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Münster, 24.5.2019
"Nacht der Legenden“ in Lettlands Burgen und Schlössern am 27. Oktober 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 20. Oktober 2018 um 14:45 Uhr

Stätten für glaubhafte und unglaubliche Erzählungen

Brotze, GutshofSie sind ein Blickfang zwischen Wäldern und Feldern, liegen an kleinen Seen oder sie bilden den Mittelpunkt von Siedlungen und kleinen Städten. Die Burgen des Livländischen Ordens und die Schlösser und Herrensitze des deutschbaltischen Landadels sind Zeugnisse der wechselvollen deutsch-lettischen Geschichte und ein charakteristischer Teil der baltischen Kulturlandschaft. Die Webseite des Lettischen Verbandes der Burgen und Landsitze (Latvijas Pilu un muizu asociacija, LPMA) listet 92 solcher erhaltenen Kulturdenkmäler auf (pilis.lv). Sie zeigen die architektonische Vielfalt dieser Gebäude, deren Geschichte zuweilen bis ins Hochmittelalter zurückreicht. Manche gehören zu den ersten Steinbauten dieser Region, andere ließen deutschbaltische Barone in einem neuzeitlichen Retro-Stil bauen bzw. umbauen. Doch nicht jeder Adelige verfügte über die Mittel, sich einen repräsentativen Prachtbau zuzulegen. Unter den „Herrensitzen“ sind einige Häuser zu finden, die fast so schlicht wie eine Bauernkate erscheinen und in kargen Nachkriegszeiten verzichteten die Gutsbesitzer auf die Maurer, beauftragten statt derer Zimmerer mit einer billigeren Holzkonstruktion. Heutzutage nutzen Geschäftsleute die historischen Räume als Hotels und Gaststätten oder Kommunen richten in ihnen Museen ein. Der 27. Oktober bietet Gelegenheit, diese Stätten näher kennenzulernen.

Johann Christoph Brotze: Fronarbeit auf einem Gutshof zur Zeit der Heuernte, Foto: Saite

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Valda Cerinas Buch über den lettischen Landschaftsmaler Vilhelms Purvitis PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 18. Oktober 2018 um 00:00 Uhr

„Deutsche Kunstschriftsteller sind für meine damals wenig populäre Malerei in durchgreifendster Weise eingetreten“

Vilhelma PurvitisEine von Schnee bedeckte Landschaft, durch die sich ein Bach schlängelt. Hinter der Kurve seines Ufers stehen einige Bäume mit kahlem, braungrauem Geäst. Ein Erdwall verdeckt den Horizont. Hellblauer Himmel verleiht der kahlen Landschaft eine heitere, erwartungsvolle Stimmung. Zwischen schwimmenden Eisstücken spiegelt Sonnenlicht die Baumkronen im Himmelsblau des Wassers. Wolkenartig bedeckt der Schnee die Erde, der an seinen Rändern leuchtet – ein lettischer Vorfrühlung. Oder: Ein See spiegelt den Abhang eines Waldes, der aus Tannen und Birkenhainen besteht. Die Birken sind weiße, fleckige Striche, die sich in ihren kahlen Wipfeln zu einem rotbraunen wolkigen Gemisch vereinen. Unter dem Wald reflektiert das Wasser sandiges Ufer und neben ihm sind die Abhänge noch schneebedeckt. Auf dem See unterbrechen abgerundete Eisflächen die symmetrische Spiegelung – Frühling am Wasser. Jene, die sich für lettische Kunst interessieren, wissen, wer solche Bilder gemalt hat: Vilhelms Purvitis. Er gehört neben Janis Rozentals und Janis Valters zu den „Großen Drei“, die die lettische Malerei um 1900 begründeten. Purvitis wurde 1872 im Dorf Zaube im Umkreis Rigas als Sohn eines Müllers geboren. Die Familie zog 1886 ins Gouvernement Vitebsk, wo ein Lehrer Vilhelms` Zeichentalent entdeckte. Mit dem Geld, das er sich in einer Fabrik verdient hatte, und den Zuweisungen eines Mäzens konnte der lettische Müllerssohn ab 1890 an der Petersburger Kunstakademie studieren. Valda Cerina hat in ihrer Bonner Magisterarbeit von 1995 beschrieben, wie sich Purvitis in der Zeit von 1890 bis 1910 vom umstrittenen und unverstandenen zum renommierten Künstler seines Landes entwickelte. Die Kunsthistorikerin veröffentlichte in diesem Jahr ihre Arbeit als zweisprachiges Buch. Ihm ist zu entnehmen, dass Purvitis von Deutschbalten geschätzt und gefördert wurde.

Vilhelms Purvitis, Foto: Fair use, Saite

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Theaterstück über Andrievs Niedra am 3.11.2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 08. Oktober 2018 um 00:00 Uhr

Andrievs Niedra - Volksverräter oder wohlüberlegender Politiker?

Andrievs NiedraDomus Rigensis und Dirty Deal Teatro (Talsu iela 1) laden zum Theaterstück über Andrievs Niedra am 3.11.2018 um 19 Uhr ein. 
Anschließend findet eine Diskussion unter Leitung des Historikers Kaspars Zellis statt. Aufführung und Diskussion erfolgen auf Lettisch mit deutscher Übersetzung.

PR-Text des deutsch-lettischen Kulturvereins Domus Rigensis:

Zu einer der umstrittensten Personen der lettischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gehört der Pastor und Schriftsteller Andrievs Niedra (1871-1942), der im April 1919 in Lettland im Zusammenwirken mit deutschbaltischer Landeswehr und reichsdeutschen Kräften für kurze Zeit das Amt des Ministerpräsidenten wahrnahm. Unter der Ulmanis-Regierung galt er deshalb als „Volksverräter“, in den vergangenen Jahren hat seine Person in Lettland zumindest ansatzweise eine Neubewertung erfahren.

Andrievs Niedra, Foto: Domus Rigensis

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