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Münster, 14.12.2018
Lettland: “Okkupation” als lettisches Feigenblatt? Geschichtsschreibung als Zankapfel zwischen Letten und Russen PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 02. August 2011 um 12:47 Uhr

Lettisches Okkupationsmuseum in RigaDer EU-Abgeordnete Alfrēds Rubiks hat jüngst abermals in einem Interview für das lettische Privatfernsehen bestritten, dass Lettland 1940 von der Sowjetunion okkupiert worden sei. Hinter dem Begriff “Okkupation” steckt der Konflikt über die Deutungshoheit lettischer Geschichtsschreibung. Letten weisen auf das Unrecht und die Gewalt hin, die mit der Besetzung ihres Landes durch die Rote Armee einher gingen. Russen kritisieren, dass Lettland keinen militärischen Widerstand leistete. Bis heute stört das unterschiedliche Verständnis die Aussöhnung zwischen den ethnischen Gruppen. Wer war Opfer, wer Täter sowjetischer Greueltaten? Diese Frage spaltet die lettische Gesellschaft und überschattet das politische Handeln.

Das Okkupationsmuseum im Zentrum Rigas stellt den lettischen Blick auf die Geschichte der sowjetischen und nationalsozialistischen Besatzung dar, Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. August 2011 um 20:08 Uhr
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Der Literat im Mondscheinhaus: Liene Lauska über Jānis Jaunsudrabiņš – eine Rezension, Teil 2 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. Juli 2011 um 10:49 Uhr

Janis JaunsudrabinsLiene Lauska widmet den zweiten Teil ihrer Dissertation der Biographie des Schriftstellers und Malers Jānis Jaunsudrabiņš. Sein Leben im deutschen Exil findet besondere Beachtung. 1944 floh der lettische Autor im Seniorenalter vor den rückkehrenden sowjetischen Besatzern. Auch dieses Schicksal verdeutlicht exemplarisch, dass ein Literat, der auf seine Muttersprache angewiesen ist, sich kaum in eine fremde Kultur zu integrieren vermag. Er bleibt ein Fremder, der auf Rückkehr hofft. Allerdings sind die letzten Tage seines Lebens, die er in Körbecke am Möhnesee verbrachte, eine Zeit der verpassten Chancen. Verleger und Übersetzer versäumten es, den renommierten Letten einem deutschsprachigen Publikum vorzustellen. Lauska dokumentiert die widersprüchliche Situation des Exilliteraten, dessen Existenz fernab von Heimat und Publikum ein stetes Provisorium bleibt.

Porträt des Autors, Foto: Wikimedia.lv

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. Juli 2011 um 19:42 Uhr
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Wie man mit Literatur das Leben übersteht: Liene Lauska über Pēteris Ērmanis - eine Rezension, Teil 1 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 30. Juni 2011 um 11:03 Uhr

Ermanis-Regal im LCMWeshalb sollten sich deutschsprachige Leser mit den Biographien der lettischen Schriftsteller Pēteris Ērmanis und Jānis Jaunsudrabiņš beschäftigen? Um in die lettische Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts einzusteigen und sich auf eine Reise in die gemeinsame deutsch-lettische Vergangenheit zu begeben. Dabei steht das Leben dieser beiden Autoren, die vor Stalins Herrschaft flohen, exemplarisch für das Los der Displaced Persons in Deutschland. Fernab von der lettischen Heimat bewahrte das fortgesetzte Schreiben in der Muttersprache vor dem psychischen Absturz. Trotz vieler Entbehrungen blieben die beiden auch im Exil lettische Schriftsteller. Liene Lauska erforschte ihre Lebensläufe und das soziale Umfeld anhand umfangreichen Quellenstudiums. Trotz des notwendig sachlichen Stils gelingt es der Autorin in ihrer Doktorarbeit, über die Präsentation von Daten und Fakten hinaus das Mitgefühl des Lesers für das Schicksal dieser Literaten zu gewinnen. Lauska zeigt deren empfindsame Humanität, die manchen materiellen Verzicht birgt, um weiter zu schreiben - aber auch deren Widersprüchlichkeit, die sich im Verhältnis zu den Mächtigen und im Ringen um Anerkennung ebenso offenbarte. Der erste Teil der Rezension beschäftigt sich mit den Kapiteln über Pēteris Ērmanis.

Das Lettische Centrum in Münster bewahrt Bücher und Dokumente von Pēteris Ērmanis und anderen lettischen Autoren. Der Besucher kann die Räume nach Absprache besichtigen:Telefon: 0251/ 217 017, Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. Juli 2011 um 07:28 Uhr
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