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Münster, 26.6.2017
Riga erhält ein Museum für moderne Kunst PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 17. Juni 2016 um 00:00 Uhr

Update: Gewinner inzwischen bekannt

Wer sich in Riga nach zeitgenössischer Kunst umschaut, findet sie in Wechselausstellungen und auf Festivals. Ein Museum, das ständig moderne Kunst präsentiert, fehlt bislang. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Zwei private Stiftungen stellen 30 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld soll im Neubaugebiet, das auf Lenglisch (Lettisch + Englisch) „New Hanza City“ heißt, der neue Kunsttempel entstehen. Am 6.6.2016 präsentierten sieben Architektengruppen der Jury ihre Entwürfe. Eine britische Consultingagentur hatte die Teams ausgewählt, in denen jeweils ein lettisches Büro mit einem ausländischen Partner kooperieren sollten. Im Wettbewerb befindet sich u.a. ein deutsch-lettischer Vorschlag.

Moderne Kunst findet in Lettland bislang nur vorübergehend Unterschlupf, wie hier eine Survival-Kit-Ausstellung in einer leerstehenden Fabrikhalle, Foto: LP

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Lettische Lutheraner verbieten Frauenordination PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Dienstag, den 07. Juni 2016 um 00:00 Uhr

Kreuzkirchengemeinde Liepāja beschließt den Austritt aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands

Turmspitze des Rigaer DomsWie von den Medien prophezeit (die LP berichtete darüber) beschloss die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands (LELB) am 3.6.2016, dass nur noch Männer ordiniert, also zum Priesteramt zugelassen werden dürfen. Von den im Rigaer Dom versammelten Bischöfen, Pröpsten, Pastoren und Laien stimmten 201 dafür, die LELB-Verfassung diesbezüglich zu ändern. 59 stimmten dagegen, 22 enthielten sich. Das ergab eine Mehrheit von 77,3 Prozent, weil die Enthaltungen nicht beachtet wurden und nur so die notwendige Dreiviertelmehrheit zustande kam. Die lettischen Geistlichen begründen ihre Entscheidung biblisch. Lsm.lv zitierte den Rigaer Erzbischof Jānis Vanags, der sich auf die Bibelstelle 1. Korinther 14,34 bezog: „Die Frauen sollen schweigen in den Versammlungen, denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in den Versammlungen zu reden.“ Am Dom protestierten fünf Frauen spontan gegen den Beschluss der versammelten Männerrunde. Eine Befragte wies gegenüber lsm.lv auf den großen Einfluss hin, den die katholische und protestantische Kirche auf Politik und Gesellschaft, damit auch auf ihr Leben ausübten. “Daher möchte ich nicht, dass solche mittelalterlichen, hinterwäldlerischen, finsteren Ansichten, die im Inneren der Kirche herrschen, von dieser auf die heutige lettische Gesellschaft übertragen werden können.” Auch innerhalb der LELB dürfte der Beschluss zum Zwist führen. Zum Beispiel ist Linards Rozentāls, Pfarrer der Luther-Gemeinde in Riga, der größten Lettlands, nicht einverstanden. Als Student habe er noch gemeinsam mit Studentinnen gelernt. Alle hätten das Ziel gehabt, Geistliche zu werden. Doch dann änderten sich die Verhältnisse und die Frauen hätten sich ins Ausland begeben, weil ihnen seit dem Amtsantritt Vanags` als Erzbischof die Ordination verwehrt wurde. Das berichtete Rozentāls im Programm von LTV. Am 5.6.2016 reagierte die Kreuzkirchengemeinde in der westlettischen Hafenstadt Liepāja. Sie entschied sich, aus der LELB auszutreten. Lettlands erzkonservative Lutheraner isolieren sich im Lutherischen Weltbund und provozieren den Bruch mit befreundeten Kirchen. Oberkirchenrat Wolfgang Vogelmann war als Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschlands als Gast auf der Synode anwesend. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses verkündete er den Versammelten offen, dass ihre Kirchen zukünftig in einigen Fragen getrennte Wege gingen.

Die Turmspitze des Rigaer Doms, Foto: LP

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Streit um Frauenordination spaltet lettische Lutheraner PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 27. Mai 2016 um 17:44 Uhr

„...wie zweitklassige Menschen behandelt“

Janis VanagsJānis Vanags ist seit 1993 protestantischer Erzbischof in Riga. Seine konservativen Positionen sind umstritten: Er lädt die SS-Legionäre an ihrem Gedenktag, dem 16. März, in seinen Dom. Er ist der Überzeugung, dass „Propaganda für Homosexualität in einer sittlich gesunden Gesellschaft keinen Platz“ habe. Seine Weigerung, Frauen zum Priesteramt zuzulassen, spaltet die lettischen Lutheraner und könnte zukünftig auch deren Organisation, die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands (LELB) entzweien. Seit Jahrzehnten wurde keine Frau innerhalb der LELB zum Priesteramt berufen. Nun wollen die Lutheraner auf ihrer Synode vom 3. bis 4.6.2016 beschließen, das Verbot der Frauenordination rechtlich abzusichern und es deshalb in die LELB-Satzung aufzunehmen. Es ist wahrscheinlich, dass Vanags` Gefolge der Änderung mit großer Mehrheit zustimmen wird. Vanags stritt gegenüber kasjauns.lv ab, Initiator dieses Vorhabens zu sein. Der Vorschlag sei aus den Gemeinden gekommen. Einige Betroffene kündigen hingegen ihren Widerstand an. Die LELB dürfte sich nicht nur als Mitglied des Lutherischen Weltbundes weiter isolieren. Liberalere Priester könnten zur konkurrierenden LELBāL wechseln, das ist die Lettische Evangelisch-Lutherische Kirche außerhalb Lettlands, ursprünglich eine Exilorganisation, die inzwischen auch in ihrem Heimatland Gemeinden hat. Sie könnte weiteren Zulauf von liberal gesinnten Gläubigen bekommen, die mit Vanags` erzkonservativer Kirchenführung nicht einverstanden sind.

Umstrittener Erzbischof Jānis Vanags, Foto: Reinis Inkēns, Saeimas Kanceleja, cropped by Maliepa - Cropped from the Flickr original image: Saeimas priekšsēdētāja tiekas ar Pasaules Luterāņu federācijas prezidentu, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38134855

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