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Münster, 14.11.2018
Lettische Kunstausstellungen im Juni 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 02. Juni 2018 um 07:15 Uhr

Einst Tonband, heute Smartphone - Zeiten und Identitäten ändern sich

lnmm, GolevskisDer Sommer beginnt mit Textilkunst. Im Rahmen des Jubiläumsjahrs der lettischen Republik gerät die Rigaer Triennale der webenden, strickenden oder schneidernden Künstler besonders üppig: 84 Künstler aus 24 Ländern nehmen teil. Sie hatten den Auftrag, sich mit dem Thema "Identität" zu beschäftigen, ein Begriff, der ständig im Fluss ist. Ein lettischer Textilkünstler, Egils Rozenbergs, hat zusätzlich eine eigene Ausstellung: Sein Garn besteht aus Video- und Audiobändern als Nachweis dessen, wie vergänglich das gerade noch Moderne ist. Auch Rusudan Khizanishvili hat eine Affinität zum Textilen: Ihre Bilder entstehen auf Canvasen, große Tücher aus groben reißfesten Fäden, die auch als Segel benutzt werden können. Die Georgierin reagiert neo-expressionistisch auf die Transformation in eine digitale Welt. Hier die Zusammenfassung aus PR-Artikeln lettischer Kunstmuseen für den Juni.

Ilze Godlevskis, Zusammenhänge, Foto: LNMM

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Lettische Museumsnacht am 19. Mai 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 18. Mai 2018 um 10:15 Uhr

Kunst und Kultur für lau, die ganze Nacht

Lettisches Nationalmuseum der Kunst

Das Lettische Nationalmuseum der Kunst ist in der Museumsnacht für Besucher frei zugänglich, Foto: Anete Straume, LNMM

In der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 2018 haben Kulturinteressierte Gelegenheit, kostenlos Veranstaltungen in lettischen Museen, Ausstellungssälen und anderen öffentlichen Institutionen zu besuchen. Lettland beteiligt sich zum 14. Mal an der europäischen Museumsnacht. Kulturministerin Dace Melbarde verkündet das diesjährige Motto: "Die diesjährige Museumsnacht wird eine besondere sein, denn sie findet im Zeichen des 100jährigen Staatsjubiläums statt. Sie erreicht eine Rekordzahl von Veranstaltungsstätten in ganz Lettland. Ähnlich wie bei der Veranstaltungsorganisation früherer Jahre werden nicht nur Museen, sondern auch zahlreiche Gestalter des gesellschaftlichen Lebens aktiv eingebunden. Für 2018 wurde als Motto der Museumsnacht die Wiege ausgewählt. Wir feiern in dieser Nacht die staatliche Geburt Lettlands, die Freiheit als Wert, die Eigenart der Regionen und Familiengeschichten, die Produzenten der Wiegen, ihre Wächter und Schaukler." (lsm.lv) Die Besucher haben die Wahl zwischen 204 kulturellen Stätten, die sie in dieser Nacht aufsuchen können. Nicht nur die bekannten Museen, auch Zentren der Macht wie die Saeima öffnen ihre Tore.

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Zum Leben und Werk von Carl Gustav Jochmann, Teil 2: Politische Glossen PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 17. Mai 2018 um 00:00 Uhr

Karikatur Denkerclub

"Der endgültige Verzicht auf die Suche nach der wahrhaft menschlichen Gesellschaft bedeutet tödlichen Stillstand." (Ulrich Kronauer)

Ausgerechnet 1819, im Jahr der Karlsbader Beschlüsse, beendete Jochmann seine Tätigkeit als Advokat in Riga, reiste fortan durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz, traf aufgeklärte Geister, die ihn anregten, selber Texte zu veröffentlichen. Doch in der Zeit der Restauration fürchteten die Fürsten das freie Wort, übten Zensur und verfolgten die Anhänger der liberalen Bewegung. Jochmann ließ seine Bücher anonym drucken, sie waren ein Protest gegen Standes- und Zunftprivilegien, gegen die willkürlich herrschenden Fürsten, die ihr Volk unmündig wünschten, damit es die herrschende Ordnung nicht in Frage stellte. Gegen die Willkür, mit der sich wenige auf Kosten vieler bereicherten, setzte der Aufklärer die Vernunft, sie entsprach der natürlichen und göttlichen Ordnung. Mit ihr würden sich die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Besseren und Humaneren entwickeln. Doch Jochmann musste in seiner Zeit feststellen, dass diese Entwicklung nicht zwangsläufig erfolgte. Die selbstverschuldete und erzwungene Unmündigkeit des Menschen, der Egoismus der Herrschenden, die von der Unaufgeklärtheit ihrer Untertanen profitierten, starre Standes- und Zunftgrenzen und die Gewohnheit, an überkommene Traditionen und Aberglauben festzuhalten, fehlende Pressefreiheit - das alles bewirkte Stillstand, sogar Rückschritt in frühere Zustände. Jochmann fühlte sich als Fremder unter seinen Zeitgenossen, die ihm wie Automaten vorkamen, vom Wahnsinn betrieben: "Den Wirrwarr aufs höchste zu steigern, sind die meisten Sterblichen: Automaten, vom Wahnsinn in Handlung gesetzt und bewegt. Diesen Wahn und irren Sinn erzeugen nicht bloß Nervenzerrüttung oder Leidenschaften der Liebe, des Hochmutes, des Geizes, sondern Erziehung, Schulunterricht, Schicksal und die ganze Ideen-Erbschaft aus der Vorwelt, die jeder wieder der Nachwelt zuschleppt."1 Jochmann, für den die Bildung höchstes Gut war, kritisierte auch die Schulmeister, wenn sie das Falsche, nämlich die Ideen aus der unaufgeklärten Vorwelt lehrten. Oberstes Maß war die Vernunft, die göttliche Weltordnung, die nicht zuletzt zu dem, was Kirchenvertreter predigten, im Widerspruch stand. Acht Jahre nach Jochmanns Tod veröffentlichte Heinrich Zschokke unter dem Titel "Reliquien" größtenteils unveröffentlichte Essays, Aphorismen und Glossen des Freundes. Im zweiten Band der Nachlasssammlung befindet sich ein Kapitel "Politische Glossen"2. Das sind 75 einzelne kurze Texte, die die gesellschaftspolitischen Zustände kommentieren und kritisieren.

"Der Denkerclub", Karikatur zu den Karlsbader Beschlüssen im Jahr 1919, Foto: Gemeinfrei, Link

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