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Münster, 12.7.2020
Lettische Kunstausstellungen im Juli 2020 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. Juli 2020 um 00:00 Uhr

Von flüsternden Wäldern und geschwätzigen Pflanzen

Zarins, das Grab des DichtersRihards Zarins gehört zu den Gestaltern lettischer Nationalsymbole. Er entwarf das Porträt der Frauenfigur, die heute auf der lettischen Ein-Euro-Münze abgebildet ist. Zarins war durch die Kunstströmungen geprägt, die um 1900 vorherrschten: Symbolismus, Nationalromantik und Jugendstil. Seine Radierungsserie “Was lettische Wälder flüstern” wurde zum Titel der aktuellen Ausstellung im Nationalmuseum, die die Vorliebe des Grafikers für sagenumwobene lettische Landschaften offenbart. Der Zukunft zugewandt ist die Kunst-Botanik, die im Kunstzentrum “Kim?” zu erleben ist. Die Vision, mit Pflanzen und anderen Lebewesen des Weltalls ins Gespräch zu kommen, wird spielerisch erprobt. Für Liga Skarina sind hingegen leblose Materialien die Inspirationsquelle. Deren Form wird ihr zum Inhalt. Aus der Beschäftigung mit dem Material gewinnt die Keramikerin ihre Ideen. Hier die Zusammenfassung von PR-Texten lettischer Museen für den Monat Juli.

Rihards Zarins, Das Grab des Dichters, Foto: Normunds Braslins/ LNMM

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Lettische Verfassungsrichter halten Sozialhilfesatz von 64 Euro für verfassungswidrig PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 27. Juni 2020 um 09:47 Uhr

“Die Verringerung der Ungleichheit muss absolute Priorität haben”

Bettlerin in der Rigaer Altstadt

64 Euro, das ist die Summe, die lettischen Sozialhilfeempfängern monatlich gesetzlich zusteht. Zwar dürfen Städte und Gemeinden, die für diese Zahlungen zuständig sind, den Betrag bis zur Bedürftigkeitsschwelle von 128,06 Euro aufstocken, aber auch das dürfte nicht reichen, um in Riga oder Liepaja ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Wer als Erwerbsloser keine Angehörigen hat, die finanziell unterstützen, dem bleiben Obdachlosenasyl, Betteln oder Stehlen. Nach Rumänien hat Lettland die zweithöchste Armutsgefährdungsquote innerhalb der EU. Die wechselnden Regierungen der rechtsliberalen und nationalkonservativen Parteien haben die Probleme der Armut und der sozialen Ungleichheit jahrelang ignoriert. Juris Jansons, der Ombudsmann für Menschenrechte, klagte im letzten Herbst vor dem Verfassungsgericht, weil das gesetzliche Mindesteinkommen, aus dem sich der Sozialhilfesatz berechnet, nicht reiche (LP: hier). Die Verfassungsrichter gaben nun Jansons recht.

Bettlerin in der Rigaer Altstadt, Foto: LP

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Venedig-Kommission empfiehlt lettischer Regierung Verbesserungen bei den Sprachgesetzen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 25. Juni 2020 um 11:42 Uhr

Gleichgewicht zwischen Staatssprache Lettisch und Minderheitensprache Russisch nicht immer gewährleistet

Russische Schülerproteste 2003

In einem lettischen Linienbus: Ein junger Eishockeyfan im Trikot von Dinamo Riga steigt ein. Eine Gruppe Jugendlicher spricht ihn auf Russisch an. Er antwortet auf Lettisch, man sei doch schließlich in Lettland. Die Jugendlichen wechseln ins Englische: Man sei nun in der EU und müsse Englisch sprechen. Das ist ein Beispiel für die Streitigkeiten, die Lettisch- und Russischsprachige miteinander austragen. Touristen, die nicht provozieren wollen, sollten das heikle Thema Sprachpolitik lieber meiden. Fast 30 Jahre nach der wiedererlangten Unabhängigkeit ist der Sprachenstreit in Lettland noch immer akut. Während die lettische Mehrheit die eigene Sprache als einzige Amts- und Staatssprache gesetzlich festgeschrieben hat, sieht die russische Minderheit darin eine Diskriminierung ihrer Muttersprache. Die Proteste entfachten vor allem an den mehrfachen gesetzlichen Änderungen für Minderheitenschulen, Russisch als Unterrichtssprache stufenweise einzuschränken. 2017/18 novellierte der Gesetzgeber nochmals: Zukünftig soll der Unterricht an Grundschulen (1. bis. 9. Klasse) bis zu 80 Prozent auf Lettisch erfolgen, auf Mittelschulen (10. bis 12. Klasse) zu 100 Prozent. Zudem ist es zukünftig nicht mehr möglich, die Abschlussprüfungen der 9. und 12. Klasse auf Russisch zu absolvieren. Als Mitglied des Straßburger Europarats, dem fast alle europäischen Staaten angehören, hatte Russland veranlasst, die neuesten lettischen Gesetzesnovellen überprüfen zu lassen. Die Venedig-Kommission, die im Auftrag des Europarats nationale Gesetzgebungen im Hinblick auf internationale Abkommen begutachtet, hat am 18. Juni 2020 ihre Ergebnisse vorgelegt (venice.coe.int). Die fünf Gutachter, unter ihnen der deutsche Völker- und Europarechtler Rainer Hofman, kamen zu einem differenzierten Ergebnis.

Protest russischer Schüler im Jahr 2003 gegen das Gesetz, dass nur 40 Prozent des Unterrichts auf Russisch stattfinden darf, Foto: PCTVL - http://www.rusojuz.lv/public/img/articles_img/11975/fs_0_1455744893.jpg, CC BY-SA 2.5, Saite

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