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Münster, 26.6.2017
Lettische Kunstausstellungen im Februar 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 10. Februar 2017 um 00:00 Uhr

purvisabalva.lv

Am 17.2.2017 erfährt die Öffentlichkeit, wer den diesjährigen Purvītis-Preis (Purvīša balva) erhält. Dieser ist mit 28.500 Euro dotiert und damit die kapitalste Auszeichnung, mit der Lettland moderne Künstler ehrt. Der Wettbewerb findet seit 2008 statt. Alle zwei Jahre werden lettische Künstler ausgewählt, deren Ausstellungen das Wohlgefallen der Juroren weckte. Ziel des Preises ist es, neue Ideen in der lettischen Kunst zu fördern. Der Namensgeber ist Vilhelms Purvītis (1872–1945). Er war Lettlands bekanntester Landschaftsmaler und ein einflussreicher Kulturschaffender. Er leitete die Rigaer Kunstschule und das Kunstmuseum, war erster Rektor der Kunstakademie sowie Mitglied der Petersburger Kunstakademie. Der Rigaer Architekturstudent und spätere NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg war sein Zeichenschüler (Wären die Nazis doch beim Malen geblieben). Auch Purvītis förderte also den künstlerischen Nachwuchs und daher ist der Preis in seinem Sinne. Die Jury nominierte für die Ausstellungen der letzten beiden Jahre sieben Künstler und eine Künstlergruppe. Am Tag, an dem vor ausgewähltem Publikum die Gewinnerin oder der Gewinner bekanntgegeben wird, beginnt im Lettischen Nationalmuseum der Kunst (Riga, Jaņa Rozentāla laukumā 1, ab 19 Uhr) eine Ausstellung mit den Werken der Nominierten. Sie ist bis zum 9.4.2017 zu besichtigen. Die Museums-PR präsentiert schon mal Bilder und Jury-Kommentare der ausgewählten Künstler.

Das Logo des Purvītis-Preises, Foto: LNMM

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Lettisches Sängerfest 70 in Esslingen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 28. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Rückkehr in das kleine Lettland am Neckar

Altes Rathaus EsslingenVor 70 Jahren lebten Exilletten als „displaced Persons“ in verschiedenen deutschen Städten. Sie waren vor der stalinistischen Willkür geflohen. Im süddeutschen Esslingen fanden damals etwa 6000 von ihnen in einer Barackensiedlung Zuflucht. So wurde die Stadt am Neckar zu einem der größten deutschen Zentren für Exilletten. Sie erhielt den Beinamen „das kleine Lettland“. Unter den Geflohenen und Vertriebenen hatten viele eine gute Ausbildung, waren kulturell und musikalisch engagiert. Diese Künstler, Musiker, Lehrer oder Schauspieler gründeten Chöre, Tanzgruppen, Opern- und Theaterkollektive. Bereits im Jahre 1946 hatten Letten in einigen bayrischen Städten Sängerfeste organisiert. Vorbild waren die Feste in der lettischen Heimat. Das waren Chorveranstaltungen mit vielen tausend Teilnehmern, die mehrere Tage dauerten. Am 25.5.1947 organisierten die Esslinger Exilletten das größte Fest, das es in dieser Art in der deutschen Nachkriegszeit gegeben hat. 25 Chöre mit 1000 Sängern kamen zusammen. Das Treffen wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. Neben Chorauftritten konnten die Teilnehmer Kunstausstellungen, Theateraufführungen und Lesungen besuchen. Der Schriftsteller Valdemārs Kārkliņš schrieb damals: „Zu allen diesen Aufführungen im schönen Städtchen am Neckar hatten sich so viele Letten versammelt, dass fast jeder zweite Passant auf den Straßen ein Angehöriger unseres Volkes war, der aus einem näheren oder ferneren Ort Deutschlands kam, wo er als Exillette lebte. Das war ein Fest der Begegnung, der Verständigung und der Vereinigung, das allen Teilnehmern als heller Augenblick in unserem trüben Alltag und Hoffnungsstrahl einer ungewissen Zukunft im Gedächtnis geblieben ist. Jeder Festbesucher spürte tief in seinem Inneren, dass wir, aus der Heimat vertrieben und ihrer beraubt, dennoch durch unsere Kunst und Kultur reich geblieben sind und dass uns dieser Reichtum nicht abhanden kommen wird.“ (esslingen2017.de) In diesem Jahr erinnert der lettische Kulturverein Saime, der in Stuttgart und Esslingen aktiv ist, in besonderer Weise an das Chortreffen vor 70 Jahren: Vom 16. bis 18.6.2017 wird es ein neues internationales Liederfest im „kleinen Lettland“ am Neckar geben. Darüber informierte Saime-Vorsitzende Laura Putāne schon mal das lettische TV-Publikum.

Das Alte Rathaus der Stadt Esslingen, Foto: CC BY-SA 3.0, Link

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Das Lutherjahr in Lettland PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Grafiken von Cranach, Dürer und Co. bilden den Auftakt

Dürer Dreifaltigkeit1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Die Kirchenkritik des rebellischen Augustinermönchs verbreitete sich rasch. Die Städter lasen seine ketzerischen Flugschriften. Ein Anhänger der neuen Lehre, Andreas Knöpken, begab sich frühzeitig nach Riga. In der livländischen Metropole fanden seine Ideen schnell Gehör, denn hier herrschte ein toleranter, für Neues aufgeschlossener Geist. Rigas deutschsprachige Intellektuelle kannten schon die Lehren der Vorgänger, Jan Hus und Erasmus von Rotterdam. Hier konnte Knöpken erfolgreich gegen die Altvorderen der katholischen Kirche disputieren. Der Rigaer Erzbischof vermochte nicht zu verhindern, dass der aus dem Brandenburgischen stammende Theologe bereits 1522 zum Archidiakon der Petrikirche gewählt wurde. Damit hatte der Protestantismus in Riga, in einer der ersten Städte überhaupt, Fuß gefasst. Gewiss spielten auch weltliche Interessen eine Rolle. Das Luthertum bot den deutschbaltischen Vasallen die Gelegenheit, sich ihrer Kirchenfürsten zu entledigen. Die Untertanen, die lettischen Bauern, hatten das zu glauben, was ihnen die Herren befahlen. Diese sympathisierten fortan mit dem Professor aus Wittenberg. Deshalb bilden die Lutheraner heutzutage die größte christliche Konfession in Lettland. Das Lutherjahr ist folglich ein großes Thema für die Letten, nicht zuletzt, weil die Bibelübersetzung ins Lettische zur nationalen Emanzipation anregte. Das lettische Nationalmuseum, die Nationalbibliothek und die Lettische Universität haben ein Programm zum 500jährigen Jubiläum organisiert. Eine Ausstellung historischer Stiche und Radierungen im internationalen Kunstmuseum Rīgas Birža bildet den Auftakt.

Albrecht Dürers "Heilige Dreifaltigkeit", 16. Jahrhundert, Foto: Kollektion Thomas Emmerling/ LNMM

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