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Münster, 29.3.2020
Erste Corona-Infizierte nun auch in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 10. März 2020 um 18:30 Uhr

Tourismusbranche meldet bereits hohe Umsatzverluste

Neuseeländisches SchutzplakatBis zum 10. März 2020 meldete das staatliche Lettische Zentrum für Krankheits-Prophylaxe und -Kontrolle (SPKC) acht Patienten, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben (spkc.gov.lv). Die meisten von ihnen waren Mitglieder einer Reisegruppe, die sich im norditalienischen Cervina aufgehalten hatte, unweit des Matterhorns. Sie waren am 7. März mit dem Airbaltic-Flug BT-630 von Mailand nach Riga zurückgeflogen, mit 37 weiteren Passagieren. Die 25 Letten, die sich an Bord befanden, wurden von Epidemiologen des SPKC betreut; die positiv Getesteten befinden sich in Quarantäne. Auch die übrigen Fluggäste ohne lettischen Pass könnten infiziert sein. Nun fragt man sich auch in Lettland, was in naher Zukunft überhaupt noch stattfinden kann.

Neuseeländische Empfehlungen, Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

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Personalmangel bei lettischen Grenzschützern PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 07. März 2020 um 00:00 Uhr

Unattraktive Gehälter halten Stellenbewerber fern

PujatsWenn in den östlichen EU-Ländern ein Politiker in Bezug auf Flüchtlinge und Migranten über europäische Solidarität redet, meint er “die Sicherung der Außengrenzen”, also die Abschottung des Kontinents, nicht eine solidarische Aufteilung von Obdachsuchenden unter den Mitgliedstaaten. Daher wenden sich die Regierungen von Tallinn bis Sofia gegen EU-Flüchtlingsquoten und verhalten sich abweisend, wenn NGO-Schiffe vor Italien bitten, Gerettete aufzunehmen oder griechische Inselbewohner fordern, dass die EU endlich eine Lösung für völlig überfüllte Flüchtlingslager findet. Einst flüchteten Letten zu Tausenden vor der Roten Armee in westliche Länder, fanden Asyl in den USA, Australien und Westeuropa. Doch jene, die sich heutzutage gegen die Aufnahme von Geflüchteten oder Migranten wenden, argumentieren, dass zwischen den Asylsuchenden aus den islamischen Ländern und den Bewohnern des christlichen Abendlands zu große kulturelle Unterschiede bestünden. Lettische Nationalkonservative, Vertreter des sogenannten “Ethnopluralismus”, der jeder Ethnie seinen eigenen Raum zuweist, schüren die Furcht vor Islamisierung und islamistischem Terror und die Kölner Silvesternacht gilt ihnen als abschreckendes Beispiel, wohin die naive Politik der “Gutmenschen” führt. Die Politiker des rechten Randes können das Trauma der sowjetischen Besatzung reaktivieren, als die Rote Armee in die lettische Republik einfiel und die sowjetische Ansiedlungspolitik der nächsten Jahrzehnte beinahe bewirkt hätte, Letten zur Minderheit im eigenen Land zu machen. Damals waren Letten angehalten, eine fremde Sprache zu sprechen und eigene kulturelle Traditionen aufzugeben, wenn sie von der fremden Sowjetmacht nicht erwünscht waren, von Hinrichtungen und Deportationen ganz zu schweigen. Dass sich die heutige globale Situation anders darstellt und Lettland als Mitglied von EU und NATO mitverantwortlich ist, was in anderen Erdteilen geschieht, erläutern Politiker dieser Fasson natürlich nicht. Dass beispielsweise vom Westen gelieferte Waffen und begonnene Kriege (an denen sich auch die lettische Armee beteiligt) das Elend in der arabischen Welt zum erheblichen Teil mitverursachen und den Terror, der angeblich bekämpft werden soll, durch eigene Drohnenmorde und "Kollateralschäden" erst provozieren und dass die von den Industrieländern ausgelöste Klimaerwärmung in manchen Regionen Afrikas bereits Dürre und Hunger bewirken (LP: hier) - das alles scheinen zu komplexe, vor allem unliebsame Zusammenhänge, um im täglichen Nachrichten-Overkill dargestellt zu werden. Nun stellt sich heraus: Lettlands Grenzschützer sollten "illegale" Grenzübertreter lieber nicht abweisen oder einsperren, sondern in den eigenen Reihen zum Dienst verpflichten, denn bei ihnen herrscht selbst Fachkräftemangel.

Guntis Pujats, Foto: JolantaBabisko - Paša darbs, CC BY-SA 4.0, Saite

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Neuer Zentralbankchef Martins Kazaks fordert den Erlass für Altschulden aus der Finanzkrise PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 06. März 2020 um 14:30 Uhr

Einmischungen in den “Markt” wurden abgelehnt

SwedbankEin ökonomische Fangfrage: Hat die Menscheit mehr Schulden oder mehr Vermögen? Die Antwort lautet: weder noch, denn die Schulden der einen sind immer das Vermögen der anderen. Würden auf diesem Planeten auf einen Schlag alle Schulden beglichen, gäbe es kein Geld mehr. Das Problem sind nicht die Schulden, die sind in einer Geldwirtschaft unvermeidlich, ja sogar erforderlich, sondern ihre Verteilung. Während eine kleine Schicht laut Oxfam immer mehr Vermögen anhäuft, z.B. in sogenannten Steueroasen, verschulden sich Angehörige der weniger begüterten Klassen und geraten leicht in soziale Existenznot. Aber auch Staaten verschulden sich zuweilen über Gebühr und können dann wie im Fall Griechenlands, von ausländischen Gläubigern gepeinigt, den Bürgern keine soziale Sicherheit mehr gewährleisten. Diese Erfahrung machten zur Zeit der Finanzkrise auch die Letten. Aber nicht der lettische Staat, der nach dem Prinzip der schwäbischen Hausfrau regiert wurde (“Ich gebe nur das Geld aus, das sich in der Haushaltskasse befindet, denn die Schwarze Null ist mir heilig...”) und daher nur geringe soziale Leistungen für seine Bürger erübrigte, sondern auf maximalen Profit und Boni-Zahlungen bedachte Banker und ihre leichtgläubigen und unerfahrenen Kunden hatten in der mittleren Baltenrepublik die Krise verursacht. Mehr als 10.000 Einwohner haben noch heute Verbindlichkeiten aus der Zeit der sogenannten “fetten Jahre”, die sich als Zeit der Immobilienblase entpuppten. Martins Kazaks, der im Dezember des letzten Jahres von der Saeima zum neuen Präsidenten der lettischen Zentralbank gewählt wurde, appellierte am 6. März 2020 im lettischen Fernsehen an Politiker und Banken, den Kreditnehmern der Krisenjahre die Restschulden zu erlassen (lsm.lv).

Der Glastower der Rigaer Swedbank-Filiale mimt zur Weihnachtszeit den Unschuldsengel; die Swedbanker haben viele Kunden in die Pleite getrieben, Foto: LP

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