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Münster, 16.12.2017
Lettische Kunstausstellungen im März 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. März 2017 um 00:00 Uhr

Wie der Hyperrealismus nach Lettland kam, wie Frauen ihre gesellschaftliche Rolle dekonstruieren und wie ein Grafiker das Hirn des Betrachters beschäftigt

Kalauca, RäumeNicht nur das Lutherjahr, auch das bevorstehende 100jährige Jubiläum der lettischen Staatsgründung 2018 beschäftigt die Kulturszene. Eine große Ausstellung zum Hyperrealimus deutet bereits auf die Feierlichkeiten im nächsten Jahr voraus. Sie zeigt das Wirken lettischer Künstler im internationalen Kontext. Hyperrealismus, der über die Documenta 5 im Jahre 1972 von Amerika nach Europa kam, bot den lettischen Künstlern ein neues Mittel, die Grenzen politisch gewollter Kunst zu überwinden. In der Ausstellung "Ich berühre mich" zeigen fünf Künstlerinnen, dass die Entgrenzung von Geschlechterrollen kein abgegoltenes Thema ist. Die Sprache gibt dem Männlichen den Vorrang, Frauen sind auf der künstlerischen Suche nach der eigenen. Auch Guntars Sietiņš entgrenzt. Er stellt die realistische Wahrnehmung des Betrachters in Frage, illusioniert ihn... Hier die März-Vorschau auf Ausstellungen, zusammengefasst aus den PR-Texten lettischer Museen.

Vineta Kaulača. Räume, rotes Licht, 2010 ist in der Ausstellung Hyperrealismus zu sehen, Foto: LNMM
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Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons erhalten den Purvītis-Preis 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Februar 2017 um 10:18 Uhr

Das “nationale Wertesystem” infrage gestellt

SalmaniMāra Lāce, Leiterin des Lettischen Nationalmuseums der Kunst und Jānis Zuzāns, Vertreter eines Museumssponsors, verkündeten am 17.2.2017 die diesjährigen Gewinner des Purvītis-Preises. Dieser wird seit 2009 alle zwei Jahre vergeben. Mit 28.500 Euro ist er der höchst dotierte Preis für moderne lettische Kunst. Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons erhielten die Auszeichnung für ihre Ausstellung “Dziesma” (Lied). Die Künstler interessierten sich für die traditionellen Liedertexte, die auf den Abschlusskonzerten der großen Chorfestivals zwischen 1990 und 2013 gesungen wurden. Sie zählten, welche Substantive am häufigsten vertont wurden. Das meist verwendete Hauptwort in diesen Liedern ist demnach “Saule” (Sonne), gefolgt von “Meita” (Tochter) und “Dievs” (Gott). Für ihre Ausstellung wählte die Gruppe das Wort “Gott” aus. Kristaps Pētersons gestaltete aus 184 Liederfragmenten die Collage “Gottesländchen I”. Zudem wurde aus den “Gott” begleitenden Tönen eine Komposition zusammengestellt, die gleiche laut Kunstexpertin Elita Ansone zwar einer Kakophonie, also einer missklingenden Tonreihe, doch sie gebe die exaltierten Emotionen der Liederfeste wieder. “Die Komposition schafft einen surrealen Effekt, als ob ein Gespenst über uns komme oder eine beschädigte Platte erklingt,” meint Ansone. Der Jury gefiel diese neue Kunstidee. Māra Lāce begründete, weshalb die Juroren die Ausstellung des Künstler-Trios auswählten.

Werk von Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons, Foto: Monta Ezerlīce

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Lettische Kunstausstellungen im Februar 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 10. Februar 2017 um 00:00 Uhr

purvisabalva.lv

Am 17.2.2017 erfährt die Öffentlichkeit, wer den diesjährigen Purvītis-Preis (Purvīša balva) erhält. Dieser ist mit 28.500 Euro dotiert und damit die kapitalste Auszeichnung, mit der Lettland moderne Künstler ehrt. Der Wettbewerb findet seit 2008 statt. Alle zwei Jahre werden lettische Künstler ausgewählt, deren Ausstellungen das Wohlgefallen der Juroren weckte. Ziel des Preises ist es, neue Ideen in der lettischen Kunst zu fördern. Der Namensgeber ist Vilhelms Purvītis (1872–1945). Er war Lettlands bekanntester Landschaftsmaler und ein einflussreicher Kulturschaffender. Er leitete die Rigaer Kunstschule und das Kunstmuseum, war erster Rektor der Kunstakademie sowie Mitglied der Petersburger Kunstakademie. Der Rigaer Architekturstudent und spätere NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg war sein Zeichenschüler (Wären die Nazis doch beim Malen geblieben). Auch Purvītis förderte also den künstlerischen Nachwuchs und daher ist der Preis in seinem Sinne. Die Jury nominierte für die Ausstellungen der letzten beiden Jahre sieben Künstler und eine Künstlergruppe. Am Tag, an dem vor ausgewähltem Publikum die Gewinnerin oder der Gewinner bekanntgegeben wird, beginnt im Lettischen Nationalmuseum der Kunst (Riga, Jaņa Rozentāla laukumā 1, ab 19 Uhr) eine Ausstellung mit den Werken der Nominierten. Sie ist bis zum 9.4.2017 zu besichtigen. Die Museums-PR präsentiert schon mal Bilder und Jury-Kommentare der ausgewählten Künstler.

Das Logo des Purvītis-Preises, Foto: LNMM

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