logo
Münster, 10.7.2020
Lettische Kunstausstellungen im Juli 2020 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. Juli 2020 um 00:00 Uhr

Von flüsternden Wäldern und geschwätzigen Pflanzen

Zarins, das Grab des DichtersRihards Zarins gehört zu den Gestaltern lettischer Nationalsymbole. Er entwarf das Porträt der Frauenfigur, die heute auf der lettischen Ein-Euro-Münze abgebildet ist. Zarins war durch die Kunstströmungen geprägt, die um 1900 vorherrschten: Symbolismus, Nationalromantik und Jugendstil. Seine Radierungsserie “Was lettische Wälder flüstern” wurde zum Titel der aktuellen Ausstellung im Nationalmuseum, die die Vorliebe des Grafikers für sagenumwobene lettische Landschaften offenbart. Der Zukunft zugewandt ist die Kunst-Botanik, die im Kunstzentrum “Kim?” zu erleben ist. Die Vision, mit Pflanzen und anderen Lebewesen des Weltalls ins Gespräch zu kommen, wird spielerisch erprobt. Für Liga Skarina sind hingegen leblose Materialien die Inspirationsquelle. Deren Form wird ihr zum Inhalt. Aus der Beschäftigung mit dem Material gewinnt die Keramikerin ihre Ideen. Hier die Zusammenfassung von PR-Texten lettischer Museen für den Monat Juli.

Rihards Zarins, Das Grab des Dichters, Foto: Normunds Braslins/ LNMM

Weiterlesen...
 
Lettische Kunstausstellungen im Juni/Juli 2020 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 18. Juni 2020 um 00:00 Uhr

Grenzgänger

Geikins: Mann und FrauDie lettischen Museen erwachen allmählich aus dem Corona-Schlaf. Nun werden wieder Ausstellungen angekündigt, seit Mitte Mai hat das Nationalmuseum der Kunst in Riga wieder geöffnet, wobei die Besucher allerdings Schutzbestimmungen beachten sollten (lnmm.lv). Noch sind die Ausstellungen „Skuja Braden“ (bis 27. September im Museum für dekorative Kunst und Design in Riga) und „Kabuki“, japanische Kunst des 19. Jahrhunderts (Kunstmuseum Rigas Börse bis 16. August), zu sehen. Das kleine Museum zum Gedenken an Romans Suta und Aleksandra Belcova öffnet erst im Juli wieder und die Kunsthalle Arsenals ist nicht wegen Corona, sondern wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Künstler, denen die lettischen Kuratorinnen die nächsten Ausstellungen widmen, haben Grenzen überschritten - geographisch, kulturell und künstlerisch. Austra Ozolina-Krauze gilt als “eigentümliche Persönlichkeit voller Widersprüche”, Romualds Geikins ist bestrebt, disparate Erscheinungen der Kulturen und Epochen zu vereinen und Hsiao Chin erlebte als Wanderer zwischen den Welten Asiens und Europas einen Kulturschock. Nun ist der Grenzübertritt nach Corona-Sperrungen wieder erlaubt, Riga für Touristen wieder erreichbar. Hier die Zusammenfassung aus den PR-Texten lettischer Museen für Juni/Juli 2020.

Romualds Geikins, Mann und Frau, Foto: Ilze Putniņa/ LNMM

Weiterlesen...
 
Die vergessenen Deutschbalten: Der “landische Mittelstand” der Ostseeprovinzen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 21. Mai 2020 um 00:00 Uhr

Vom adelsgleichen Gutspächter bis zur Ausspeiserin

Brotze, AscheradenDie Vorstellungen über Deutschbalten sind mit Herrenhäusern und Adelstiteln verbunden; der Kundige erinnert sich zudem noch an das Leben und Werk von “Literaten”, die in Dorpat (heute Tartu) studiert hatten und die in der gesellschaftlichen Hierarchie gleich hinter dem Adel rangierten. Diese privilegierte Doppel-Oberschicht schrieb die Geschichte aus ihrer Perspektive. Aber nur eine kleine Minderheit unter den Deutschbalten waren Barone, Baronessen oder Akademiker. Die meisten Deutschbalten, die auf dem Land lebten und arbeiteten, gehörten zur breit gefächerten Mittelschicht, die von adelsgleichem Wohlstand bis zu ärmlichen Verhältnissen reichte. Arthur Hoheisel veröffentlichte 1998 einen Aufsatz zum “landischen Mittelstand”.1 Er bezog sich auf überlieferte Statistiken und beschrieb die Berufe, die Deutschbalten und deutsche Zuwanderer ausübten. Für Kurland, wo die Zarenregierung 1797 eine Volkszählung durchgeführt hatte, um die Kopfsteuer einzuführen, liegen genauere Angaben vor. Demnach waren in dieser Ostseeprovinz 9 Prozent der Deutschen adelig, 5 Prozent Literaten, 3 Prozent Beamte und 83 Prozent “freie teutsche Leute”- also die Mittelschicht, die im Gegensatz zu den Letten sich nicht als Erbuntertänige deutscher Gutsherren verdingen musste, 17.109 Personen. “Es ist erstaunlich, daß eine zahlenmäßig so starke Bevölkerungsgruppe von den beiden im Land führenden deutschen Schichten - Adel und den Literaten - unbeachtet geblieben ist,” meint Hoheisel.

Zeichnung Johann Christoph Brotzes von 1809: Oben: die Burgruine von Ascheraden, unten Krug und Kirche von Ascheraden, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 48

Keine aktuellen Veranstaltungen.


(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||