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Münster, 24.11.2017
Lettisches Nationalmuseum der Kunst wird am 4. Mai feierlich wiedereröffnet PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 29. April 2016 um 10:35 Uhr

Fassade des Kunstmuseums

Das rundum erneuerte Lettische Nationalmuseum der Kunst in Riga, Foto: Anete Straume, MM

Kunstfans mussten zwei bittere Jahre umfangreicher Bauarbeiten harren. Einige der bekanntesten Gemälde des Museums ließen sich lediglich als Kopien auf dem Bauzaun erspähen. Dahinter werkelten die Arbeiter. Sie sanierten und renovierten den 111 Jahre alten denkmalgeschützten Kunsttempel im Stil des Neobarocks. Das erneuerte Gebäude an der K. Valdemāra Straße 10 erstrahlt nun in heller Farbe. Das älteste Kunstmuseum des Baltikums wurde um eine Kelleretage erweitert. Es hat nun vier Stockwerke. Der Besucher kann jetzt zur Kuppel aufsteigen, um die neu eingerichtete Dachterrasse zu betreten, in der neuen Cafeteria von den Rundgängen pausieren und sich im Souvenirladen Andenken besorgen. Am 4.5.2016, am Tage der lettischen Unabhängigkeitserklärung, wird Rigas Kunstattraktion mit einem umfangreichen Programm feierlich wiedereröffnet.

 

Festprogramm am 4.5.2016

Um 10 Uhr beginnt am 4.5.2016 die Eröffnungszeremonie. Neben dem Ministerpräsidenten Māris Kučinskis, der Kulturministerin Dace Melbārde und dem Rigaer Bürgermeister Nils Ušakovs werden die litauische Kulturministerin Šarūnas Birutis und Museumsleiterin Māra Lāce feierliche Ansprachen halten. Zu den geladenen Gästen gehört auch Vytautas Biekša, der litauische Architekt, der die Renovierungsarbeiten leitete. Von 11 bis 14 Uhr laden die Künstlerinnen Baiba Sprance und Diāna Dimza-Dimme junge Besucher zur Werkstatt "Der Weg ins Museum" ein. Sie inspirieren dazu, mit Kreide Museumsdetails zu zeichnen, die danach im Museum besichtigt werden. Jeder Teilnehmer wird einen Luftballon erhalten. Das Museum ist an diesem Tag bis 17.30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Das Festprogramm wird bis abends um 19.45 Uhr fortgesetzt. Zahlreiche künstlerische Darbietungen und Werkstätten werden die Gäste unterhalten. In einem auf der Straße errichteten Café und in einer Picknickzone können sie Speis und Trank zu sich nehmen.

Neu gestaltete Ausstellungsflächen

Die gesamte Ausstellungsfläche wurde neu gestaltet, Foto: Renars Koris, MM

Erweiterte Dauerausstellung

In der zweiten und dritten Etage (nach lettischer Zählung, die kein Parterre kennt) ist die erweiterte Dauerausstellung untergebracht. Sie umfasst annähernd 500 Objekte des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele Werke, die nach 1945 entstanden, sind neu hinzugekommen. Neben den traditionellen Kunstformen Malerei, Graphik und Skulpturen bereichern nun Fotografien, Installationen und Video-Arbeiten das Angebot. Die Museums-PR erläutert das Ausstellungsziel, "eine visuelle und emotionale Erzählung über die Entwicklung der lettischen Kunst zu gestalten, ausgehend von bedeutenden Werken und Persönlichkeiten im kulturhistorischen, politischen und sozialen Kontext." Die moderne und besucherfreundliche Ausstellung werde gemäß chronologischer Stilprinzipien gestaltet, bei denen die Kunstwerke weiterhin im Mittelpunkt stehen. Doch der Besucher kann nun zusätzlich multimedial umfassende Informationen erhalten.

Räume im Keller

Das Museum hat nun neue Räume unter der Erde, Foto: Renars Koris, MM

Miervaldis Polis

Zur Wiedereröffnung wird im Großen Saal des Parterres bis zum 24.7.2016 die Personalausstellung "Illusion als Wirklichkeit" von Miervaldis Polis gezeigt. Es ist die erste, die alle Schaffensperioden des 1948 geborenen Künstlers berücksichtigt, sich also über 40 Jahre erstreckt. Annähernd 200 Gemälde, Zeichnungen und Collagen sind zu betrachten, dazu umfangreiches Dokumentationsmaterial, welches das Dargebotene in verschiedene Themenbereiche gliedert. Der Schwerpunkt bildet Polis` Porträtmalerei, mit der der Künstler sich bereits in seiner Studienzeit beschäftigte und darin im Lauf der Zeit einen eigenen Stil entwickelte. Neben einigen Selbstporträts und Abbildungen von Angehörigen malte er zahlreiche Prominente. Viele von diesen Bildern wurden noch nie öffentlich präsentiert.

Rozentals

Eines der bekanntesten Gemälde des Museums: Nach dem Kirchgang von Janis Rozentals von 1894, Foto: Normunds Braslins, MM

Boriss Bērziņš

Im neu gestalteten Dachgeschoss wird bis zum 28.8.2016 die Ausstellung "Silber/ Gold" von Boriss Bērziņš zu sehen sein. Laut Museums-PR gehörte der 2002 verstorbene Maler zu den am meisten wahrgenommenen Künstlern in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Er sei stets aktiv und gesellig, entgegenkommend und voller Humor gewesen. Zielgerichtet habe er sein Leben lang die selbst gestellten Aufgaben gelöst. Er hinterließ seine Sammlung dem Nationalmuseum. Daraus werden nun mehr als 50 Beispiele gezeigt. Bērziņš beherrschte neben Ölmalerei, Collagekunst, Zeichnungen mit dem Kugelschreiber auch den Gebrauch von Gold- und Silberlamellen.

Treppenhaus

Auch der Aufgang zur Dauerausstellung glänzt in frischen Farben, Foto: Renars Koris, MM

Öffnungszeiten

Ab dem 5.5.2016 gelten folgende Öffnungszeiten: Dienstags, mittwochs und donnerstags: 10 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 20 Uhr, samstags und sonntags: 10 bis 17 Uhr. Montags ist geschlossen. Am letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Weitere Informationen, zum Teil in englischer Sprache, sind der Webseite www.lnmm.lv zu entnehmen. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit 100.000 Besuchern. Insgesamt kosteten die umfangreichsten Sanierungs- und Renovierungsarbeiten seit dem Bestehen des Museums 15.355.571,94 Euro. Davon kommen 13.050.898,23 Euro aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung.

 

 

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