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Münster, 15.9.2019
In Grenctale feierten Litauer und Letten 30 Jahre „Baltischer Weg“ PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Sonntag, den 25. August 2019 um 11:19 Uhr

Levits: Europa braucht eine gemeinsame baltische Handschrift

Baltischer WegDie Bilder waren vor 30 Jahren weltweit in Nachrichtensendungen zu sehen: Die baltische Bevölkerung hatte sich am Abend des 23. August 1989 auf den Straßen versammelt, um zwischen Vilnius, Riga und Tallinn eine 670 Kilometer lange Menschenkette zu bilden. Aufnahmen aus dem Hubschrauber belegten, dass die Kette, für die sich die Versammelten 15 Minuten lang an der Hand hielten, vollständig geschlossen war. Laut Schätzungen hatte etwa jeder dritte Balte an dieser Demonstration teilgenommen. Der „Baltische Weg“ war ein Höhepunkt der friedlichen Protestformen, mit denen Litauer, Letten und Esten die Unabhängigkeit von der UdSSR einforderten. Das Datum erinnerte an ein historisches Unrecht: Ein halbes Jahrhundert zuvor hatten Nazi-Deutschland und die Sowjetunion die mittelosteuropäischen Länder im Hitler-Stalin-Pakt unter sich aufgeteilt und bald darauf gewaltsam besetzt. Für die Balten folgten nach der Verwicklung in den Krieg der Großmächte Jahrzehnte der Fremdbeherrschung mit willkürlichen Hinrichtungen, Holocaust, Deportationen und Repressionen sowie die Unterdrückung der Sprache und der Kultur. Das friedliche Ereignis vom Spätsommer 1989 gelangte sogar auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Balten gedachten des baltischen Wegs am letzten Freitag mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen. Ein Ort der Feierlichkeiten war das Dorf Grenctale, vier Kilometer von der lettisch-litauischen Grenze entfernt.

Die 670 Kilometer lange Menschenkette zwischen Vilnius und Tallinn, Foto: Fair use, Saite

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Krise beim Lettischen Radio PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 08. August 2019 um 00:00 Uhr

Unterfinanziert und politisch beeinflusst

Logo des Lettischen RadiosIn den letzten anderthalb Jahren beobachtete ich, dass die Krise nicht innerhalb eines Tages entstanden ist. Das ist ein langwieriger Prozess, der sich über die letzten zehn Jahre erstreckte. Derzeit ist die Situation eskaliert,“ sagte Una Klapkalne, Vorstandsvorsitzende von Latvijas Radio (LR), am 17. Juli 2019 auf der von ihr einberufenen Pressekonferenz (lsm.lv). Journalisten des öffentlich-rechtlichen Senders hatten sich über niedrige Gehälter, Arbeitsüberlastung und politische Beeinflussung beklagt und der LR-Nachrichtendienst sogar die Entlassung bzw. Rücktritt des eigenen Vorstands gefordert. Bereits Ende 2017 hatten die Nachrichtenredakteure in einem offenen Brief an den Lettischen Journalistenverband ihre Bedenken bei der Auswahl der LR-Vorstandsmitglieder mitgeteilt, weil sie parteipolitisch beeinflusst sei. Die LR-Journalisten erhoben gegen die eigene Führung schwere Vorwürfe: „Die derzeitige Untätigkeit des LR-Vorstands und sein wissentliches Handeln bekunden, dass ein starkes und unabhängiges öffentlich-rechtliches Radio als unveräußerlicher demokratischer Bestandteil nicht in seinem Interesse liegt. Mehr noch: Seit Beginn der Tätigkeit des jetzigen Vorstands hat die LR-Führung nicht nur erlaubt, den Nachrichtendienst wesentlich zu schwächen, sondern ihm absichtlich Schaden zugefügt, um den Dienst zu vernichten, von dem Latvijas Radio am allerdirektesten und allermeisten abhängig ist, um die Informiertheit und Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten.“ (lsm.lv)

Logo von Latvijas Radio, Foto: Neaizsargāts darbs, Saite

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Lettischer Ministerpräsident nimmt auf USA-Reise Deutschland vor us-amerikanischen Rüstungsforderungen in Schutz PDF Druckbutton anzeigen?
Geschrieben von: Udo Bongartz   
Donnerstag, den 01. August 2019 um 00:00 Uhr

Karins macht Russlands Armut für abgebremstes lettisches Wachstum verantwortlich

Krisjanis KarinsVom 9. bis 15. Juli 2019 hielt sich der lettische Ministerpräsident Krisjanis Karins in Washington auf. Er besprach mit US-Vizepräsident Mike Pence und weiteren Vertretern der Trump-Regierung die wechselseitigen Beziehungen in militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht, warb um US-Investoren für das eigene Land (mk.gov.lv). Auf einer Diskussionsveranstaltung des transatlantischen Think Tanks „The Atlantic Council“ zum Thema „Das Verhältnis zwischen den USA und Lettland in der Zeit europäischen Wandels“ vom 10. Juli 2019 forderte Karins mehr Freundschaft statt Konkurrenz zwischen den transatlantischen Verbündeten. Er verteidigte Deutschland vor den Forderungen der Trump-Regierung, das nationale Militärbudget auf zwei Prozent des BIP zu erhöhen und machte Russland für die Abbremsung der lettischen Wirtschaft verantwortlich.

Krisjanis Karins, Foto: Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 3.0, Saite

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