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Münster, 16.1.2019
Als noch echter Bohnenkaffee in den Tässchen dampfte – Peter Bosse zitierte deutschbaltische Literaten zum heißen Getränk PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 10. März 2011 um 00:00 Uhr
“Ich komme doch nicht zu spät? Mit Erlaubnis zu reden, ich war fast noch im Hemde, singe mein Morgenlied und kämme den Mops. Beim dritten Vers stürzt Ihre Magd herein, je du mein Gott! ich denke, das Haus brennt. Da bin ich aufgesprungen, der Mops ist mir vom Schoße gefallen, das Gesangbuch in die Kohlpfanne, wo ich meinen Kaffee wärmte, der Kaffee ist in die Kohlen geflossen, und von dem Liede »Wach auf, mein Herz, und singe!« sind zwei Verse verbrannt.” August von Kotzebue, Die deutschen Kleinstädter

Der Vortragende Peter BosseSo wird in Kotzebues Lustspiel die Muhme und Frau Stadtakzise-kassaschreiberin Morgenrot beim heimeligen Kaffeegenuss aufgeschreckt. Der verschüttete Kaffee qualmt im Feuer, die behagliche Stimmung ist dahin. Das Tässchen Kaffee gehörte in höheren Kreisen schon seit Jahrhunderten zur Mußezeit, allein oder in munterer Runde. Auch in baltischen Gefilden konnten sich Adelige und Bürger seit dem 17. Jahrhundert das kulinarische Getränk schmecken lassen. Schließlich pflegten die Deutschbalten geschäftliche Beziehungen zu den Bremer Kaffeeröstern. Zu jenen höheren Kreisen, die sich edle Kolonialwaren wie Kaffee schon früh leisten konnten, zählt auch das Stammgeschlecht des Vortragenden. Bosse rezitierte aus den Erinnerungen seiner kurländischen Vorfahren, die sich über mangelnden Feinkost-Nachschub aus dem Rigenser Kaufmannshause Mentzendorff nicht beklagen konnten.

Peter Bosse lud zum Vortrag im Rigaer Mentzendorff-Haus, Foto: LP

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. März 2011 um 07:02 Uhr
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“Töte mich mit Killa-Kuss” - Die lettische Popgruppe `Musiqq` fährt nach Düsseldorf PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 27. Februar 2011 um 00:00 Uhr
"“Ich warte den Morgen ab und rufe Lena an. Ob ich etwas Bestimmtes vorhabe, will sie wissen, das sollte ich gleich sagen. “Ich möchte dich treffen.”  “Um was zu besprechen?”  fragt sie. “Der bestimmte Grund ist, daß ich von dir geträumt habe.”  “Dann will ich dir sagen, wie es bei mir im Moment aussieht” - und schon zählt sie, Punkt eins, Punkt zwei, Punkt drei, auf, was sie vor einer unmittelbar bevorstehenden Reise noch zu erledigen habe.”"  Zit. nach: Peter Schneider, Der Mauerspringer, Erzählung, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 34

Die Esprithalle in Düsseldorf

In dieser Halle wird der internationale Songcontest stattfinden, Foto Jörg Wiegels, Düsseldorf, auf Wikimedia Commons

 

Das Duo Musiqq hat die lettische Vorauswahl zum Eurovision Song Contest 2011 gewonnen. Mit dem Titel Angel in Disguise überzeugte es Jury und Publikum. Der Wettbewerb wird traditionell in Ventspils ausgetragen. Im Theatergebäude Jūras vārti gewann die Band den live übertragenen Wettbewerb. Die Wertungen der Jury und der Fernsehzuschauer wurden im Verhältnis 50 zu 50 berücksichtigt. Die Letten wählten die Düsseldorf-Reisenden in drei Etappen: Nach zwei getrennten Vorentscheidungen trafen sich am 26. Februar die elf Sieger zum Superfinale. Auf dem LP-Blog können Sie die Youtube-Videos des Gewinner-Hits und der Zweit- und Drittplatzierten, Lauris Reiniks (Banjo Laura, hätten die Zuschauer allein entschieden, wäre nach Informationen des Tageszeitung Diena vom 28.2.11 Reiniks Sieger gewesen.) und Pieneņu vīns (You are) betrachten. Außerdem sehen Sie dort weitere Gruppen der lettischen Vorauswahl:

Blitze - Hop, Evija Sloka - Don't Stop the Dance, Elīna Krastiņa-Grence - Look Back At Me Again, Ivo Grīsniņš-Grīslis - Cinderella, The Secretz - Summer Night, Oksana Ļepska - Live On!, D-family - Daylight

und: Triana Park - Upside Down


LP-Blog:

Das Youtube-Video des Gewinners Musiqq, der Zweit- und Drittplatzierten und weiterer Bands

Externer Linkhinweis:

diena.lv: 2011.gadā Latviju Eirovīzijā pārstāvēs Musiqq

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. März 2011 um 21:31 Uhr
 
homo@lv von Kaspars Goba: Mit orthodoxen Kreuzen gegen das westliche Laster – Ein Film über das lettische Streitthema Homosexualität PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 11:52 Uhr

Kino K.Suns in RigaBerlinale-Besucher konnten sich im Februar 2011 eine lettische Dokumentation über ein Ost-Thema anschauen, das im Westen immer wieder für Schlagzeilen sorgt: Die öffentlich zur Schau gestellte Homophobie, also Schwulenfeindlichkeit, die auch in Lettland zu beobachten ist. Seit 2005 organisierten lettische Lesben, Schwule und ihre Sympathisanten alljährlich den Pride-Umzug durch die Rigaer Innenstadt. Filmemacher Kaspars Goba zeigt kommentarlos den Kampf dieser Minderheit für ihre Rechte und den Widerstand, den intolerante Teile der lettischen Gesellschaft ihm entgegen setzen. Goba ergreift zwar Partei für Toleranz und Menschenrechte, vermeidet es aber, gegen schwulenfeindliche Aktivisten und Politiker zu polemisieren. So ist ihm mit Homo@lv ein Beitrag gelungen, der zwischen den Fronten vermitteln könnte.

Das Programmkino K-Suns in Riga zeigte Gobas Streifen noch einmal parallel zu seiner Aufführung auf der Berlinale 2011, Foto: LP


Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. Februar 2011 um 07:46 Uhr
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