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Münster, 25.5.2018
Maija Tabaka und ihre Zeit in Westberlin PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 10. Juni 2017 um 14:16 Uhr

Kosmopolitisch und lettisch zugleich

Vostell porträtiert TabakaTabaka wurde am 5.11.1939 in Jelgava geboren. Ihr Vater war Bauingenieur, die Mutter Näherin. Im Krieg musste die Familie mehrmals den Wohnort wechseln, schließlich zog sie nach Riga. Maija Tabaka bezeichnete sich im Interview mit Viestarts Gailītis als ausgezeichnete Schülerin (arterritory.com). Doch ausgerechnet im Zeichnen erhielt sie schlechte Noten. An den Wochenenden gab Auseklis Bauskenieks der Zwölfjährigen Nachhilfe. Sie ging zunächst aus Mitleid zu ihm, damit er wenigstens eine Schülerin hatte. Ihr gefiel es, dass er sie nicht von oben herab behandelte. Allmählich fand sie Gefallen am Zeichnen. Bauskenieks lehrte sie die Grundlagen des Impressionismus`, an dem sie sich fortan bei der Farbgebung orientierte. Zugleich interessierte sie sich für Psychologie, Porträts und für linearen Rhythmus. Ihre Werdegang an der Rigaer Kunstakademie war holprig. Sie begann mit einem Studium in der Grafik-Abteilung, wechselte dann zur Malerei. Agnese Pundina und Paula Luse (arterritory.com) schildern in ihrem Artikel über Tabaka, weshalb sie als Studentin die Kunstakademie 1961 verlassen musste: Ihr Bild “Die Ananas-Esser” sei formal fehlerhaft gewesen, die Urheberin des Bildes unbegabt. Das war ein Schock für die experimentierfreudige Studentin. Sie stritt sich mit ihrem Vater, der den Ausschluss mit ihrer angeblichen Faulheit begründete. Tabaka schlug sich in Riga durch, ging dann für fünf Monate nach Moskau. Danach kehrte sie zurück und wurde an der Kunstakademie wieder aufgenommen. Sie entwickelte sich zu einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstlerinnen Lettlands. Ihr Weg zur internationalen Anerkennung führte über Westberlin.

Wolf Vostell porträtiert Maija Tabaka mit Kamera, 1978, Zuzānu kolekcija. Foto: Jānis Pipars

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Lettische Kunstausstellungen im Juni 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. Juni 2017 um 00:00 Uhr

Maija Tabaka, Valdis Abolins und die skandalöse Fluxus-Truppe

Künstlerhaus BethanienMaija Tabaka, eine der bekanntesten Malerinnen Lettlands, kam 1977 nach Westberlin und lernte dort eine recht bunte und forsche Kunstszene kennen. Ihr Landsmann Valdis Abolins, der 1984 in Berlin gestorben ist, hatte den Aufenthalt vermittelt. Tabaka porträtierte deutsche Künstler wie Wolf Vostell, dessen Happenings so manche in Rage versetzt hatten. Atis Ievins und Inga Meldere setzen sich mit den Farbbildern einst und jetzt auseinander. Liene Mackus und Arturs Arnis entwickeln mit Landschaftsbildern eine realistische Poetik. Hier die Zusammenfassung aus den PR-Texten der lettischen Kunstmuseen für den Juni.

Im Berliner Künstlerhaus Bethanien hatte Maija Tabaka 1979 eine Ausstellung, Foto: tian2992 from Guatemala, Guatemala - Künstlerhaus Bethanien, CC BY-SA 2.0, Link

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Letten und Russen bewerten die Historie weiterhin unterschiedlich PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 25. Mai 2017 um 00:00 Uhr

Mehr Verständnis für die Andersdenkenden

gut oder schlechtWie war es in der Sowjetunion? War Karlis Ulmanis ein guter Politiker? Ist der 9. Mai ein Tag des antifaschistischen Sieges? Je nach dem, ob man einen lettisch- oder russischsprachigen Einwohner fragt, fallen die Antworten wahrscheinlich ziemlich unterschiedlich aus. Die lettische Mehrheitsgesellschaft trennt noch so manches von der russischsprachigen Minderheit im eigenen Land. Dazu gehört die gegensätzliche Bewertung der verschiedenen Herrschaftsphasen der letzten hundert Jahre. Am besten wird jeweils die Regierungsform bewertet, die die eigene ethnische Gruppe bevorzugte: Letten die Zeit unter der nationalistischen Ulmanis-Diktatur, als es hieß „Lettland den Letten“ und Russischsprachige die Sowjetzeit, als man hierzulande Karriere machen konnte, ohne ein Wort Lettisch zu lernen. Doch insgesamt erkennen die Forscher einen positiven Trend: Mit den gegensätzlichen Einschätzungen der anderen ethnischen Gruppe gehen Lettlands Einwohner immer gelassener um. Das ergab die diesjährige Umfrage jenes Forschungszentrums der Lettischen Universität, welche das Soziale Gedächtnis erkundet (lsm.lv).

Gut oder schlecht? Das ist die zweisprachige Frage, Foto LP

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