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Münster, 16.12.2017
Lettische Kunstausstellungen im Dezember 2016 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 03. Dezember 2016 um 00:00 Uhr

Wie das scheinbar Surreale unsere scheinbare Realität entlarvt

Dimiters: Romeo und JuliaZwei Künstler, die Szenographie an der Rigaer Kunstakademie studierten, haben nun große Werkausstellungen. Der eine stellt das Thema Militär und Krieg zur Debatte, der andere vereint das Unvereinbare zu surrealistischen Visionen. Surreal, unlogisch und ein Ausdruck unseres Seelenlebens ist der Traum, sowohl als unbewusster Nacht- als auch als halbbewusster Tagtraum. Die Kuratoren des Mark-Rothko-Zentrums in Daugavpils motivierten zehn Künstler, ihr Verhältnis zum Traum künstlerisch zu verarbeiten. Im Nationalmuseum gedenkt man der Pastellzeichnerin Felicita Pauluka, die 2014 gestorben ist.

Juris Dimters: Romeo und Julia, Foto: LNMM

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Der 30. November 1941 in Riga PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Mittwoch, den 30. November 2016 um 00:00 Uhr

Als die Nazis vor 75 Jahren einen Adventstag in einen Blutsonntag verwandelten

Gedenken im Wald von Rumbula„An diesem ersten Advent des Jahres 1941 läßt der `Höhere SS- und Polizeiführer` Jeckeln eine Tötungsmacht von `mindestens 1.000, maximal 1.700 Männern` gegen die Juden des Ghettos aufziehen. Unter ihnen befinden sich fast alle deutschen Schutz- und Ordnungspolizisten, die in Riga stationiert sind, einschließlich ihrer Offiziere,“1 schreibt die Historikerin Anita Kugler. Sie hat die Biographie des eigenartigen Eleke Scherwitz erforscht, der in Riga während der deutschen Besatzungszeit ein KZ-Außenlager leitete. Er hatte versucht, viele seiner Gefangenen zu retten und es gibt Hinweise, dass Scherwitz selbst jüdischer Herkunft war. In diesem Zusammenhang hat Kugler auch die Taten der deutschen Besatzer umfassend dokumentiert. Die Jagd auf Juden begann gleich nach dem Einfall der Deutschen Wehrmacht, ab dem Juni 1941. Sonderkommandos und SS konzentrierten ihre Opfer zunächst in den Ghettos von Liepaja (Libau), Daugavpils (Dünaburg), Ludza (Ludsen) und Paplaka. Im Ghetto von Riga sollte sich im Herbst 1941 das ereignen, was die Historiker als eine der größten Mordaktionen des Holocaust verzeichnen werden. Die Nazis versäumten in ihrer Propaganda nicht, Letten gegen ihre jüdischen Mitbürger aufzuhetzen, einige von ihnen zur Kollaboration zu verführen. Stalins Tschekas hatten zuvor im Land gewütet. Für Hitler und Goebbels waren Bolschewisten, die Letten hingerichtet oder deportiert hatten, Teil der jüdischen Weltverschwörung. Letten ließen sich als Hilfspolizisten anheuern, die bei der Verfolgung halfen und die Ghetto-Insassen zur Exekutionsstätte transportierten. Das etwa 300 Mann starke Sonderkommando von Viktors Arajs beteiligte sich am Massenmord. Als Teil der „Endlösung“ verschleierten die Nazis auch diese Untat technokratisch: Diesmal nannten sie ihren Mordplan „Umsiedlung“2. Ab vier Uhr morgens werden die Ghetto-Bewohner aus ihren Wohnungen gezerrt. Schutzpolizisten schieben Wache, dass niemand entkommt. „Kinder drängen sich an ihre Mütter, Familien verlieren sich, es wird gesucht, es wird geschrien, es wird geweint, die Temperatur beträgt 7,5 Grad minus. Alte, Kranke, gehbehinderte Menschen werden von lettischen Kommandos auf offene Lastwagen geworfen und abtransportiert. Erste Schüsse fallen, dann viele. Allein auf der Ludzas iela bleiben 300 Menschen liegen, im ganzen Ghetto etwa 800.“3 Es war organisiertes Chaos. Aus Deutschland, dem besetzten Österreich und Tschechien sollten bald Eisenbahnwaggons mit deportierten `reichsdeutschen` Juden anrollen. Für sie musste im Ghetto Platz gemacht werden, deshalb mussten die lettischen Juden sterben. Nazis waren Meister der Auslese: Unter den lettischen Juden wurden zunächst junge starke Männer verschont, sie mussten in einen gesonderten Teil des Ghettos umziehen, sie ahnten, ihre Verwandten nicht mehr wiederzusehen. NS-Fehlplanung büßten die Opfer: „Um neun Uhr erreicht die erste Kolonne den Wald von Rumbula. Ihr Marsch ist unterwegs ein wenig verzögert worden, denn inzwischen ist auf dem nahe gelegenen Güterbahnhof Skirotava ein Zug der Reichsbahn mit 942 Juden aus Berlin angekommen. Zu früh angekommen? Es ist eine offene Frage, aber sie macht die Menschen nicht mehr lebendig. Die 942 Juden aus Berlin werden als erste zu den Gruben geführt und ohne Ausnahme zwischen 8.15 und 9 Uhr erschossen.“4

Gedenken am 29.11.2016 im Wald von Rumbula, Foto: Saeimas Administrācija

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Städtepartnerschaft zwischen Smiltene und Willich PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 12. November 2016 um 13:28 Uhr

"Alles, was die Menschen verschiedener Nationen zusammenführt, muss gefördert werden"

Schloss NeersenDer 9. November, der `Schicksalstag` der Deutschen und Tag eins der Trump-Ära, ist jetzt auch ein besonderes Datum der niederrheinischen Kreisstadt Willich. Deren Ratsmitglieder beschlossen am 9.11.2016, mit der nordlettischen Stadt Smiltene eine Partnerschaft einzugehen. So wird quasi aus der offiziellen Städtefreundschaft, die seit 2002 besteht, eine internationale Städteehe. Diese wird insbesondere den Jugendaustausch fördern, was in Zeiten, in denen Nationalisten Konjunktur haben, ein Lichtblick ist. In der Ratssitzung betonten die Kommunalpolitiker die besondere Bedeutung dieser internationalen Zusammenarbeit.

Das Schloss Neersen ist Sitz des Willicher Stadtrats, Foto: Historiograf in der Wikipedia auf Deutsch - Author's own work, transferred from de.wikipedia, CC BY 2.0, Link

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