logo
Münster, 24.4.2019
Riga: Kunsthalle Arsenals wird ab Sommer renoviert PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 13. April 2019 um 00:00 Uhr

Die Arsenals-Sammlung wird in einem neuen Großlager für Kunstmuseen untergebracht

Kunsthalle ArsenalsDer lang gestreckte Bau an der Torna iela 1 in Riga, vor dem Marmorbüsten an den Eingängen auf dessen heutige Funktion als Kunsthalle hindeuten, gehört zu den denkmalgeschützten Gebäuden und ist als klassizistische Halle der Altstadt ein Teil des UNESCO-Welterbes. Hier finden Lettlands größte Wechselausstellungen der modernen Kunst statt. Hier sahen Besucher beispielsweise eine Auswahl von Werken deutscher Künstler der Nachkriegszeit (LP: hier) oder eine Ausstellung von Bildern, die den Ersten Weltkrieg thematisierten (LP: hier). Doch wer sich die Außenfassade betrachtet, sieht Risse und blättrigen Putz. Bauexperten warnen sogar vor Baufälligkeit und die Kuratorinnen beklagen, dass die Räume für Ausstellungen zu klein sind. Seit Jahrzehnten bestehen Pläne für eine gründliche Renovierung, doch wegen der Finanzkrise vor zehn Jahren blieb die Halle bis heute im maroden Zustand. Nun erklärte die staatliche Immobilienverwaltung VNI, Firmen mit der Sanierung und Renovierung zu beauftragen (vni.lv). Die Arbeiten werden voraussichtlich im Sommer beginnen, das Museum soll für Besucher bis auf weiteres zugänglich bleiben.

Kunsthalle Arsenals, Foto: (WT-shared) Riggwelter at wts.wikivoyage, CC BY-SA 4.0, Saite

Ursprünglich hatten an dieser Stelle am Rande der Altstadt Schweden ein Gebäude namens „Arsenal“ errichtet, das zerstört wurde. Ab 1828 begann der Bau der heutigen Halle nach Plänen Johann Eduard de Wittes, die andere Architekten veränderten und erweiterten. 1832 wurde das Gebäude fertiggestellt und der Armee übergeben, um hier ein Waffenlager einzurichten. Arsenals gilt als Beispiel für russischen Spätklassizismus. Die Halle diente bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts militärischen Zwecken (tvnet.lv).

In den späten achtziger Jahren, als die Unabhängigkeitsbewegung das Land prägte, übernahm das Kulturministerium die Halle. Am 1. Januar 1989 wurde hier die erste Ausstellung eröffnet. Seit 2005 gehört das Gebäude zum Lettischen Nationalen Kunstmuseum (LNMM).

Obwohl Arsenals zu den größten Gebäuden der Altstadt zählt, beklagen die Kuratorinnen den Platzmangel. Bislang wird ein Teil der Halle als Aufbewahrungsort für 28.000 eigene Exponate verwendet. Diese sollen noch in diesem Jahr in einen Neubau an der Pulka iela 8 in Pardaugava gebracht werden, wo im Auftrag der VNI gerade ein Lager für zwei Millionen Kunstexponate aus vier Museen entsteht, dazu eine Restaurierungswerkstatt und öffentlich zugängliche Räume, z.B. ein Lesesaal. Dieser Neubau mit einer Größe von 30.000 m² soll bis Herbst fertiggestellt sein (lsm.lv).

Danach lässt sich die Ausstellungsfläche von Arsenals auf fast 6.000 m² erweitern und gemäß heutigen Anforderungen erneuern: Mit neuer Belüftungstechnik, besseren Lichtverhältnissen, weiteren Zugängen, Säle für Dauer- und Wechselausstellungen, Konferenzräume, einem Lesesaal sowie Buch- und Souvenirladen.

Die Renovierungsarbeiten sollen in zwei Etappen vonstatten gehen. Zunächst ist vorgesehen, den Außenbereich zu sanieren. In dieser Zeit bleibt Arsenals für Besucher zugänglich. In einer zweiten Phase renovieren Bauarbeiter den Innenbereich. Derzeit überlegen die Planer, ob sich die Schließung der Ausstellungshalle in dieser Zeit vermeiden lässt. Voraussichtlich dauern die Bauarbeiten bis 2020, bislang sind dafür 1,9 Millionen Euro bewilligt, für den Innenausbau wird voraussichtlich mehr Geld benötigt.

 

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||