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Münster, 28.3.2017
Lettische Kunstausstellungen im März 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. März 2017 um 00:00 Uhr

Wie der Hyperrealismus nach Lettland kam, wie Frauen ihre gesellschaftliche Rolle dekonstruieren und wie ein Grafiker das Hirn des Betrachters beschäftigt

Kalauca, RäumeNicht nur das Lutherjahr, auch das bevorstehende 100jährige Jubiläum der lettischen Staatsgründung 2018 beschäftigt die Kulturszene. Eine große Ausstellung zum Hyperrealimus deutet bereits auf die Feierlichkeiten im nächsten Jahr voraus. Sie zeigt das Wirken lettischer Künstler im internationalen Kontext. Hyperrealismus, der über die Documenta 5 im Jahre 1972 von Amerika nach Europa kam, bot den lettischen Künstlern ein neues Mittel, die Grenzen politisch gewollter Kunst zu überwinden. In der Ausstellung "Ich berühre mich" zeigen fünf Künstlerinnen, dass die Entgrenzung von Geschlechterrollen kein abgegoltenes Thema ist. Die Sprache gibt dem Männlichen den Vorrang, Frauen sind auf der künstlerischen Suche nach der eigenen. Auch Guntars Sietiņš entgrenzt. Er stellt die realistische Wahrnehmung des Betrachters in Frage, illusioniert ihn... Hier die März-Vorschau auf Ausstellungen, zusammengefasst aus den PR-Texten lettischer Museen.

Vineta Kaulača. Räume, rotes Licht, 2010 ist in der Ausstellung Hyperrealismus zu sehen, Foto: LNMM
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Doppelter Standard bei der Produktqualität in West und Ost PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 03. März 2017 um 00:00 Uhr

"Mülllebensmittel" - "Unehrlicher Handel, der die Verbraucher zum Narren hält"

TiefkühlpizzaDie ungarische Regierung einigte sich in dieser Woche mit Vertretern der Slowakei und Tschechiens, auf EU-Ebene gegen sogenannte "Mülllebensmittel" internationaler Konzerne vorzugehen. Verbraucher beobachteten unterschiedliche Produktqualität bei denselben Markennamen. So unterscheide sich beispielsweise der Orangensaft eines Herstellers in Farbe und Geschmack, wenn man ihn statt in der Slowakei in Österreich kaufe, obwohl die Verpackung identisch sei. Solche Unterschiede habe eine slowakische Untersuchung bestätigt (lsm.lv). Ob bei löslichem Kaffee, Joghurt, Margarine und vielen weiteren Produkten: Oftmals scheinen die Zutaten in West und Ost verschieden. Die Produzenten rechtfertigen die Unterschiede, weil man sich dem regionalen Geschmack anpassen müsse. Kritiker bezweifeln das und unterstellen den Herstellern Profitmaximierung mit minderer Qualität zulasten der östlichen Konsumenten. Inese Vaidere, lettische EU-Abgeordnete, beobachtete in ihrem Heimatland ähnlich Minderwertiges in den Verkaufsregalen. Als Mitglied des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz beklagte sie bereits im April 2016 die "Diskriminierung des osteuropäischen Verbrauchers" (inese-vaidere.lv). Die Vienotība-Politikerin vermisst das Engagement ihrer westeuropäischen Kollegen, sich für gleiche Produktqualität im gemeinsamen Binnenmarkt einzusetzen.

Als ein Beispiel nennt Vaidere die Tiefkühlpizza, die in Deutschland mehr Käse beinhalte als in Lettland, Foto: Von Dirk Vorderstraße - Tiefkühlpizza im Backofen, CC BY 2.0, Link

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Freiburger Think Tank "cep" stellt Lettlands Kreditfähigkeit in Frage PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 25. Februar 2017 um 00:00 Uhr

Deutsche Ökonomen werfen den Letten zu hohe Konsumneigung vor - Ein Kommentar

Euro-LogoGalt Lettland in der Finanzkrise nicht als neoliberales Vorzeigeland? Die Presse jubelte über die braven EU-Mitglieder im Osten, die sich einsichtig Löhne und den ohnehin schmächtigen Sozialstaat zusammenkürzen ließen. Der Brüsseler ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause hielt in einer Presseclub-Sendung im Juli 2013 den überschuldeten Griechen die leidensfähigen Balten als musterhafte Krisenbewältiger entgegen. Doch in der neuesten, von den Massenmedien kolportierten Studie "cepDefault-Index 2017" (cep.eu) ist alles anders: Lettland gesellt sich zu den Sorgenkindern unter den Euro-Ländern, spielt mit Zypern, Italien, Slowenien, Portugal und Griechenland in der vierten und untersten cep-Liga der Kreditfähigkeit und belegt dort den vorletzten Platz. Die cep-Autoren sorgen sich, dass Lettlands Kreditfähigkeit seit 1999 ständig verfällt und finden folgende Ursache: "Die abnehmende lettische Kreditfähigkeit ist zum einen auf den schrumpfenden Kapitalstock zurückzuführen, den Lettland – mit einer Ausnahme – seit 2009 aufweist. Diese Entwicklung zeigt, dass die Rahmenbedingungen für private Investitionen mangelhaft sind. Problematisch ist zum anderen die viel zu hohe Konsumneigung der lettischen Bevölkerung." Die cep-Forscher empfehlen: "Um die Kreditfähigkeit Lettlands zu erhöhen, muss der Kapitalstock wieder wachsen. Hierfür muss die Attraktivität Lettlands als Investitionsstandort erhöht werden. Um ein abermaliges Ausufern der Nettokapitalimporte zu verhindern, muss gleichzeitig der Konsum verringert werden. Nur dann steht mehr heimisches Kapital für Investitionen zur Verfügung." Mit anderen Worten: Die Letten sollen mehr sparen, statt Kredite aufzunehmen und drauf loszukaufen, damit wieder in die lettische Wirtschaft investiert wird. Welch ein Erguss deutscher Selbstgefälligkeit und Schulmeisterei, der sich hier hinter Objektivität heischendem Wissenschaftsjargon verbirgt. Was ist "cep" überhaupt?

Foto: Christoph F. Siekermann - self made, original upload at http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:EZB.jpg 17:26, 7. Mai 2006 by de:User:Siekermann, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2589886

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