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Münster, 26.3.2019
Lettland: Mehr als 10.000 Stimmen für die Beseitigung des sowjetischen Siegesdenkmals in Riga-Pardaugava PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. März 2019 um 00:00 Uhr

„Noch blutiger, brutaler, grausamer – das Regime der Sowjetunion“

Russische Flagge am SiegesdenkmalUgis Polis hat auf der Webseite manabalss.lv bereits mehr als 10.000 Stimmen für seine Initiative gesammelt, die fordert, das sowjetische Siegesdenkmal im Rigaer Stadtteil Pardaugava von einer Abbruchfirma abreißen oder vom Militär sprengen zu lassen. Das umstrittene Objekt wird im lettischen Volksmund auch als „Leichenfinger“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Art strahlenförmiger fünfgliedriger Stele mit Sternen auf der Spitze, welche fünf Kriegsjahre symbolisieren. Die weißgraue Betonkonstruktion ist 79 Meter hoch und von Figuren im dunkelgrauen pathetischen Stil des sozialistischen Realismus` umgeben: Der Siegesgöttin mit wehender Fahne stehen martialisch aussehende Soldaten gegenüber, die sich über den gewonnen Krieg freuen. Die lettischen Bildhauer Levs Bukovskis und Aivars Gulbis gestalteten das Denkmal zwischen 1979 und 1985. Für die russischsprachige Minderheit ist das Gelände ein Identifikationsobjekt. Hier im Siegespark feiert sie alljährlich am 9. Mai das Ende des Zweiten Weltkriegs mit einem großen Volksfest. Für die Letten hingegen ist das in sowjetischer Besatzungszeit entstandene Denkmal ein Ärgernis, das sie nicht an die Befreiung vom Faschismus, sondern an die Fortsetzung bolschewistischer Herrschaft erinnert. Im Juni 1997 versuchten lettische Rechtsextremisten die sowjetische Hinterlassenschaft in die Luft zu sprengen, dabei verloren zwei Attentäter ihr Leben. Bereits vor wenigen Jahren erreichte eine ähnliche Initiative auf der Webseite manabalss.lv mehr als 10.000 Unterstützer, doch das Außenministerium lehnte die Initiative ab, weil ein Vertrag mit Russland zum Erhalt des Denkmals verpflichte. Manabalss ist eine Plattform für private Gesetzesinitiativen, findet ein Vorschlag mehr als 10.000 Befürworter, prüfen die Webseitenbetreiber die juristische Umsetzung. Nun hat Polis abermals die Mindestgrenze von 10.000 überschritten. Er fordert die lettische Regierung auf, sich über die vertragliche Verpflichtung gegenüber Russland hinwegzusetzen. Allerdings zeugt die Begründung seiner Initiative von einem Geschichtsverständnis, das die sowjetisch-russische Sicht gegen eine gegensätzliche, ebenso einseitige lettische Perspektive austauscht.

Am 9. Mai weht am Siegesdenkmal die russische Flagge, Foto: Una Preisa

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Lettische Kunstausstellungen im März 2019 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 28. Februar 2019 um 00:00 Uhr

Die Wege der Kunst zur Wahrheit

Klebahs, TundraIst wahre Kunst schön? Ist schöne Kunst wahr? Ist sie schön, auch wenn sie Hässliches darstellt? Mit solchen Fragen beschäftigten sich 15 internationale Künstler auf ihrer Ausstellung im Mark-Rothko-Zentrum in Daugavpils. Wie dem auch sei, Kunst ist das stetige Ringen, neue Zugänge zur Realität zu erschließen, suchend, experimentierend. Henrijs Klebahs, der 1998 starb, suchte nach neuen Darstellungsformen für Städte und Landschaften. Das Experimentieren mit neuen Mitteln und Techniken kennzeichnet auch die Nachwuchsgeneration. Von ihnen wurden sieben Künstlerinnen und Künstler sowie eine Kunstgruppe für den Purvitis-Preis nominiert. Ihre Arbeiten sind bald im Nationalen Kunstmuseum zu sehen. Hier die Zusammenfassung aus PR-Texten lettischer Kunstmuseen für den Monat März.

Henrijs Klebahs, Tundra, Foto: Martins Straupenieks-Brancis, LNMM

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Hoffnung für Schloss Cirava (Zirau) PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 17:30 Uhr

Italienischer Besitzer verspricht Sanierung

Schloss CiravaDie kleine Gemeinde Cirava, die sich in der Region Kurzeme (Kurland) befindet, etwa 200 Kilometer von Riga entfernt, ist ein typisch lettischer Erholungsort für großstadtgeplagte Touristen: Hier können sie sich auf den Pfaden eines der ältesten Waldparks des Landes entspannen. Rund um das Schloss sind besondere Arten von Fichten, Zedern, Buchen und Korkbäumen gepflanzt. In der Umgebung kommen Jäger und Angler auf ihre Kosten. Leider ist das Zentrum dieser Idylle baufällig und eine Gefahr für Passanten: Schloss Cirava (deutsch: Zierau), einst eines der prächtigsten Herrenhäuser im Westen Lettlands, ist nur noch eine Ruine mit blättrigem Putz, verbretterten Fenstern und löchrigem Dach. Doch nun will der italienische Besitzer mit der Sanierung beginnen.

Schloss Cirava in idyllischer Umgebung, Foto: J. Sedols, CC BY 3.0, Saite

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