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Münster, 20.9.2018
Lettische Kunstausstellungen im März 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 03. März 2018 um 10:47 Uhr

Schiffsreise in die neblige Zukunft

Schiff und NebelWerden unsere Nachfahren 200 Jahre alt werden? Das allerdings seelen- und geschlechtslos, virtuelle Speisen zu sich nehmend und sich in fliegenden Autos fortbewegend? Wer sich alte Science-Fiction-Filme anschaut, weiß: Manche betagte Zukunftsvision verriet mehr über die Zeit, in der sie entstanden ist als über die damalige Zukunft, die nicht eingetreten ist. Man denke etwa an die vielen blinkenden Schalter in den Raumschiffkulissen der 70er Jahre: Diese könnten heutzutage von einem einzigen kleinen PC-Flachbildschirm ersetzt werden. Andererseits hinken wir den alten Zukunftsvisionen hinterher: Der Mensch ist im Weltall jenseits der Jahrtausendgrenze noch nicht so weit gekommen, wie es sich die Visionäre des letzten Jahrhunderts ausmalten. Doch auf eine US-Serie geht für das heutige Leben viel Bedeutenderes zurück: Erfinder des Mobiltelefons bekundeten, dass sie sich einst von “Raumschiff Enterprise” inspirieren ließen. Hier die Zusammenfassung aus PR-Mitteilungen lettischer Kunstmuseen für den Monat März.

Die Zukunft des Landes, Foto: Kriss Salmanis, LNMM

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Valentina Freimane gestorben PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 24. Februar 2018 um 06:12 Uhr

Die lettische Filmwissenschaftlerin Valentina Freimane ist am 16. Februar 2018 an ihrem langjährigen Wohnort Berlin gestorben. Sie wurde 1922 in Riga geboren, hat dann als Jüdin mit Hilfe ihrer Mitbürger die deutsche Besatzung Lettlands von 1941-1944 überlebt. Vor einigen Jahren wurde ihre Autobiographie "Adieu, Atlantis" ins Deutsche übersetzt. Hierzu die LP-Rezension:

Wie Propaganda die Menschen entmenschlicht - Valentīna Freimanes Autobiographie "Adieu, Atlantis" - eine Rezension

Frau Freimanes Leben war sogar schon Stoff einer Oper, die auch in Berlin aufgeführt wurde:

Oper Valentina - Gastaufführung am 19.5. in Berlin

 

 
Jost Eickmeyer über die Gelehrten Rigas im 16. Jahrhundert PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 03. Februar 2018 um 14:43 Uhr

Nur ein zartes Keimen des humanistischen Netzwerks

Alte Domschule in RigaNach Ansicht Gero von Wilperts hat Riga auf der "Landkarte des europäischen Humanismus" seinen "legitimen Platz"1. Er nennt als Beispiel Jacobus Batt, der ein "Freund von Speratus und eifrige[r] Korrespondent [...] von Erasmus von Rotterdam" gewesen war.2 Aufgrund der Empfehlungen Melanchthons und Luthers sei dieser 1527 zum Rektor der Rigaer Domschule berufen worden. Jost Eickmayer weist dem deutschbaltischen Literatur-Wissenschaftler und anderen Kennern Fehler nach: Der berufene Rektor trug zwar denselben Namen, war aber ein anderer, nicht der Erasmus-Freund aus den Niederlanden. Ebenso kritisch betrachtet Eickmeyer die Forderung des Humanisten Conrad Celtis nach einer "Sodalitas litteraria" für die Ostseeregion. So nannte dieser die von ihm gegründeten institutionalisierten Vereinigungen, in denen Gelehrte sich über humanistische Ideen austauschen sollten. Eickmeyer schreibt, dass es eine solche Institution in Riga nie gegeben hat. Das angeeignete Stereotyp führt zu Irrtümern, man sieht und liest hinein, was nicht ist. In seinem Aufsatz "`Sodalitas litteraria Rigensis`?"3 beschäftigt sich Germanist Eickmeyer mit der Frage, wie humanistisch Riga tatsächlich war.

Ein altes Foto der Rigaer Domschule, die 1888 abgerissen wurde, Foto: Saite

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