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Münster, 30.4.2017
Jānis Vaišļa starb in der Berliner Charité PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 09. Januar 2016 um 17:21 Uhr

Die lettische Nachrichtenagentur BNS berichtete am 9.1.2016, dass der Künstler und Weltreisende in der Nacht zum Samstag der seltenen Krankheit Amyloidose erlag. Diese hatte sein Herz in kurzer Zeit so sehr geschädigt, dass Vaišļa am Dienstag letzter Woche zur Transplantation nach Berlin gebracht werden musste. Die Krankheit erforderte schnelles Handeln. Nach einem europaweiten Aufruf spendeten im Dezember etwa dreieinhalbtausend Menschen, um sein Leben zu retten. 95.863 Euro kamen zusammen, den Rest brachten Angehörige und Freunde auf. Für die Transplantation wäre insgesamt ein Betrag von 120.000 Euro erforderlich gewesen. Nun muss Vaišļas Familie entscheiden, was mit dem Geld geschieht, denn leider wird es für die Operation nicht mehr benötigt.

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Krišjānis Barons` Daina-Schrank PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 07. Januar 2016 um 11:38 Uhr

Wie die lettischen Volkslieder als Kulturgut entdeckt wurden

Der geöffnete Daina-Schrank1915 wurde der letzte Band der lettischen Volksliedsammlung "Latvju dainas" veröffentlicht. Die Mitarbeiter des LU-Instituts für Literatur, Folklore und Kunst nahmen das 100jährige Jubiläum im letzten Jahr zum Anlass, am 2. und 3.11.2015 eine Konferenz zum Thema zu organisieren und zudem ein Buch mit dem Titel "No dainu skapja līdz `Latvju dainām`" (Vom Daina-Schrank bis zu "Latvju dainas") herauszugeben. In diesem Forschungsbericht ermittelten die Autorinnen Māra Vīksna, Elga Melne und Beatrise Reidzāne die Entstehungsgeschichte einer der weltweit umfangreichsten Liedersammlungen. Sie ergründeten die Prinzipien, nach denen der "Vater der Dainas", Krišjānis Barons, die 268.815 Zettel mit einzeln notierten Volksliedern in seinem Schrank ordnete und redigierte. Außerdem untersuchten sie die orthographische Vielfalt, in der die Liedzeilen notiert wurden. Das Buch enthält zusätzlich eine viele Seiten umfassende Liste der Sammler, die vor Ort mündlich überlieferte Lieder aufzeichneten, um sie Barons und anderen Sammlungsinitiatoren zu schicken. Nicht nur die mündliche Entstehung von Volksliedern, sondern ebenso ihre Aufzeichnung und Sammlung war eine Kollektivarbeit von vielen. Auch in diesem Fall regten Deutschbalten zur akademischen Entdeckung eines wichtigen Teils der lettischen Kultur an.

Der geöffnete Daina-Schrank, Foto: Didzis Grodzs 

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Deutschbaltische Geistliche waren die ersten lettischen Schriftsteller PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 02. Januar 2016 um 13:34 Uhr

Pauls Daija würdigte ihren Beitrag zur lettischen Aufklärung

Stender-PorträtPauls Daija sprach auf den Domus-Rigensis-Tagen am 3.7.2015 über „Volksaufklärung in der lettischen Literatur des 18. Jahrhunderts“.  Der Literaturwissenschaftler hob hervor, dass die Forschung das Thema lange vernachlässigt habe. Weder sowjetische noch lettisch-nationalistische Ideologen hatten ein Interesse, sich mit dem deutschbaltischen Anteil an der lettischen Literatur zu beschäftigen. Solche Studien hätten das antideutsche Feindbild in Frage gestellt. Daija beschrieb, wie sich der wissenschaftliche Blick auf die Werke deutschbaltischer Pastoren geändert hat. Sie mussten sich in der Sprache ihrer lettischen Gemeinde verständigen. Sie schrieben die ersten lettischen Bücher, um die Bauern, die zunächst noch Leibeigene waren, im christlichen Glauben zu unterweisen. Sie wollten die Untertanen aber auch im Sinne der Aufklärung bilden, damit ihr tägliches Leben erleichtern. Die protestantischen Geistlichen waren sich allerdings nicht bewusst, dass eine eigenständige  lettische Literatur die politische Emanzipation in Gang setzen würde. Die durch Deutschbalten begonnene lettische Volksaufklärung ist inzwischen ein interkulturelles Forschungsthema für lettische und deutsche Wissenschaftler.

Foto: "Stenders". Via Vikipēdija.

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