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Münster, 16.12.2019
In Cesis (Wenden) fanden Bauarbeiter bei Restaurierungsarbeiten an der Janiskirche eine Kapsel mit historischen Dokumenten PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 16. Mai 2019 um 00:00 Uhr

Vorfahren informieren die Nachwelt in altdeutscher Schrift

Kirchturm, Janiskirche, CesisDie Janiskirche von Cesis (deutschbaltisch: Wenden) gehört zu den ältesten Gebäuden Lettlands. Die dreischiffige, 65 Meter lange Basilika wurde im 13. Jahrhundert vom Livländischen Orden errichtet, der an diesem Ort eine Komtur gegründet hatte, also die Niederlassung für einen führenden Befehlshaber. Bis zum Ende des Ordensstaats im 16. Jahrhundert blieb Wenden das wichtigste Machtzentrum der Mönchsritter, an dem sich ihre Ordensmeister oft aufhielten. Bekannt wurde Walter von Plettenberg, dessen Grablege sich in der Kirche befindet. Er gestattete lutheranisch gesinnten Priestern, in diesem römisch-katholischen Gebiet zu predigen. So vermochte er, den Frieden in seiner Zeit zu wahren. Eine Büste mit seinem Abbild, die Ludwig Schwanntaler formte, ist in der Walhalla bei Regensburg zu sehen. 1852, als sich das Folgende abzuspielen begann, platzierte man eine Kopie im hiesigen Gotteshaus. In der Neuzeit wechselten die Herrscher, die über Cesis verfügten. Reformatoren konkurrierten mit Gegenreformatoren. Bei den vielen Kämpfen wurde die Basilika nicht zerstört, statt dessen setzten ihr im Lauf der Jahrhunderte fast ein Dutzend Brände zu. 1748 brannte der Bau – hoffentlich - zum letzten Mal, dabei wurde der hölzerne Turm zerstört und wegen Geldmangels durch ein provisorisches Dach ersetzt, das über 100 Jahre währte. Erst 1853 konnte die Gemeinde den Bau eines neuen Turms finanzieren. Er sollte genauso hoch werden wie die Kirche lang ist. Derzeit muss das stark verwitterte Gemäuer im Zentrum der historischen Kleinstadt wieder restauriert werden. Dabei machten die Bauarbeiter eine Entdeckung, die die Historiker begeistert: Als sie vor Ostern das Kreuz samt tragender Kugel von der Turmspitze abnahmen, fanden sie eine kupferne Kapsel, die Dokumente über die Lokalgeschichte enthält.

Der bröselnde Kirchturm der Janiskirche in Cesis wird endlich saniert, von der Turmspitze wurden Kreuz und Kugel zur Sanierung abgenommen, Foto: LP

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Lettische Kunstausstellungen im Mai 2019 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 02. Mai 2019 um 14:49 Uhr

Als Tennis die Damen emanzipierte

Marija GrapmaneAleksandra Belcova (1892-1981) war russischer Herkunft. Ihre künstlerischen Erfolge erzielte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Romans Suta in Lettland, wo beide seit 1919 lebten. Ihr emanzipiertes Leben bildete sich in ihrer künstlerischen Arbeit ab. Eine abgebildete Tennisspielerin gehört zu ihren bekanntesten Werken. Frauen, die im Tennis Erfolg hatten, waren gefeierte Sportlerinnen und sie wurden zu Repräsentantinnen der Frauenemanzipation. Emils Melderis (1889-1979) war ein maßgeblicher Bildhauer und ebenso ein leidenschaftlicher Lehrer. Das Lettische Nationalmuseum der Kunst erinnert anlässlich seines 130. Geburtstags an sein Leben und Werk. Und nun ist, wie wenige Wochen zuvor in Riga, auch in Daugavpils Boris Luries provozierende No!art zu sehen. Hier die Zusammenfassung von PR-Texten lettischer Museen für den Monat Mai.

 

Lettische Sportlerin Marija Grapmane um 1929, Foto: Lettisches Sportmuseum/ LNMM
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Lettland zwischen östlichen und westlichen Ostertraditionen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. April 2019 um 00:00 Uhr

"Es bekümmert ein wenig, wenn man nach den fröhlich verbrachten Feierlichkeiten in eine leere Truhe schauen muss"

OstereierWie feiert man Ostern in Lettland? Mit Eiern und Osterhasen wie überall - das ließe sich so pauschal antworten. Etwas komplizierter gestaltet sich die Sache schon, denn "die lettische Ostern" gibt es so nicht, auch wenn im Folgenden von Osterriten als Ausdruck des "Volks-Charakters" die Rede ist. Solche Bräuche sortieren sich nicht nach den Landesgrenzen der Neuzeit, sondern nach christlicher Konfession und den örtlich überlieferten heidnischen Kulten. Ein Artikel aus der Soldatenzeitschrift "Latvijas Kareivis" von 1930 erklärt den Leserinnen und Lesern, wie Letten zwischen Ost und West das höchste christliche Fest feiern. Der russisch-orthodoxe, der katholische und der lutheranische Glaube haben lettische Osterriten beeinflusst. Der Aufsatz wurde in der Hoffnung, dass niemand mehr Urheberrechte beansprucht, hier exklusiv ins Deutsche übersetzt. Am letzten und abschließenden Satz des Artikels bemerkt man den zeitgenössischen Einfluss, als Eugenik und sogenannte Rassenhygiene noch als seriöse Wissenschaft galten. Ansonsten ist der Text recht lesbar und lehrreich und mag die Leser der LP in ein frohes Osterfest begleiten.

Tschechische Ostereier, Foto: Jan Kameníček - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

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