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Münster, 24.2.2020
Garlieb-Merkel-Ausstellung in der Lettischen Nationalbibliothek PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 15. Februar 2020 um 00:00 Uhr

Die vergessenen Seiten einer widersprüchlichen Persönlichkeit

Éingang zur Ausstellung“Sapere aude - wage zu wissen. Garlieb Merkel zum 250. Geburtstag”, Ausstellung in der Lettischen Nationalbibliothek, Mukusalas iela 3, 5. Etage, Riga, bis 6.6.2020

Garlieb Merkel (1769 -1850) gehört zu den bekannten Namen lettischer Kulturgeschichte. Im Zentrum von Riga ist ihm sogar eine verkehrsreiche Straße gewidmet. Dabei war Merkel ein Deutschbalte, der nur in deutscher Sprache veröffentlichte. Letten denken besonders an ein Buch, mit dem er die Leibeigenschaft lettischer Bauern auf deutschbaltischen Gutshöfen anprangerte. Mit dieser Streitschrift, die den Titel “Die Letten, vorzüglich in Liefland, am Ende des philosophischen Jahrhunderts, Ein Beytrag zur Völker- und Menschenkunde” trägt, sorgte ihr Urheber als 28jähriger für allgemeines Aufsehen. 1798 erschien es und war gerade wegen seiner scharfen, polemisch gehaltenen Anklage ein Beitrag zur lettischen Emanzipation, die 1819 in der Provinz Livland zur Aufhebung der Leibeigenschaft führte. Doch das Los der Letten war nur eines der vielen Themen, die Merkel publizistisch bearbeitete. Kuratorin Aija Taimina sieht in Merkel “eine ikonische Figur” lettischer Kulturgeschichte. Sie konzipierte mit ihren Kollegen die kleine Ausstellung derart, dass sie dem Betrachter einen anschaulichen Überblick über Merkels vielfältiges Leben und Werk ermöglicht.

Eingang zur Ausstellung, Foto: LP

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Lettische Kunstausstellungen im Februar 2020 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 30. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Vom eitlen Bemühen, das Vergangene zu rekonstruieren

Caro JostEs war nicht vorgesehen, dass die Ausstellung über Dzemma Skulme ihr zum Gedächtnis stattfinden wird: Die Malerin ist am 9. November des letzten Jahres gestorben, zuvor hatten die Kuratorinnen sie noch in ihre Vorstellungen einbezogen. Von den Schwierigkeiten des Erinnerns und erfolglosen Versuchen, das Vergangene wieder herzustellen künden zwei weitere Ausstellungen. Eriks Apalais problematisiert mit den Mitteln der bildenden Kunst den Zusammenhang zwischen Zeichen, ihren Bedeutungen, der Erinnerung und wirklich Geschehenem; zwischen diesen Zuständen und Größen erstreckt sich ein vieldeutiger Raum, in dem die Wörter und Bilder dahinschweben. Caro Jost will mit Handfestem die Erinnerung bewahren, sie nimmt Abdrücke von den Straßen und Wegen bedeutungsvoller Orte und weiß um die Vergeblichkeit jeglichen Bemühens, Vergangenes wiederherzustellen. Hier die Zusammenfassung aus PR-Texten lettischer Museen für den Februar.

Werk von Caro Jost, Foto: Fotograf Florian Holzherr, CC BY-SA 3.0 de, Link

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Deutschbaltische „Umsiedlung“ vor 80 Jahren PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. Januar 2020 um 00:00 Uhr

"Im Ergebnis verlor Lettland mit der Repatriierung der Deutschbalten sehr viel“

KDF-Dampfer Vor 80 Jahren fuhren aus Liepaja (Libau) die letzten Schiffe ab, die lettische Deutschbalten in die besetzten Territorien Westpolens „umsiedelten“, wie es in der NS-Propaganda hieß. Nach Kriegsbeginn und Polenfeldzug hatte Hitler am 30. Oktober 1939 einen Vertrag mit dem lettischen Diktator Karlis Ulmanis geschlossen, der die mit Nachdruck betriebene Massenemigration regelte. Für viele Deutschbalten war der Auszug weder „Umsiedlung“ noch „Repatriierung“, wie die Letten diese Aktion nannten, sondern der Verlust einer jahrhundertealten Heimat. Doch manche glaubten an die nationalsozialistische Propaganda und erhofften sich eine glückliche Zukunft als „Baltendeutsche“ im Warthegau, dem von der Wehrmacht besetzten Teil Westpolens. Die Lsm-Journalistin Liba Mellere erkundigte sich in Liepaja, unter welchen Umständen der Abtransport aus der Hafenstadt erfolgte (lsm.lv).

Der KDF-Dampfer "Der Deutsche" beteiligte sich an der sogenannten "Umsiedlung" der Deutschbalten, Foto: Unbekannt - Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt 1850–1990, Band 5: Eine Ära geht zu Ende 1930 bis 1990, S. 128., Gemeinfrei, Link

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