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Münster, 18.7.2019
Lettische Kunstausstellungen im Juni 2019 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 07. Juni 2019 um 14:16 Uhr

Die Welt betrachten, über sie nachdenken oder abstrakt überwinden

Vika, MorgenstundeSowohl das Leben als auch das Werk Hilda Vikas geben Aufschluss über das Schicksal einer Künstlerin in ebenso bewegten wie schlimmen Zeiten, auf Pfaden des Protests, aber auch eigener ideologischer Verirrung. Dem Sozialistischen Realismus vermochte sie sich trotz Bemühens nicht vollständig zu unterwerfen und es ist wohl gerade ihr ungewolltes Abweichlertum, das ihre Bilder bis heute interessant macht. Während Vika ihren mal sachlichen, mal romantischen Blick auf die Welt gestaltet, will Kaido Ole die Welt nicht darstellen, sondern in ihrer Struktur erfassen. Er vergleicht die Funktion seiner Kunst mit einem chemischen Periodensystem. Die im letzten Jahr gestorbene Gillian Ayres hingegen wollte mit Welt gar nichts zu schaffen haben, der Betrachter soll einfach nur ihre abstrakten Farbkompositionen anschauen und sein interesseloses Wohlgefallen empfinden. Hier die Zusammenfassung von PR-Hinweisen lettischer Museen für den Monat Juni.

Hilda Vika, Morgenstunde, 1927, Foto: LNMM, Normunds Braslins

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Survival Kit 10.1 „Out-Lands“ eröffnet PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 24. Mai 2019 um 00:00 Uhr

Traditionelle eurozentristische Vorstellungen umstürzen

Survival Kit 10.1Die Mitarbeiterinnen des Lettischen Zentrums für zeitgenössische Kunst (LCCA) organisieren seit 2009 alljährlich Survival Kit, das Festival für zeitgenössische Kunst. Dieses `Überlebenswerkzeug` war in der Not der Finanzkrise entstanden. Die Idee war, in leerstehenden Gebäuden Rigas für einige Wochen Kunst zu einem bestimmten Motto zu präsentieren und zugleich die zukünftige Nutzung der leeren Räume zur Debatte zu stellen. Survival Kit entwickelte sich in den baltischen Ländern zum größten Festival seiner Art und erreicht nach eigenen Angaben jährlich etwa 10.000 Besucher. Die Jubiläumsveranstaltung „Out-Lands“, deren erster Teil im letzten September mit einer Ausstellung im leerstehenden Zirkusbau an der Merkela Straße begann, wird derzeit mit Survival Kit 10.1 in einem verlassenen Gebäude an der Zellu Straße 22 in Riga-Pardaugava fortgesetzt. Diesmal haben die Kuratorinnen Solvita Krese, Inga Lace und Angels Miralda 34 Künstler aus dem In- und Ausland geladen, damit sie ihre Einfälle zum grenzüberschreitenden Thema vorstellen. Auftakt war die internationale Eröffnungsfeier am 23. Mai 2019.

Survival-Kit-10.1-Logo, Foto: LCCA

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In Cesis (Wenden) fanden Bauarbeiter bei Restaurierungsarbeiten an der Janiskirche eine Kapsel mit historischen Dokumenten PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. Mai 2019 um 00:00 Uhr

Vorfahren informieren die Nachwelt in altdeutscher Schrift

Kirchturm, Janiskirche, CesisDie Janiskirche von Cesis (deutschbaltisch: Wenden) gehört zu den ältesten Gebäuden Lettlands. Die dreischiffige, 65 Meter lange Basilika wurde im 13. Jahrhundert vom Livländischen Orden errichtet, der an diesem Ort eine Komtur gegründet hatte, also die Niederlassung für einen führenden Befehlshaber. Bis zum Ende des Ordensstaats im 16. Jahrhundert blieb Wenden das wichtigste Machtzentrum der Mönchsritter, an dem sich ihre Ordensmeister oft aufhielten. Bekannt wurde Walter von Plettenberg, dessen Grablege sich in der Kirche befindet. Er gestattete lutheranisch gesinnten Priestern, in diesem römisch-katholischen Gebiet zu predigen. So vermochte er, den Frieden in seiner Zeit zu wahren. Eine Büste mit seinem Abbild, die Ludwig Schwanntaler formte, ist in der Walhalla bei Regensburg zu sehen. 1852, als sich das Folgende abzuspielen begann, platzierte man eine Kopie im hiesigen Gotteshaus. In der Neuzeit wechselten die Herrscher, die über Cesis verfügten. Reformatoren konkurrierten mit Gegenreformatoren. Bei den vielen Kämpfen wurde die Basilika nicht zerstört, statt dessen setzten ihr im Lauf der Jahrhunderte fast ein Dutzend Brände zu. 1748 brannte der Bau – hoffentlich - zum letzten Mal, dabei wurde der hölzerne Turm zerstört und wegen Geldmangels durch ein provisorisches Dach ersetzt, das über 100 Jahre währte. Erst 1853 konnte die Gemeinde den Bau eines neuen Turms finanzieren. Er sollte genauso hoch werden wie die Kirche lang ist. Derzeit muss das stark verwitterte Gemäuer im Zentrum der historischen Kleinstadt wieder restauriert werden. Dabei machten die Bauarbeiter eine Entdeckung, die die Historiker begeistert: Als sie vor Ostern das Kreuz samt tragender Kugel von der Turmspitze abnahmen, fanden sie eine kupferne Kapsel, die Dokumente über die Lokalgeschichte enthält.

Der bröselnde Kirchturm der Janiskirche in Cesis wird endlich saniert, von der Turmspitze wurden Kreuz und Kugel zur Sanierung abgenommen, Foto: LP

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