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Münster, 16.12.2017
Lettische Kunstausstellungen im August 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 05. August 2017 um 07:16 Uhr

1000 Marienbilder und mehr

Biruta Baumane, SelbstporträtAls die abendländische Gesellschaft entdeckte, dass der Nachwuchs nicht aus kleinen Mängel-Erwachsenen besteht, sondern Kinder sind, begann auch die Zeit der Kindermode, die so manche zweifelhafte Wunschvorstellung der Erwachsenen ins Kindliche projizierte - Deutsche mögen dabei an den wilhelminischen Matrosenanzug denken, in denen die Jungs gesteckt wurden, weil sie später mal Deutschlands "Platz an der Sonne" erobern sollten. In Riga widmet sich eine Ausstellung den lettischen und sowjetischen Kindermoden und stellt deren Bezug zu gesellschaftlichen Vorstellungen dar. Wenn es politisch zwischen den Ländern hapert, baut die Kunst Brücken: Die Letten präsentieren Werke aus der goldenen Zeit der russischen Kunst. Bei allem politischen Knatsch sind die Letten immer Verehrer der russischen Kunst und Kultur gewesen. (Für lettische Leser: "Knatsch" ist ein Slangwort und bedeutet Streit,  Ärger). Biruta Baumane präsentiert in ihren Werken herbe Schönheit und der Weißrusse Alexei Kuzmich die Schönheit der Madonna, in der sich die Schönheit der weißrussischen und slawischen Frau schlechthin widerspiegelt. Kuzmich wird der "weißrussische Raffael" genannt. Mit über 1000 Marienbildern ging er ins russische Rekordbuch CIS ein. Mit seinem Frauenbild dürfte er in feministischen Kreisen muntere Debatten anheizen. Hier die Übersicht über neue Kunstausstellungen im August, zusammengestellt aus Texten der Museums-PR.

Biruta Baumane, Selbstporträt, Foto: Normunds Braslins, LNMM-Sammlung

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Das lettische Vorleben des Anarchisten „Peter the Painter“ III PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 02. August 2017 um 00:00 Uhr

3. Teil: Die Brandstifter

Links zu den übrigen Teilen:

Das lettische Vorleben des Anarchisten „Peter the Painter“ IV

Das lettische Vorleben des Anarchisten „Peter the Painter“ II - Mernieks

Das lettische Vorleben des Anarchisten „Peter the Painter“ I - Janis Zaklis

Massendemonstration 1905 in DundagaAugust Bielenstein, evangelischer Pastor in Dobele (Doblen), hat sich als Sprachforscher und Ethnograph Verdienste erworben. Seine Bücher sind ein wichtiger Beitrag zur lettischen Kulturgeschichte. Er glaubte zu wissen, weshalb die Letten 1905 den Gehorsam verweigerten, streikten und schließlich sogar die Herrensitze des deutschbaltischen Adels in Brand steckten, seine eigene Bibliothek ging damals in Flammen auf.

Massendemonstrationen fanden 1905 auch auf dem Land statt, wie hier in Dundaga, Foto: Saite

Bielensteins Argumente, weshalb es angeblich zum Aufruhr kam, werden auf der lettischen Wikipedia-Seite1 zum Revolutionsjahr vorangestellt: Der Druck der orthodoxen Kirche, um evangelische Letten zum Konfessionswechsel zu bewegen; Schriften wie die von Letten herausgegebene „Petersburgas Avize“, die den Nationalismus geschürt und Hass gegen Deutsche gesät hätten, die nationalistische Agitation des Lettischen Vereins in Riga; die Russifizierungspolitik des Zaren; lettische Bauernsöhne, die sich in Moskau oder an anderen russischen Universitäten einschrieben, um dann den nihilistischen, sozialdemokratischen Geist russischer Studenten mit nach Hause zu bringen. Fremde hatten also Bielensteins lettische Schäfchen verdorben, ihnen den Geist des Ungehorsams und des Widerstands in den Kopf gesetzt.

So erklären sich Eltern die Verdorbenheit ihrer Kinder. Und darin lag die eigentliche Ursache des Konflikts: Die deutschbaltische Oberschicht pflegte ein patriarchalisches Verhältnis zu den Letten, die als Untertanen, also als Herrschaftsobjekte mal fürsorglich, mal repressiv behandelt wurden. Bielenstein hielt Letten für zu unreif, um selbst Politik zu machen und einen Staat zu regieren. Der Zorn der für unmündig gehaltenen Aufständischen richtete sich gegen diese hochmütige Fremdherrschaft deutschbaltischer Gutsherren und Pastoren, von denen sie keine Befehle und Vorschriften mehr akzeptierten. Im Sommer 1905 formte sich der Unmut zum Massenprotest, der in blutiger Gewalt endete.

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Zwei Gemälde von Julius Gottfried Siegmund wieder in Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 29. Juli 2017 um 00:00 Uhr

Werner von Sengbusch schenkte dem Museum für Stadtgeschichte lange Verschollenes

Bildübergabe1Zu Beginn der Mitgliederversammlung des deutsch-lettischen Kulturvereins Domus Rigensis (DR) am 7.7.17 wartete Werner von Sengbusch mit einer Überraschung auf. Im festlichen Haberlandsaal des Rigaer Museums für Stadtgeschichte und Schifffahrt waren zwei Ölbilder aufgestellt, die das DR-Vorstandsmitglied der anwesenden Museumsleiterin Klara Radzina übergab. Es sind Porträts zweier Deutschbalten: Hamilcar Baron von Fölkersahm (1811-1856) und Friedrich Wilhelm Brederlo (1779-1862). Julius Gottfried Siegmund (1828-1909) hatte diese Bilder im Auftrag des damaligen Dommuseums gemalt. Von Sengbusch erzählte von ihrer langen Reise im 20. Jahrhundert, die das deutschbaltische Schicksal widerspiegelt.

Werner von Sengbusch und Klara Radzina bei der Bildübergabe, Foto: Werner von Sengbusch

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