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Münster, 25.5.2018
Konferenz an der Lettischen Universität: Reformation in der heutigen Welt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 19. März 2017 um 13:36 Uhr

Lutherische Identität heute: Brückenbauer und Friedensstifter

Plakat zur KonferenzVor 500 Jahren soll Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt haben. Ob dies wirklich so geschah, ist inzwischen umstritten. Fest steht dagegen, dass die neue Lehre zu beträchtlichen Umwälzungen in Europa führte. Riga war recht früh dabei. Bereits 1522 bestimmten der städtische Rat und die beiden Gilden, die Vertretungen der Kaufleute und Handwerker, dass der Reformator Andreas Knöpken zweiter Pfarrer der Petrikirche werden sollte. So fasste Luthers Lehre in der baltischen Region schnell Fuß. Sie gewann erheblichen Einfluss auf die weitere kulturelle, gesellschaftliche und historische Entwicklung. Ohne Luthers Bestreben, die Bibel dem Volk in der eigenen Sprache zu verkünden, wäre die Entwicklung der Nationalsprachen und die Herausbildung nationaler Identitäten nicht denkbar gewesen – im positiven wie im problematischen Sinne. Auch die lettische Nationalbewegung hat diese religiösen Wurzeln. In der Lettischen Universität trafen sich am 17.3.2017 Theologen und Historiker zur ganztägigen Konferenz: „Die Reformation in der heutigen Welt“. Am Vormittag versammelten sich die Teilnehmer im festlichen Großen Saal der Universität. Anwesend waren auch der lettische Erzbischof Janis Vanags und Gerhard Ulrich, der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die beiden haben zu dem, was Reformation bedeutet, ziemlich unterschiedliche Auffassungen.

Plakat zur Konferenz

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Lettische Kunstausstellungen im März 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 04. März 2017 um 00:00 Uhr

Wie der Hyperrealismus nach Lettland kam, wie Frauen ihre gesellschaftliche Rolle dekonstruieren und wie ein Grafiker das Hirn des Betrachters beschäftigt

Kalauca, RäumeNicht nur das Lutherjahr, auch das bevorstehende 100jährige Jubiläum der lettischen Staatsgründung 2018 beschäftigt die Kulturszene. Eine große Ausstellung zum Hyperrealimus deutet bereits auf die Feierlichkeiten im nächsten Jahr voraus. Sie zeigt das Wirken lettischer Künstler im internationalen Kontext. Hyperrealismus, der über die Documenta 5 im Jahre 1972 von Amerika nach Europa kam, bot den lettischen Künstlern ein neues Mittel, die Grenzen politisch gewollter Kunst zu überwinden. In der Ausstellung "Ich berühre mich" zeigen fünf Künstlerinnen, dass die Entgrenzung von Geschlechterrollen kein abgegoltenes Thema ist. Die Sprache gibt dem Männlichen den Vorrang, Frauen sind auf der künstlerischen Suche nach der eigenen. Auch Guntars Sietiņš entgrenzt. Er stellt die realistische Wahrnehmung des Betrachters in Frage, illusioniert ihn... Hier die März-Vorschau auf Ausstellungen, zusammengefasst aus den PR-Texten lettischer Museen.

Vineta Kaulača. Räume, rotes Licht, 2010 ist in der Ausstellung Hyperrealismus zu sehen, Foto: LNMM
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Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons erhalten den Purvītis-Preis 2017 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 18. Februar 2017 um 10:18 Uhr

Das “nationale Wertesystem” infrage gestellt

SalmaniMāra Lāce, Leiterin des Lettischen Nationalmuseums der Kunst und Jānis Zuzāns, Vertreter eines Museumssponsors, verkündeten am 17.2.2017 die diesjährigen Gewinner des Purvītis-Preises. Dieser wird seit 2009 alle zwei Jahre vergeben. Mit 28.500 Euro ist er der höchst dotierte Preis für moderne lettische Kunst. Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons erhielten die Auszeichnung für ihre Ausstellung “Dziesma” (Lied). Die Künstler interessierten sich für die traditionellen Liedertexte, die auf den Abschlusskonzerten der großen Chorfestivals zwischen 1990 und 2013 gesungen wurden. Sie zählten, welche Substantive am häufigsten vertont wurden. Das meist verwendete Hauptwort in diesen Liedern ist demnach “Saule” (Sonne), gefolgt von “Meita” (Tochter) und “Dievs” (Gott). Für ihre Ausstellung wählte die Gruppe das Wort “Gott” aus. Kristaps Pētersons gestaltete aus 184 Liederfragmenten die Collage “Gottesländchen I”. Zudem wurde aus den “Gott” begleitenden Tönen eine Komposition zusammengestellt, die gleiche laut Kunstexpertin Elita Ansone zwar einer Kakophonie, also einer missklingenden Tonreihe, doch sie gebe die exaltierten Emotionen der Liederfeste wieder. “Die Komposition schafft einen surrealen Effekt, als ob ein Gespenst über uns komme oder eine beschädigte Platte erklingt,” meint Ansone. Der Jury gefiel diese neue Kunstidee. Māra Lāce begründete, weshalb die Juroren die Ausstellung des Künstler-Trios auswählten.

Werk von Krišs Salmanis, Anna Salmane und Kristaps Pētersons, Foto: Monta Ezerlīce

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