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Münster, 28.9.2020
Lettischer Ministerpräsident Krisjanis Karins für seinen Verhandlungsstil auf dem EU-Gipfel gelobt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 22. Juli 2020 um 14:53 Uhr

Zustand der EU: Nationale Egoismen und Vorurteile statt Verantwortung für das Ganze

Europagebäude in BrüsselIlze Nagla, eine durchaus kritische EU-Korrespondentin des öffentlich-rechtlichen TV-Senders LTV, fand viel Lob für den lettischen Ministerpräsidenten beim Brüsseler Gipfel der letzten Tage, bei dem der Europäische Rat der 27 Regierungschefs die Finanzierung des EU-Wiederaufbauplans verhandelte. Während Länder wie die Niederlande in “eherner Pose” sich gegen Zuschüsse wendeten und für sich Rabatte einforderten, habe Lettland diesmal eine andere erfolgreiche Verhandlungstaktik gewählt: “Lettlands Premier Krisjanis Karins beteiligte sich nicht nur aktiv an der Lösung eigener Probleme, sondern auch an jener anderer Länder und zeitweilig leitete er gemeinsam mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel auch die Verhandlungen. Gewiss war es leichter, nachdem man dem einen oder anderen Land geholfen hat, auch für Lettland mehr zu erreichen.” (lsm.lv) Dazu zitiert sie Karins: “Man sucht jene, die Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind. Und Lettland zeigt nun zunehmend, dass wir nicht nur mit dem Finger aufzuzeigen verstehen, um nach etwas zu bitten, sondern wir schon auf jenem Niveau und in jenem Club sind, dass wir mit allen anderen gleichwertig sind. Wir sind Teil der Lösung. Und das muss uns selbst bewusst sein.” Auf Naglas Frage, ob Karins` Verhandlungsführung an der Seite Merkels Lettland mehr Geld eingebracht habe, meinte der lettische Regierungschef diplomatisch, dass der Verhandlungsprozess kompliziert gewesen sei, “das aber nicht geschadet” habe. Die Ergebnisse des EU-Gipfels werden aus diversen politischen Lagern recht unterschiedlich bewertet.

Das Europagebäude in Brüssel, Foto: Samynandpartners - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

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Lettland: Einreisende müssen Fragebogen ausfüllen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Juli 2020 um 06:36 Uhr

Reisende aus der Schweiz und Österreich knapp an der Grenze zur Quarantänepflicht

Rigas ZOBDas lettische Regierung hat beschlossen, dass Einreisende, die mit Transportunternehmen die Grenze passieren, ab dem 16. Juli 2020 einen Fragebogen ausfüllen müssen (mk.gov.lv). Laut Darstellung des Ministerkabinetts werden die Daten zur Pandemie-Bekämpfung genutzt.

Rigas ZOB, Foto: Mārtiņš Bruņenieks - Paša darbs, CC BY-SA 4.0, Saite

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Von der Poesie zur Psychiatrie: Der lettische Schriftsteller Janis Poruks, Teil 1: "Der Perlenfischer" - die erste romantische Erzählung in der lettischen Literatur PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. Juli 2020 um 00:00 Uhr

Die Sehnsucht des Empfindsamen und sein glücklicher Tod

Blaue BlumeDer jugendliche Ansis hat eine verrückte Idee: Um sich einen Abschluss am fernen Gymnasium in Riga leisten zu können, will er Perlen im lettischen Fluss Gauja fangen, also dort, wo nur Schnecken, aber keine Austern zu finden sind. Gutsherr Talheims, der diesem merkwürdigen Treiben zuschaut, findet Gefallen an diesem eigenartigen und unpraktischen Charakter. Er erinnert ihn an einen Studienfreund, den er an der Königlich-Sächsischen Forstakademie Tharandt bei Dresden kennengelernt hatte. Dieser besaß eine künstlerische Ader, träumte zuviel und hatte sich schließlich umgebracht. Talheims liebt die poetisch Gesinnten und fördert Ansis` Bildung, warnt ihn vor dem Träumen und vor zu früher Liebeshingabe. Doch Ansis` Lebensweg führt nicht zu einer bürgerlichen Karriere. Der Träumer wird von Liebesbegegnungen ergriffen, deren unbedingter Anspruch im Diesseits unerfüllbar bleibt. Ansis Vairogs, Hauptfigur der Erzählung “Perlenfischer” von 18951, die Rezensenten für das erste romantische Werk der lettischen Literatur halten, ist ein Ebenbild des Autors Poruks, der in Dresden seine glücklichste Zeit erlebt haben soll. Mit dem Perlenfischer gestaltete er den lettischen Taugenichts, der sich nicht in die Begrenztheit des bürgerlichen Alltags einfügen mag. Im Unterschied zu Eichendorffs Taugenichts findet Ansis die Erfüllung nicht in irdischer Liebe, sondern im Tod.

Die blaue Blume als romantisches Motiv der Sehnsucht und der Liebe, Foto: Guido Gerding - URL: Ex: Natura - Freies Portal für Umweltbildung (Environmental Education), CC BY-SA 3.0, Link

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