logo
Münster, 24.1.2020
Zum Leben und Werk von Carl Gustav Jochmann, Teil 1: Zur Biographie PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 10. Mai 2018 um 00:00 Uhr

Ein Fremder in einer vom Wahn bestimmten Welt

Kreuzgang am Rigaer DomAm 10. Mai 1833 wurde Carl Gustav Jochmann laut Sterberegister der Sankt Wenzels-Kirche vom Vorstädtischen1 auf den Städtischen Gottesacker Naumburgs umgebettet. Drei Jahre zuvor, Anfang Juni 1830, war der gebürtige Deutschbalte ins anhaltinische Köthen unterwegs gewesen. Dort lebte Samuel Hahnemann. Der Begründer der Homöopathie war seine letzte Hoffnung. Doch wegen Fiebers und Lungenblutens musste Jochmann seine Fahrt an der Saale unterbrechen. Völlig erschöpft erreichte er das Gasthaus "Preußischer Hof" in Naumburg. Johann Ernst Stapf, ein Anhänger Hahnemanns, übernahm die ärztliche Behandlung. Stapfs Bemühungen blieben vergeblich, Jochmann starb am 24. Juli 1830 an Lungenschwindsucht. Wer war dieser rastlose und weitgehend unbekannte Reisende? Es handelte sich um "einen der größten revolutionären Schriftsteller Deutschlands", meinte der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin, zitiert von Ulrich Kronauer, der wiederum hinzufügt: "Nach dem Tod Jochmanns [...] war sein Herz zunächst in einer Porzellanvase nach Riga geschickt worden, um im Garten eines Freundes, des Kaufmanns Conrad Heinrich von Sengbusch, beigesetzt zu werden." Inzwischen ist die restaurierte Herz-Urne im Kreuzgang des Rigaer Doms zu sehen2 . Laut Kronauer wird die Reliquie ignoriert: "Die meisten Besucher der Domkirche gehen achtlos vorüber, kaum jemand weiß, um wen es sich handelt."3 Das Datum einer Umbettung vor 185 Jahren entstammt zwar keiner Weltchronik, doch es ist Anlass genug, um herauszufinden, weshalb einer "der größten revolutionären Schriftsteller" weitgehend unbekannt geblieben ist.

Kreuzgang am Rigaer Dom, wo die rerstaurierte Urne mit der Aufschrift ""Cor Jochmanni" zu finden ist, Foto: Domus Rigensis

Weiterlesen...
 
Lettische Kunstausstellungen im Mai 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 03. Mai 2018 um 13:03 Uhr

Fluxus im Exil, Modernität des Jugendstils und Überschwemmungen im Frühling

Straume, SkizzeValdis Abolins ist der Öffentlichkeit kaum bekannt. Als Twen engagierte sich der Exillette in den 60er Jahren in der Aachener Studentenszene, veranstaltete mit Fluxus-Künstlern ein Happening in der Hochschule - und sorgte prompt für einen Skandal. Ein Jahrzehnt später war Abolins Gschäftsführer der Westberliner Neuen Gesellschaft für bildende Kunst und machte lettische Künstlerinnen und Künstler in Deutschland bekannt. Abolins starb 1984 in Westberlin, sein Name steht stellvertretend für das Schicksal von Kulturschaffenden, die in der Diaspora einen Neubeginn wagten. Im lettischen Nationalmuseum ist den emigrierten Künstlern, die von Gotland bis New York eigene Zentren bildeten, eine Ausstellung gewidmet. Was ist typisch am lettischen Jugendstil? Diese Frage lässt sich beantworten, wenn man lettische und internationale Exponate jener Zeit vergleicht. Im internationalen Kunstmuseum Rigas Birza sind Grafiken, Bilder und verziertes Design aus der Jugendstilzeit zu sehen. Eine Künstlergruppe in Daugavpils beschäftigt sich mit dem Thema Flut im Frühling. Hier die Zusammenfassung von PR-Texten lettischer Museen für den Mai 2018.

Julijs Straume (1874-1970), Skizze, Foto: LNMM

Weiterlesen...
 
Programm der Domus-Rigensis-Tage vom 6. bis 8. Juli 2018 PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Samstag, den 14. April 2018 um 00:00 Uhr

100 Jahre lettische Republik

Kirche von KalnciemsBereits zum 27. Mal organisiert der deutsch-lettische Kulturverein Domus Rigensis im Juli sein umfangreiches Kulturprogramm, die Domus-Rigensis-Tage. Er ist diesmal dem 100jährigen Jubiläum der lettischen Staatsgründung gewidmet. Vereinsmitglieder und Gäste können sich auf Vorträge, Musik und Tanz sowie einen Ausflug zu historischen Stätten der gemeinsamen lettisch-deutschbaltischen Geschichte freuen. Vortragende sind diesmal zwei bekannte Intellektuelle des lettischen Geisteslebens: Der Sozialwissenschaftler Ivars Ijabs erörtert das umstrittene Wirken des Geistlichen Andrievs Niedra, der im Auftrag der deutschen Reichswehr zeitweilig eine Marionettenregierung anführte. Der Kunsthistoriker Ojars Sparitis, Leiter der Wissenschaftlichen Akademie und selbst langjähriges Domus-Rigensis-Mitglied, wird die Aufzeichnungen des deutschbaltischen Arbeiterkindes Dagmar Kopfstahl präsentieren, welche sie als Heranwachsende zur Zeit des Ersten Weltkriegs und der Staatsgründung anfertigte. Hier das Programm der diesjährigen Veranstaltung.

Die Kirche von Kalnciems, auf dem Kirchhof befinden sich deutsche, lettische und russische Soldatengräber, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gepflegt werden. Die Kirche ist ein Ausflugsziel der diesjährigen Domus-Rigensis-Tage (LP: hier), Foto: Saite

 

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 10 von 47

(C)2006-2011 Lettische Presseschau Impressum || Kontakt ||