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Münster, 19.12.2018
Der medizinische Rettungsdienst in Riga verkündet den Ausnahmezustand PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 13. November 2018 um 17:00 Uhr

Unterbezahlt und überfordert

Lettischer RettungswagenAm 9. November verkündete der Medizinische Rettungsdienst Lettlands (NMPD) den Ausnahmezustand für Riga. Dessen Leiterin Liene Cipule erklärte, dass in der Hauptstadt viele Rettungsmedziner in letzter Zeit den Dienst quittiert hätten. Die Gründe dafür seien die hohe Arbeitsbelastung und die schlechte Bezahlung. Die noch bestehende Regierung hatte beträchtliche Gehaltserhöhungen für das kommende Jahr vorgesehen. Aber noch ist unklar, ob das zukünftige Kabinett mit neuem Premier und neuen Ministern dieses Versprechen erfüllen wird. Für Patienten bedeutet dies, dass Rettungsfahrzeuge voraussichtlich nur noch kommen, wenn akute Lebensgefahr besteht.

Lettischer Rettungswagen im Einsatz, Foto: LP

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Ausstellung zum 160. Geburtstag des Architekten Wilhelm Bokslaff PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 10. November 2018 um 00:00 Uhr

Schulen und Banken, Burgen und Schlösser, Fabriken und Wassertürme...

Ausstellung „Architekt Wilhelm Bokslaff. Projekte.“, Rigaer Jugendstilmuseum, Alberta iela 12, Riga, bis 2.12.2018

Wilhelm Bokslaff„Zunächst muss man erwähnen, dass es für unsere Familie ein sonderbares Gefühl war, plötzlich in einer Stadt bekannt zu sein. Für mich war das sehr ungewöhnlich. In Deutschland ist der Name Bokslaff nicht so bekannt wie hier, in Lettland und Riga. Das ist eine sehr ungewohnte Situation, dass, wenn man den Namen Bokslaff erwähnt, Menschen Bewunderung ausdrücken – ach, das ist jener Bokslaff! Mich fasziniert alles, was er gebaut hat und auch, wie vielfältig seine Tätigkeiten waren,“ sagte im Herbst 2008 Klaus Bokslaff in einem Gespräch mit Janis Krastins (ntz.lv). Klaus Bokslaff besuchte damals das Schloss Jaunmoka, das von seinem Großvater Wilhelm Bokslaff (Vilhelms Bokslafs) im neugotischen Stil geplant wurde. Der deutschbaltische Architekt an der Baugeschichte Rigas maßgeblich beteiligt. Zu seinem 160. Geburtstag sind seine Original-Entwürfe im Rigaer Jugendstilmuseum zu betrachten.

Wilhelm Bokslaff, Foto: Saite

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8. November: 10. Jahrestag der Parex-Bank-Rettung PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. November 2018 um 00:00 Uhr

Wie die lettische Regierung Bankschulden verstaatlichte

Parex-Bank-FilialeIm Herbst 2008 befürchteten die Regierungen eine weltweite Pleitewelle unter den Banken und in deren Folge den Zusammenbruch der Geldwirtschaft. Nur Lettland schien zunächst außen vor. Ein Vertreter der staatlichen Finanzaufsicht FKTK hatte der Öffentlichkeit versichert, dass das lettische Kreditsystem so simpel sei wie Haushaltsseife. Daraus ließ sich folgern, dass die hiesigen Banker am spekulativen Derivatehandel nicht beteiligt gewesen wären. Das war ein Irrtum, wie sich nach der Lehman-Pleite herausstellte. Valerijs Kargins und Viktors Krasovickis, die Mehrheitseigner an den Aktien der Parex-Bank, damals eines der größten Kreditinstitute des Landes, baten im Oktober 2008 um einen Termin beim Ministerpräsidenten Ivars Godmanis. Sie verlangten staatliches Geld, um die Pleite abzuwenden. Zunächst zögerte der Regierungschef, doch schließlich stimmte er auf Anraten der Lettischen Zentralbank zu: Am 8. November 2008 kaufte die Regierung für 2 Lats (2,85 Euro) eine 51-Prozent-Beteiligung an der Parex-Bank – und handelte damit dem Staat einen Haufen Schulden ein. Der Crash hatte mittelbar für die Bürger Insolvenzen, Lohnkürzungen und Erwerbslosigkeit zur Folge. Kargins und Krasovickis hingegen konnten sich der Schulden unmittelbar entledigen und kassierten eine Weile weiter Zinsen in Millionenhöhe - aus ihren privaten Einlagen in der staatlich geretteten Bank.

Ehemalige Parex-Bank-Zentrale in der Rigaer Innenstadt, Foto: LP

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