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Münster, 23.3.2017
Krišjānis Valdemārs förderte die lettische Seefahrt PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 17. Dezember 2015 um 00:00 Uhr

Wie Schiffsbau und Schifffahrt die Letten emanzipierten

Valdemars-Porträt„Gott, schütze uns vor Krankheiten, Pest und den Kuren!“ Dieses überlieferte Stoßgebiet bezeugt, dass die kurländischen Ureinwohner einst als gefürchtete Seefahrer des Nordens galten. Die Kenntnisse über Seefahrt und Schiffsbau haben sich an der Rigaer Bucht erhalten. Der Junglette Krišjānis Valdemārs regte seine Landsleute im 19. Jahrhundert an, Steuermänner und Kapitäne auszubilden und größere Frachtschiffe selbst zu bauen. In den Fischerdörfern entlang der Rigaer Bucht entstanden kleine Werften und zehn Schulen, in denen Seeleute ihre Patente erwarben. Trotz der vielen technischen Veränderungen hat sich die Kenntnis, wie man Boote baut, erhalten. Heutzutage lassen die Bootsbauer nicht mehr Frachtkähne, sondern Jachten für den Freizeitsport zu Wasser.

Foto: "Kr Valdemars" by Carl Schulz (1831-1884) - http://upload.wikimedia.org/wikipedia/lv/0/08/Kr_Valdemars.jpg. Licensed under Neaizsargāts darbs via Vikipēdija.

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Lettischer Regisseur bewirkt Eklat in Hamburg PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Freitag, den 04. Dezember 2015 um 20:41 Uhr

Alvis Hermanis erklärt in der Flüchtlingsfrage die Zeit der Political Correctness für beendet

Alvis HermanisDer EU-Flüchtlingsstreit hat nun auch die Kulturszene erreicht. Der international bekannte lettische Theaterregisseur sagte am 4.12.2015 dem Thalia-Theater ab*, um gegen die deutsche Flüchtlingspolitik zu protestieren. Er sollte für diese Hamburger Bühne im kommenden Jahr eine neue Aufführung in Szene setzen. Er kritisiert das Engagement der Hamburger für Flüchtlinge und hält nach Angabe des Deutschlandfunks „die deutsche Willkommenskultur“ für „extrem gefährlich für ganz Europa“. Hermanis warnt vor Terroristen und wähnt Europa nach den Anschlägen in Paris im Kriegszustand, bei dem man sich für eine Seite entscheiden müsse. Er und das Thalia-Theater hätten verschiedene Seiten gewählt. Das Deutschlandradio Kultur zitiert dazu auch die Reaktion des Intendanten Joachim Lux. Der Vorfall zeige, wie tief Europa derzeit gespalten sei. Er habe nie gedacht, dass humanitäres Engagement zur Aufkündigung der Zusammenarbeit führen könne. Die jetzige Parteinahme Hermanis` gegen die deutsche Flüchtlingspolitik ist nicht der erste Eklat, den der polemisierende Regisseur in eigener Sache inszeniert.

Alvis Hermanis, Lettlands bekanntester Regisseur, kommentiert gern das politische Geschehen, Foto: Manfred Werner - Tsui auf Wikimedia Commons, Lizenz

*die ursprüngliche Formulierung "verließ" trifft nicht den Sachverhalt.

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Wie ein Sturm-und-Drang-Autor einen lettischen Diener beflügelte PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. November 2015 um 08:39 Uhr

Jānis Peitāns übersetzte vor fast 200 Jahren Schillers „Räuber" ins Lettische

Räuber-Aufführung in Meiningen„Ich soll meinen Leib pressen in eine Schnürbrust und meinen Willen schnüren in Gesetze. Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre. Das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus. Sie verpalisadieren sich ins Bauchfell eines Tyrannen, hofieren der Laune seines Magens und lassen sich klemmen von seinen Winden. - Ah! daß der Geist Hermanns noch in der Asche glimmte! - Stelle mich vor ein Heer Kerls wie ich, und aus Deutschland soll eine Republik werden, gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein sollen. (Er wirft den Degen auf den Tisch und steht auf.)“

Karl Moor in Friedrich Schillers „Die Räuber“

Am 11.11.1817 befand sich der 16jährige Jānis Peitāns mit seinem Herrn, dem Gutsbesitzer von Dickeln (Dikļi), Fabian von Tiesenhausen, in Riga. An diesem Tag besuchten sie im Deutschen Theater eine Aufführung von Schillers „Die Räuber“. Das Sturm-und-Drang-Stück des späteren deutschen Klassikers muss den jungen Letten außerordentlich fasziniert haben. Die Hauptfigur des Schauspiels, Karl Moor, formulierte offensichtlich das, was auch in seinem Bewusstsein gärte. Peitāns beschloss, Schillers Frühwerk ins Lettische zu übersetzen und es mit seinen Freunden in einer Scheune in Dikļi darzubieten. Er selbst übernahm die Hauptrolle. So gelang dem lettischen Diener die erste Aufführung eines lettischsprachigen Schauspiels.

"Die Räuber" am Hoftheater in Meiningen, Foto: „Mein 05a Die Räuber“ von Christian Wilhelm Allers - Buch "Die Meininger". Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

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