschen diesmal keine Unterstützung aus Lettland zu erwarten haben.

Bettlerin in Rigas Altstadt, die Austeritätspolitik des letzten Jahrzehnts hat viele Existenzen in Lettland ruiniert, Foto: LP

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Lettland: Bislang wurden 305 Menschen positiv auf Covid-19 getestet PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. März 2020 um 11:26 Uhr

Hilfe aus China, Corona verbreitete sich in einer Klinik, kein Freifahrtschein für Rigas Senioren

Jurijs Perevscikovs, Leiter des Zentrums für Krankheitsprophylaxe und -kontrolle (SPKC) gab am Samstagmorgen den neuesten Stand der Covid-19-Testergebnisse bekannt. Bis gestern wurden insgesamt 305 Personen ermittelt, die sich mit dem Corona-Virus infizierten. Davon befinden sich 21 im Krankenhaus, drei Patienten sind im kritischen Zustand und müssen beatmet werden. Vor einigen Tagen vermochten die Mediziner, die Infektionswege der positiv Getesteten noch zurückzuverfolgen. Die Betroffenen sind gerade aus dem Ausland zurückgekehrt und gehören jüngeren oder mittleren Altersgruppen an. Doch am Mittwoch hatte Perevscikovs berichtet, dass erstmals die Infektionswege einiger positiv Getesteter nicht mehr ermittelt werden konnten. Damit kommt das Infektionsgeschehen in Lettland in die zweite Phase, in der sich das Virus innerhalb der Bevölkerung zu verbreiten beginnt. Lettland, das knapp zwei Millionen Einwohner hat, steht mit diesen Infektionszahlen etwas besser da als seine baltischen Nachbarn. In Litauen wurden 358 Menschen positiv getestet, fünf Covid-19-Patienten sind dort gestorben. In Estland, das nur 1,3 Millionen Einwohner hat, sind bereits 575 Menschen positiv getestet und ein Patient ist gestorben (coranavirus.jhu.edu, Stand 28.3.20, 11 Uhr). Natürlich beherrscht auch in Lettland Corona die Schlagzeilen auf virale Weise. Die Pandemie betrifft alle Lebensbereiche; hier nur einige Schlaglichter aus der Meldungsflut der letzten Tage.

Bisherige Verbreitung des Virus` in Lettland, Foto: HueMan1, silraks - Šis fails tika iegūts no:  Latvia, administrative divisions - Nmbrs.svg: , CC BY-SA 4.0, Saite

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